Lütisburg reiste am Freitagmittag mit drei Pferden und unglaublich viel Material nach Fehraltdorf zum VetCheck. Die Routiniers meisterten eine neue logistische Anforderung, da der geliebte 35jährige LKW ausser Verkehr gesetzt werden musste – selbstverständlich nicht ohne gebührende Abschiedsparty zu Ehren des Kultstücks. Somit mussten Pferde und Material auf den Selbstfahrer und zwei Zugfahrzeuge mit Anhänger verteilt werden.

Das Elite Team Lütisburg 1, das Juniorenteam Junioren 1 und die Einzelvoltis Sina Graf, Leandra Stadelmann, Stefanie Brändle und Mona Müller hatten sich für die Schweizermeisterschaften 2022 qualifiziert.

Bereits der Samstag belegte, dass sich die Vertreterinnen von Voltige Lütisburg deutlich auf Medaillenkurs befanden. Baldus, Rayo und Acardi zeigten sich von ihren besten Seiten und trugen einen grossen Teil dazu bei, dass die Athletinnen ihre Leistungen bis auf winzige Unsicherheiten abrufen konnten.

Die Anspannung am Sonntag war nahezu spürbar, die Reithalle füllte sich dem schlechten Wetter trotzend stetig, je näher die Kürdarbietungen der Gruppen rückten. Unter der rekordverdächtigen Zuschauermenge befand sich auch Lütisburg’s Aushängeschild Nadja Büttiker, die sich nach der WM im August einer Knieoperation unterziehen und schweren Herzens auf die SM-Teilnahme verzichten musste. «Ich bin bald wieder einsatzbereit», erklärt Nadja zuversichtlich. «Mein erklärtes Ziel ist es, 2024 in Bern (Weltmeisterschaften) einzulaufen – diese ausserordentliche Chance lasse ich mir nicht entgehen!»

Stefanie Brändle rückte dank ihrer sauber geturnten und stimmigen Kür auf den dritten Podestplatz SJ vor. Sina Graf beeindruckte alle und vorallem wohl sich selber mit ihren Leistungen. Nervenstark turnte sie erstmals alle drei Durchgänge der ST-Kategorie mit Auszeichnung und wurde dafür ebenfalls mit Bronze belohnt.

Dem Juniorenteam mit Martina Brander gelang ebenfalls eine spritzige, grossartig geturnte Kür auf Baldus zur zauberhaften Musik von Cirque du Soleil. Sie durften sich sehr zufrieden und strahlend Silber umhängen lassen.

Moni Winkler longierte schliesslich ihr Eliteteam auf dem souveränen Rayo zum Sieg. Wie bereits in Rosental zeigten sie aufgrund des Ausfalls von Nadja Büttiker nicht die Original WM-Kür. «Nadja’s Parts sind kaum zu ersetzen», so das Team. «Trotz Vereinfachungen mussten wir die von ihr geturnten Elemente auf drei Personen verteilen!»

Wie meistens hat auch diese Geschichte etwas Gutes: Leandra Stadelmann ergänzte das Team und meisterte ihr Debut toll. Moni Winkler ist stolz auf ihre Elitegruppe, die trotz teils widriger Umstände eine überragende Leistung gezeigt hat.

Die ehrenvolle Rangverkündigung begingen die Lütisburger Athetinnen mit ihren neuen Trainer, welche dank grosszügigem Sponsoring angeschafft werden konnten. Auf der neuen Vereinsfarbe kommen die Logos der Sponsoren fabelhaft zur Geltung und werden sicherlich noch bei vielen Gelegenheiten ins rechte Licht gerückt. Denn alle wissen: Nach der Saison ist vor der Saison!