In einer gestern versandten Mitteilung bezüglich der Deponie Thurhof in Oberbüren holt Kantonsrat und Präsident der SVP-Kreispartei Wil, Bruno Dudli, zum Rundumschlag aus. So schreibt Dudli: Wie dem Dokument "Richtplan-Anpassung 2019 - Neue Deponiestandorte und Änderungen bei bestehenden Richtplaneinträgen" des Amts für Umwelt vom Januar 2019 zu entnehmen sei, liegen zum Standort Thurhof Sonnental/Oberbüren sehr wohl - gar mehrere - Konfliktpunkte und gar Ausschlusskriterien vor. Der Standort Thurhof betrifft Wald - gar Wald mit Schutzfunktion - und Fruchtfolgeflächen sowie den Ehrenzellerbach. Der Standort liegt im kantonalen Landschaftsschutzgebiet Thurauen und grenzt zudem an das Auengebiet von nationaler Bedeutung. Deshalb handle es sich bei diesem Standort aus landschaftlicher Sicht um ein sehr sensibles Gebiet. Und weiter: "Vor zwei Jahren liessen sich die Gemeinden Oberbüren und Niederhelfenschwil kritisch zu dieser in Aussicht gestellten Hangdeponie vernehmen. Auch ich persönlich intervenierte beim zuständigen kantonalen Amt mit den vorgenannten Argumenten.“

Angriff auf Verein Regio Wil

Dudli führt aus, dass die Vernehmlassungsstellungnahme des Vereins "Regio Wil" vor zwei Jahren für ihn unverständlich gewesen sei.  Entgegen der abweisenden Vernehmlassungsstellungnahmen der beiden Vereinsmitglieder und Standortgemeinden Oberbüren und Niederhelfenschwil, unterstütze der Verein Regio Wil die Deponieplanung Thurhof. Wörtlich: "Es ist unverständlich und befremdend, dass der Verein Regio Wil offensichtlich keine Rücksprache mit den beiden betroffenen Vereinsmitgliedern nahm und diesen gar in den Rücken fiel. 

Hallowil.ch liegt die Stellungnahme, die Regio Wil am 14. August 2019 dem Amt für Raumentwicklung in St.Gallen eingereicht hat, vor. In dieser stellt der Verein dem Antrag: „Auf den Eintrag des Deponiestandortes Thurhof in den kantonalen Richtplan ist vorläufig zu verzichten, bis die oben aufgeführten Detailabklärungen und Sicherstellungen die Grundlage für eine Aufnahme bilden.“ Mit den Detailabklärung verlangte Regio Wil genau die Klärung der Fragen zu Konfliktpunkten wie: 

  • Umgang mit Auengebiet von nationaler Bedeutung und kantonalem Landschaftsschutzgebiet Thurauen
  • Fruchtfolgeflächen
  • Wald
  • offenes und eingedohltes Gewässer

Es heisst wörtlich: „Auch aus dieser Sicht ist die Aufnahme  des Deponiestandortes Thurhof in den kantonalen Richtplan noch nicht reif.“

Wer fällt wem in den Rücken?

Davon, dass Regio Wil  die Deponie Thurhof unterstütze, kann also nicht wirklich die Rede sein. Keel meint, dass das „Befremden“ von dem Dudli schreibe, eher auf der Seite von Regio Wil und zwar über Dudlis Verhalten zu suchen und finden sei. Er fügt an: "Im Übrigen ist der Oberbürer Gemeindepräsident sowohl Mitglied der Fachgruppe Siedlung und Landschaft der Regio Wil als auch im Vorstand und setzt sich durchaus wirksam dafür ein, dass die regionale Haltung und jene der Gemeinde Oberbüren gerade in diesem Thema kongruent sind.“ Ganz allgemein zur Planung von Deponien sagt Keel: "Persönlich bin ich der Meinung, dass die Deponieplanung ein Thema ist, das stringente (inter-)kantonale Führung verlangt und nicht nur den Absichten und Interessen der Investoren und letztlich den „Zufälligkeiten“ von Rechtsmittelverfahren überlassen werden darf."

Dudli bleibt bei seinen Anschuldigungen und wendet ein, dass die Gemeinderäte von Oberbüren und Niederhelfenschwil die Aufnahme des Deponiestandorts Thurhof in den Richtplan ablehnen würden, während Regio Wil beantrage, den Standort als Zwischenergebnis in den Richtplan aufzunehmen. Das Resultat dieser Haltung liege nun vor. Dudli sagt: "Trotz mehrerer die Hangdeponie ablehnender Vernehmlassungsantworten, plant der Kanton dieses Projekt weiter; der Richtplaneintrag steht an. Interventionen sind nur noch bis 31. März 2021 möglich."