Der Cho Oyu soll es sein im Herbst des Jahres 2020 oder im Frühjahr 2021. Der Berg im Himalaya ist 8188 Meter hoch. Die Hinterthurgauer SP-Kantonsrätin Barbara Müller will ihn besteigen, um dort Gestein für ihr geologisches Forschungsprojekt zu sammeln. Sie vermutet Arsen in den Steinen. Ihrer Theorie nach wird das Gift im Flusswasser ins Flachland transportiert und sorgt für chronische Krankheiten, weil die Menschen das Flusswasser trinken.

Der Haken an der Sache: Barbara Müller ist fast blind, braucht für die Besteigung also zusätzliche Hilfe. Das kostet. Nach einem jahrelangen Streit mit der Invalidenversicherung betreffend Finanzierung von Assistenz-Personen hat sie einen anderen Weg der Geldbeschaffung gesucht und ist nun Teil des Vereins «Tatkraft – Die Personenbotschafter». In diesem haben sich körperlich behinderte Personen zusammengeschlossen, die in der Öffentlichkeit aktiv sein wollen. Dabei soll aufgezeigt werden, dass «behinderte Menschen zu besonderen Leistungen fähig und ein Mehrwert für die Gesellschaft sein können», wie Müller es formuliert.

«Nur» 21'000 Franken gesammelt

Um die Projekte von Müller und anderer körperlich behinderter Personen anzuschieben sowie eine Geschäftsstelle des Vereins aufzubauen, wurde Mitte Oktober eine Crowdfunding-Aktion lanciert. Es war das ambitionierte Ziel, innerhalb von sechs Wochen mindestens 100'000 Franken zu sammeln. Dies wurde allerdings deutlich verfehlt. 21'000 Franken kamen in den 45 Tagen zusammen, was laut den Crowdfunding-Regeln deutlich zu wenig ist, um das Geld eintreiben zu dürfen.

Die Idee des Vereins wird damit aber nicht beerdigt. «Wir prüfen neue Wege, um das Ziel einer Geschäftsstelle zu erreichen. Unsere 150 Unterstützer spielen dabei eine wichtige Rolle. Wir hoffen, dass wir auf die zugesicherten Gelder setzen können», sagt Vereinspräsident Islam Alijaj. Über die Neuausrichtung soll in den kommenden Monaten informiert werden. Damit steht auch fest: Barbara Müller braucht ein neues Finanzierungsmodell, um den Cho Oyu besteigen zu können.