Nicht weniger als fünf Formationen liessen es sich während der zwei Programmblöcke von je annähernd einer Stunde Dauer nicht nehmen, das zu tun, was sie während den vergangenen eineinhalb Jahren arg vermisst hatte: mit Elan und Hingabe vor „ihrem“ Publikum zu singen und zu tanzen. Und sie taten es auf eine fröhliche Weise, die sich schnell auch auf die Zuschauer- und Zuhörerschaft übertrug. Als der Männerchor Aadorf, mit dem „Bierlied“ („Ein kühles, helles Blondes“) sowie „Ein Tag, so wunderschön wie heute“ den Abend lancierte, dürfte er allen in der Turnhalle Ettenhausen Feiernden aus dem Herzen gesprochen, bzw. gesungen haben. Auch der Präsident des gastgebenden Männerchores Eintracht Ettenhausen, Pascal Mettler, verhehlte seine Freude nicht, als er in seiner Begrüssung erklärte, wie sehr alle Auftretenden auf diesen Abend hin gefiebert hatten.

Viel Applaus – und das verdient

Diese Festfreude übertrug sich auch aufs Publikum, das, wann immer es darauf Lust hatte, nicht nur eifrig die Darbietungen beklatschte, sondern zuweilen auch lautstark mitsang. So zum Beispiel beim John Denver Country-Klassiker „Take Me Home, Country Roads“ – und zwar nicht nur ein-, sondern gleich zweimal, lag doch der zum Country-Song des 20. Jahrhunderts gewählte Song in der Gunst des Publikums so weit vorne, dass er gleich noch einmal gesungen wurde. Anderen Formationen wurden ähnlich euphorisch willkommen geheissen. Oder wann hat man es schon einmal erlebt, dass die zwar sehr schönen, jedoch eher gediegenen, denn lüpfigen Volkstänze - dargeboten durch die Trachtengruppe Aadorf/Elgg -, während der Aufführung frenetisch beklatscht und mit Juchzern bedacht und am Ende ebenso verabschiedet wurden? Verdient war der Applaus aber allemal.

Abwechslungsreiche Liedauswahl

Nach der Pause ging es im ähnlichen Stilweiter. Ja, die Stimmung wurde sogar noch auf der nach oben offenen Begeisterungs-Skala um ein paar Prozente etwas angehoben. Denn der sehr abwechslungsreiche und schwungvolle Auftritt des Gospelchor Yes aus Aadorf riss einen innerlich richtig mit. Denn das Vokalensemble sang nicht einfach „klassischen“ Gospel (was auch in Ordnung gewesen wäre), sondern gab seinem Auftritt einen poppigen-innovativen Touch; beispielsweise durch Jimmy Cliffs Gute-Laune-Song „I Can See Clearly Now“. Aber auch deutsche Lieder und ein afrikanisches Lied mit Trommelbegleitung waren dazu angetan, mitzugehen. Als Letztes trat der Männerchor Neubrunn aus Turbenthal auf. Er tat dies mit einem sehr abwechslungsreichen und modernen Liedvortrag, der von sehr schön ausbalancierten Stimmen gegeben wurde und somit einen würdigen Schlusspunkt hinter einen wunderschönen, facettenreichen Liederabend setzte.