Bruno Cozzio und Renaldo Vanzo betonten, dass der Sturm Sabine Schäden mehr oder weniger regelmässig verstreut in den Revieren Uzwil und Wil angerichtet habe. Im Vergleich zum Orkan Lothar am 26. Dezember 1999 sei etwa ein Zehntel jener Holzmenge betroffen. Sabine habe kaum grössere Flächen kahl gefegt, dafür punktuell schwächere Bäume oder solche in exponierter Position in Mitleidenschaft gezogen.

Das von Cozzio betreute Revier Uzwil umfasst rund 800 Hektaren Wald. Rund 1500 bis 2000 Kubikmeter Sturmholz, etwa 15 bis 20 Prozent der jährlichen Holzernte, sind als Folge der Sturmwinde in den letzten beiden Tagen angefallen. Deren Verarbeitung ist ungeplant notwendig geworden und erheblich aufwendiger als der übliche Holzschlag. Ausserdem auch gefährlicher, gilt es doch die Spannung im Fallholz richtig abzuschätzen und oft zusätzliche Massnahmen zu ergreifen. Die entstandenen Schäden sind von den einzelnen Waldbesitzern zu tragen. Cozzio schätzt sie in seinem Revier auf rund 120 000 Franken.

Das Revier Wil, für welches Renaldo Vanzo zuständig ist, umfasst 600 Hektaren Wald. Die Schäden werden vom Förster in vergleichbarer Höhe zum Revier Uzwil eingeschätzt, sie dürften also etwa drei Viertel der Uzwiler Zahlen ausmachen.

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Sabine bereitet den beiden Revierförstern zusätzliche Arbeit: Renaldo Vanzo aus Wil (links) und Bruno Cozzio aus Uzwil.


Sicherheit geht vor

Die Mitarbeiter der beiden Forstreviere waren in den Sturmtagen zusätzlich gefordert, und sie werden es auch in nächster Zeit bei den Aufräumarbeiten und bei der Sturmholzaufbereitung sein. Beide Revierförster betonten, dass die Sicherheit immer erste Priorität habe. Bei aktuellen Zwischenfällen liege die Federführung bei den Blaulichtorganisationen Feuerwehr und Polizei. Die Forstarbeiter würden sie aber nach Kräften unterstützen. Zuerst würden Strassen und Verkehrslinien befahrbar gemacht sowie Gebäudeschäden und Stromunterbrüche behoben. Im Wald gelte es, Gefährdungen durch umgestürzte Bäume zu beseitigen

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Nicht gar alle Bäume im Bubenloo sind geknickt worden. Was stehen blieb, wird aber bald auch weichen müssen – beschädigt, Gefahr durch Borkenkäferbefall.


Schadenfall Bubenloo Henau

Im Bubenloo, nahe an der Strasse zwischen Henau und Niederstetten, hat Sabine ganze Arbeit geleistet. Dabei kam ihr zugute, dass frühere Stürme den Boden bereitet haben. Weil nördlich des Waldstücks die Bahnlinie vorbeiführt, mussten vor Jahren Bäume gefällt werden, welche die Zugssicherheit gefährdeten. Dadurch habe, so Cozzio, der Wind eine grössere Angriffsfläche bekommen. Bei einem Sturm sei eine ganze Reihe von Bäumen geknickt worden, wodurch dem Sturm eine noch grössere Front offen gestanden habe. Jetzt ist der Rest des Waldstücks so zerzaust worden, dass in nächster Zeit auch die noch verbleibenden Bäume verschwinden werden. Damit ist dann Gelegenheit geboten, eine Aufforstung nach heutigen Gesichtspunkten in die Wege zu leiten, einen standortgerechten Mischwald anzulegen.


Gegen den Klimawandel

Cozzio sieht die Häufigkeit extremer Wetterereignisse als Ausdruck des Klimawandels. Die Bäume stünden unter einem verstärkten Stress. Monokulturen könnten ihm schlecht standhalten. Nötig seien Wälder mit möglichst allen Baumarten und Altersklassen. Wichtig seien auch Grünflächen in den Wäldern, damit die Bäume das CO2 binden könnten. Wenn vermehrt Holz – und zwar einheimisches Holz – verbaut werde, trage das auch dazu bei, dass der Wald seiner Schutzfunktion gerecht werden könne.