Wenn man sagen würde, der FC Wil trete in dieser Phase der Meisterschaft an Ort und Stelle, wäre das zu positiv formuliert. In Tat und Wahrheit kommt die Mannschaft immer weiter von jenem Weg, der im vergangenen Sommer mit einem 1:0-Sieg in Chiasso eingeschlagen wurde und bis Ende Oktober äusserst erfolgreich war. Im Zahlen ausgedrückt, liest sich der Wiler Sinkflug des Jahres 2020 so: Aus den ersten fünf Spielen der Rückrunde resultierte ein einziger Punkt und es wurden nur zwei Treffer erzielt. Seit genau 302 Minuten ist der FC Wil ohne Torerfolg – also seit mehr als fünf Stunden. In den vergangenen elf Spielen haben die Äbtestädter gerade einmal fünf Punkte geholt. Zum Vergleich: Als Trainer Ciriaco Sforza im vergangenen Frühjahr angetreten war, um die Mannschaft während zehn Spielen kennenzulernen, waren es in einem Spiel weniger zwei Punkte mehr gewesen.

Zuletzt ist der FC Wil auf die beiden Tabellenletzten aus Schaffhausen und Chiasso getroffen. Dabei hat er sich nicht eine Torchance erspielt, welche das Prädikat «hochkarätig» verdient hätte. Beim Gastspiel in Chiasso kam ein einziger Wiler Schuss auf das gegnerische Tor. Es war in der Startphase ein Freistoss Kwadwo Duahs aus über 25 Metern, der aber Chiassos Goalie Alessandro Guarnone nicht beunruhigen konnte. Bezeichnenderweise waren die Tessiner für die beste Wiler Chance verantwortlich, als ihr Innenverteidiger Giuseppe Aquaro kurz nach der Pause einen Ball ablenkte und dieser nur knapp am eigenen Tor vorbeizog.

Mit Zweitore-Rückstand bei Halbzeit gut bedient

Kurzum: Der FC Wil blieb gegen das abgeschlagene und stark ersatzgeschwächte Schlusslicht Chiasso chancenlos. Die Niederlage war hausgemacht und einem viel zu passiven Auftritt in der ersten Halbzeit geschuldet. Die Wiler waren nicht im Spiel und mit einem Zweitore-Rückstand noch gut bedient. Hätten die Gastgeber zwei zusätzliche Abschlüsse ins statt ans Tor gesetzt, wäre eine Klatsche bereits bei Halbzeit Tatsache gewesen. Hausgemacht waren auch die Gegentreffer. Beim ersten nach einer Viertelstunde orientierten sich nach einer Flanke Fabio Dixons von rechts drei Wiler zum Ball. Doch der Sieger dieses Zweikampfs hiess weder Eris Abedini noch Lindrit Kamberi noch Goalie Anthony Mossi, sondern Chiassos Sofian Bahloul, der per Kopf via Pfosten traf.

Beim zweiten Gegentreffer in der letzten Aktion der ersten Halbzeit stimmte die Zuteilung in der Wiler Abwehr bei einer Corner-Flanke Bahlouls nicht. Dieses Mal verlor Captain Philipp Muntwiler, der zur Pause rot-gefährdet ausgewechselt wurde, den Zweikampf. Nutzniesser war Svajunas Cyzas, der per Kopf einnetzte. Nach dem Seitenwechsel war die Leistung der Wiler zwar verbessert und Chiasso wurde in die eigene Hälfte gedrängt. Allerdings standen die Gastgeber nun auch tiefer und beschränkten sich aufs Kontern. Trotz Überlegenheit brachten die Wiler in Hälfte zwei nur einen einzigen Torschuss zustande. Sie waren beim Schlusslicht ein ganzes Stück von einem Torerfolg entfernt und haben nun seit über fünf Stunden nicht mehr getroffen. Die bereits sechste Auswärtsniederlage in Folge war Tatsache.

Fünf Punkte in vier Monaten

Es stimmt in dieser Phase so einiges nicht beim FC Wil. Die Passivität der ersten Halbzeit gibt zu denken. Entweder sind die vielen jungen Spieler nach dieser Niederlagen-Serie verunsichert, oder sie sind der Aufgaben in der zweithöchsten Spielklasse unter Druck (noch) nicht gewachsen – oder sie überschätzen sich selbst. Der FC Wil zehrt derzeit von den starken Auftritten im vergangenen Sommer und Herbst. 23 Punkte hatte die Äbtestädter Ende Oktober. In einer späten Phase des Februars sind es nur fünf Zähler mehr. Es fehlen derzeit Leaderfiguren, welche diese junge Mannschaft führen könnten. Zu viel Verantwortung lastet auf den Schultern von Captain Muntwiler. Und es wird nicht einfacher. Als nächstes kommt der souveräne Leader Lausanne-Sport ins Bergholz.

Die wichtigsten Szene des Spiels: (Quelle. www.sfl.ch)

 
So schlitterte der FC Wil in die sechste Auswärtsniederlage in Folge.

Resultate Challenge League, 23. Runde:
Chiasso - Wil 2:0
Aarau - Kriens 4:4
Schaffhausen - Grasshoppers 0:3
Stade Lausane-Ouchy - Vaduz 1:1
Winterthur - Lausanne-Sport 0:4

FC Chiasso – FC Wil 1900 2:0 (2:0)

Riva IV: 500 Zuschauer. – Sr: Dudic.

Tore: 15. Bahloul 1:0. 45. Cyzas 2:0.

FC Chiasso: Guarnone; Martignoni, Aquaro, Conus; Aliu; Dixon (90. Iberdemaj), Bahloul, Cyzas (65. Huser), Gamarra (87. Epitaux); Almeida (78. Kryeziu), Rossini.

FC Wil 1900: Mossi; Rohner, Kamberi, Schmied, Schmid; Muntwiler (46. Ndau), Abedini; Duah, Fazliu (63. Kraniqi), Padula; von Moos (46. Silvio).

Bemerkungen: Chiasso ohne Hajrizi (gesperrt), Jacot, Bellante, Hadzi, Pollero, Antunes, Berzati, Wolf, Bnou Marzouk und Piccini (verletzt). Wil ohne Klein, Dimitrou, Schäppi (verletzt), Kostadinovic, Bosic, Wörnhard und Ismajli (nicht im Aufgebot). – Verwanungen: 18. Conus (Foul), 35. Muntwiler (Foul), 51. Aquaro (Foul). 72. Aliu (Foul). 82. Abedini (Foul, im nächsten Spiel gesperrt). – 9. Pfostenschuss Bahloul. – 39. Pfostenschuss Almeida.

Rangliste:
1. Lausanne-Sport 23/52. 2. Vaduz 23/37. 3. Grasshoppers 23/37. 4. Kriens 23/36. 5. Winterthur 23/31. 6. Wil 23/28. 7. Stade Lausanne-Ouchy 23/28. 8. Aarau 23/26. 9. Schaffhausen 23/24. 10. Chiasso 23/17.

Nächste Spiele (24. Runde):
Freitag, 28. Februar: Grasshoppers - Aarau (20.00 Uhr).
Samstag, 29. Februar: Stade Lausanne-Ouchy - Chiasso (17.00 Uhr), Wil - Lausanne-Sport (17.30 Uhr), Kriens - Schaffhausen (17.30 Uhr).
Sonntag, 1. März: Vaduz - Winterthur (15.00 Uhr).

Im Video: Ciriaco Sforza findet klare Worte

 
«Wir haben dem FC Chiasso die drei Punkte geschenkt», sagt der FC-Wil-Trainer im Interview mit hallowil.ch

_______________________________________________________________________________

Der Liveticker:

Das soll es gewesen sein aus dem Tessin. Ein schöner Fastnachts-Samstag-Abend sei gewünscht. Vielen Dank für das Interesse an diesem Liveticker und bis bald auf hallowil.ch. Huh ä Lotsch.

Weiter geht es für den FC Wil am kommenden Samstag, 29. Februar. Auf das Schlusslicht folgt der Leader. Auch vom Heimspiel gegen de FC Lausanne-Sport wird hallowil.ch mit einem Liveticker berichten. Spielebeginn ist um 17.30 Uhr.

Schlussfazit: Was für ein schwacher Auftritt des FC Wil. Wie schon in der Vorwoche gegen den FC Schaffhausen kommt er kaum zu Torchancen. Er verliert verdient mit 0:2, weil Chiasso in der ersten Halbzeit besser war und nach der Pause defensiv gut stand - und bei ihm zu wenig zusammenstimmte. Die Zahlen der Wiler sind mittlerweile einfacher nur noch schlecht. Fünf Spiele sind seit der Winterpause gespielt, gerade mal ein Punkt hat resultiert. Seit über fünf Stunden haben die Wiler nicht mehr getroffen. Der Auftritt in Chiasso ist ein Tiefpunkt. Denn es handelt sich ja immerhin um den abgeschlagene Tabellenletzten der Liga. Einmal mehr hilft ihm der FC Wil auf die Beine.

Schlusspfiff im Riva IV: Der FC Wil verliert gegen den FC Chiasso mit 0:2.

92. Minute: Chiasso wird den ersten Sieg seit November landen, seit dem 4:1 in … Wil.

91. Minute: Drei Minuten Nachspielzeit werden angezeigt.

90. Minute: Noch ein Wechsel bei den Platzherren: Dixon wird vom Feld geklatscht und durch Iberdemaj ersetzt.

89. Minute: Weit und breit keine Torchancen des FC Wil.

87. Minute: Chiasso wechselt nochmals: Gamarra hat etwas verfrüht Feierabend und wird durch Epitaux ersetzt.

86. Minute: Gute Chance. Natürlich für Chiasso. Gamarra mit einem Schuss vo nahe der Strafraumgrenze. Aber knapp am rechten Pfosten vorbei.

85. Minute: Mal wieder Chiasso: Bahloul mit einem Freistoss aus gut 20 Metern. Der geht aber doch rund zwei Meter drüber.

82. Minute: Gelb für Abedini für ein Foul. Der fehlt somit am nächsten Samstag gegen Leader Lausanne-Sport. Das war unnötig - und wohl mit Frust beladen. War nämlich nahe der Mittellinie.

81. Minute: Das Ding plätschert seinem Ende entgegen. Erstaunlich emotionslos seitens des FC Wil.

79. Minute: 500 Zuschauer sind heute dabei. Das ist so etwa Durchschnitt hier in Chiasso.

78. Minute: Chiasso wechselt ein zweites Mal: Kryeziu kommt für Almeida. Wieder gibt es warmen Applaus von der Tribüne für den Ausgewechselten.

76. Minute: Es fehlt den Wilern auch an Bewegung, um diesem biederen Gegner zuzusetzen.

74. Minute: Bald schon gehen wir in die Schluss-Viertelstunde, ohne das sich hier was Wichtiges täte. Chiasso beschränkt sich in dieser Phase darauf, hinten gut zu stehen. Und das genügt der schlechtesten Abwehr der Liga derzeit, um das zu Null zu halten.

72. Minute: Gelb für Chiassos Aliu. Und zwar für ein Foul an Silvio.

70. Minute: Somit ist es momentan ein Spiel fast ohne klare Möglichkeiten.

68. Minute: Das Spielgeschehen hat sich nun vorwiegend in die Hälfte der Tessiner verlagert. Aber weiterhin mangelt es an Hochkarätern für die Gäste.

66. Minute: Auch schon bald wieder die Hälfte dieser zweiten Hälfte ist rum. Ein Anschlusstreffer wäre interessant. Denn Chiasso wirkt nicht wirklich gefestigt.

65. Minute: Auch Chiasso tauscht: Huser kommt für Torschütze Cyzas. Das gibt viel Applaus.

64. Minute: Wechsel bei Wil: Fazliu geht raus und wird durch Krasniqi ersetzt.

60. Minute: Die Wiler sind jetzt besser im Spiel. Nun bräuchte es eigentlich nur noch Torchancen - und allenfalls gar Tore.

58. Minute: Da landet mal eine Padula-Flanke nicht beim Gegner - sondern in Behind.

55. Minute: Es bleibt dabei: Der letzte Ball kommt nicht. Aber diesen Satz habe ich mittlerweile in der Zwischenablage gespeichert.

53. Minute: Die Wiler haben nun immerhin mehr den Ball als der Gegner.

51. Minute: Gelbe Karte für Aquaro, der seinen Ellenbogen ins Gesicht von Silvio setzt.

50. Minute: Hier ist die erste echte Chance des FC Wil. Bezeichnenderweise ist es ein Chiassesi, der für Wil die Chance hat. Aquaro lenkt einen Ball ab, der ganz knapp am linken Pfosten vorbei geht. Der Corner bringt dann nichts ein.

49. Minute: Zum wiederholten Mal bringt Padula eine Flanke nicht am Gegner vorbei.

48. Minute: Die ersten paar Augenblicke in Halbzeit zwei gehören wieder den Tessinern. Gefahrlos.

46. Minute: Doppelwechsel beim FC Wil. Silvio kommt für von Moos. Und Ndau ersetzt Captain Muntwiler.

46. Minute: Das Spiel läuft wieder.

Die Mannschaften kehren zurück. Gleich geht es weiter. Sehen wir nun eine Wiler Reaktion?

Pausenfazit: Die Führung der Tessiner geht absolut in Ordnung und wird von den wenigen Zuschauern mit Applaus verdankt. Chiasso war die bessere Mannschaft, was das Schuss-Verhältnis klar unterlegt: 10:3-Abschlüsse für die Gastgeber. Von den Wilern war nichts Nennenswertes zu notieren. Und wären die beiden Pfostenschüsse der Chiassesi auch noch drin gewesen, könnten wir jetzt schon auf die Heimreise.Und das gegen das abgeschlagene Schlusslicht der Liga. Den Wilern will und will es einfach nicht gelingen, zu Torchancen zu kommen. Gepaart mit eklatanten Fehlern ergibt sich das aktuelle Zwischenergebnis. Man kann sich kaum vorstellen, wie diese Mannschaft ins Spiel finden soll. Aber im Fussball ist ja bekanntlich alles möglich und 2:0 ein trügerisches Ergebnis. Tönt schon verdächtig nach dem Prinzip Hoffnung. Silvio läuft sich ein.

Pausenpfiff im Riva IV: Der FC Wil liegt zur Pause gegen den FC Chiasso mit 0:2 zurück.

45. Minute: TOOOOOR für den FC Chiasso durch Cyzas zum 2:0. Nach diesem Corner kommt Cyzas zum Kopfball und trifft in die linke Ecke zum 2:0. Au weiah ...

45. Minute: Chiasso ist da effektiver: Rossini versucht es mit einem Abschluss. Aber dieses Mal ist Mossi auf er Höhe. Corner.

43. Minute: Schmid versucht es aus der Distanz. Das waren gut und gerne 30 Meter. Aber doch weit drüber. Eine erste Chance ist halt auch das nicht.

43. Minute: Tja, ich würde gerne von Wiler Chancen berichten. Aber da stimmt einiges nicht zusammen. Die Gäste sind viel zu passiv.

41. Minute: Die Wiler sind mit dem knappen Rückstand gut bedient. Wieder Chiasso: Cyzas versucht es volley. Doch da fehlt ein ganzes Stück.

39. Minute: Wieder Pfostenschuss Chiasso! Es ist ein Abschluss von Almeida, der nicht gefährlich aussieht. Doch Mossi lässt den Ball über die Hand gleiten. Gestänge. Viel Glück für die Wiler.

37. Minute: Eine symptomatische Szene: Da sah es mal gut aus und die Wiler spielten flüssig über rechts. Duah kommt dann zum Flanken. Doch dieser fehlt es an Überzeugung. Es gibt einen Konter. Doch Kamberi hat aufgepasst.

35. Minute: Nun auch die erste Verwarnung für einen Wiler: Es trifft Captain Muntwiler wegen eines hohen Beines gegen Almeida im Halbfeld.

33. Minute: Durchaus erstaunlich ist, dass die harmlosen Wiler schon fünfmal ins Offside laufen konnten.

31. Minute: Aber auch da entwickelt sich keine Gefahr.

31. Minute: Zweiter Corner für den FC Wil.

29. Minute: Der FC Wil ist jetzt übrigens seit genau 240 Minuten ohne Torerfolg. Vier Stunden ...

27. Minute: Da verssucht es Padula über links, bleibt dann aber nahe der Grundlinie hängen. Auch das ist nicht die erste Chance des FC Wil beim abgeschlagenen Tabellenletzten.

24. Minute: Ein Viertel des Spiels rum. Und die Wiler sind hier noch nicht richtig angekommen. Eine echte Reaktion ist bisher nicht erfolgt. Von den Gästen wird trotz holprigem Rasen gar oft der hohe Ball gespielt.

22. Minute: Rohner muss vor Martignoni zum Corner klären. Dieser scheint zuerst ungefährlich zu sein. Doch dann tunnelt Conus Wils Fazliu. Doch dann knapp rechst vorbei.

20. Minute: Die Führung von Chiasso ist übrigens durchaus verdient. Den Wilern gelingt es bisher auch heute nicht, für Gefahr im gegnerischen Strafraum zu sorgen. Das ist ja schon über weite Strecken der Rückrunde eines der grössten Probleme der jungen Äbtestädter.

18. Minute: Erste gelb Karte des Spiels: Es trifft Conus nach einem Foul an Duah nahe der Seitenauslinie.

15. Minute: TOOOOOR für den FC Chiasso durch Bahloul zum 1:0. Da macht Ex-Chiasso-Goalie Mossi eine schlechte Figur. Eine Flanke von rechts unterläuft er komplett. Der Kopfball von Bahloul holpert dann neckisch an den linken Pfosten und trudelt von dort ins Tor. Die Torflaute von Chiasso ist nach 195 Minuten vorbei. Jene von Wil dauert jetzt schon 227 Minuten.

13 .Minute: Auf einen gefährlichen Wiler Abschluss warten wir noch.

10 Minute: Gleich wieder die Hausherren mit einer Top-Chance: Nach einem Corner von rechts kommt Cyzas am nahen Pfosten frei zum Kopfball. Und das aus drei Metern Distanz. Doch Mossi kriegt grade noch die Fäuste hoch.

9. Minute: Pfostenschuss von Chiassos Bahloul! Er zieht von der rechten Strafraum-Ecke ab und trifft das Gestänge. Ui ...

7. Minute: Duah versucht es direkt und über die Mauer. Aber da hat Goalie Guarnone genug Zeit, um zu verschieben und den Ball zu halten. Der war zu wenig wuchtig, dieser Abschluss.

6. Minute: Freistoss Wil aus rund 27 Metern.

6. Minute: Es ist ein Abtasten bisher. Noch keine Vorteile für eines der beiden Teams.

4. Minute: Sechs Fans aus Wil sind mitgereist. Die seien mal freundlich gegrüsst. Gruess, Gruess, Gruess, Gruess, Gruess, Gruess.

2. Minute: Das erste Schüsschen kommt von den Tessinern. Almeida versucht es zentral vor dem Tor. Aber weit daneben.

1. Minute: Das Spiel läuft. Auf geht's.

Zu den Klängen von "Chiasso, Chiasso, Goal, Goal" laufen die Mannschaften auf Feld. Also zumindest "Goal, Goal" wäre mir recht. Gleich geht es los mit FC Chiasso gegen den FC Wil. Viel Vergnügen.

Post inside
Die Wiler wärmen sich trotz milder Temperaturen natürlich ein.

Geleitet wird das Spiel von Berner Super-League-Schiedsrichter Alessandro Dudic.

Der FC Chiasso strebt mit dieser Elf in einem 3-1-4-2-System den ersten Sieg des Jahres an: Im Tor ist Guarnone. Die Abwehr bilden von rechts her gesehen Captain Martignoni, Aquaro und Conus. Defensiver Mittelfeldspieler ist Aliu. Das Mittelfeld bilden von rechts nach links Dixon, Bahloul, Cyzas und Gamarra. Die beiden Stürmer sind Almeida und Rossini. Neun Spieler sind bei Chiasso auf der Verletztenliste, Hajrizi ist gesperrt.

Kommen wir zu den Mannschaftsaufstellungen. Der FC Wil beginnt in einem 4-2-3-1-System mit Ex-Chiasso-Goalie Mossi im Tor. Die 4er-Abwehr bilden von rechts nach links Rohner, Kamberi, Schmied und Schmid. Defensiver Mittelfeldspieler ist Abedini. Im Mittelfeld laufen von rechts her gesehen Padula, Captain Muntwiler, Fazliu und Duah auf. Einziger Stürmer ist von Moos. Fazliu hat sich von seiner Zerrung erholt und ist nach zwei Spielen wieder dabei. Alle drei Ex-Chiasso-Spieler Mossi, Abedini und Padula sind in der Startformation.

Hoffen wir mal, dass die Statistik lügt. Denn diese deutet auf ein torarmes Spiel hin, um es mal positiv zu formulieren. Beide Teams haben am vergangenen Wochenende 0:0 gespielt. Dörfs äs bitzeli meh sii?

Der FC Wil hat doppelt so viele Punkte auf dem Konto wie sein heutiger Gegner. Heisst auch: Mit dem Abstieg werden die Wiler selbst dann höchstwahrscheinlich nichts zu tun haben, wenn sie heute verlieren sollten. Für den FC Chiasso ist es aber bereits ein Spiel der letzten Chance. Aus ihrer Sicht gedacht: Wenn es auch gegen die angeschlagenen Wiler nicht reicht, gegen wen dann? Aus Äbtestädter Sicht gedacht: Gelingt heute der Befreiungsschlag? Wenn nicht gegen das Schlusslicht, wann dann?

Fastnacht ist’s in Wil. Und wahrscheinlich nicht verkehrt, dass der FC Wil heute auswärts spielt. Womöglich gäbe es sonst nach dem missratenen Rückrunden-Start in der Challenge League mit nur einem Punkt aus vier Spielen den einen oder anderen Spruch zu hören. Nun aber ist die Wiler Entourage an der südlichen Landesgrenze angelangt, wo heute das Auswärtsspiel gegen Schlusslicht Chiasso ansteht. Herzlich willkommen aus dem vorfrühlingshaften Tessin und dem Stadio Riva IV zum Spiel der 23. Runde zwischen dem FC Chiasso und dem FC Wil. Mal schauen, wer hier wen zum Narren hält. Simon Dudle tickert durch den Vorabend.

_______________________________________________________________________________

Die Vorschau:

Der FC Wil hat doppelt so viele Punkte auf dem Konto wie der FC Chiasso. Und trotzdem würde es nicht erstaunen, wenn sich im Stadio Riva IV ein Spiel auf Augenhöhe ergäbe. Beide Teams suchen seit geraumer Zeit den Befreiungsschlag. Sie sagen von sich, in den vergangenen Spielen kaum gepunktet zu haben, obwohl man wiederholt nicht die schlechtere Mannschaft war. Der FC Chiasso erspielte sich am vergangenen Sonntag auswärts beim auf dem Barrage-Platz klassierten FC Vaduz 17:8-Torschüsse zu seinen Gunsten und wäre beim torlosen Remis der verdiente Sieger gewesen, so es einen gegeben hätte. Den Grasshoppers trotzte die Squadra rosso blu von Trainer Alessandro Lupi ein Remis ab. Beim FC Winterthur verlor man nur, weil deren Torhüter Raphael Spiegel mit einem Auskick den entscheidenden Treffer machte.

Auch beim FC Wil fehlte zuweilen nicht viel. Man war im laufenden Jahr mit allen Gegnern auf Augenhöhe, liess aber die nötige Durchschlagskraft in letzten Sektor und vor allem die Effizienz vermissen. So verwundert es nicht, dass die beiden Teams dieses Jahr noch nicht gewonnen haben. Die Tessiner holten ihren letzten Vollerfolg ausgerechnet im Auswärtsspiel gegen den FC Wil am 9. November. Es war jene denkwürdige Partie, als die Wiler ab der 17. Minute in Unterzahl spielen mussten, am Schluss nach zwei weiteren Platzverweisen noch zu acht auf dem Feld standen und eine 1:4-Klatsche kassierten. Zu fragen ist auch, wer seine Tor-Impotenz ablegen kann. Während Chiasso seit genau 3 Stunden auf einen Treffer wartet, tut es der FC Wil seit 3 Stunden und 32 Minuten.

Die Wiler:

Die junge Äbtestädter Mannschaft hat in den vergangenen vier Monaten nur noch einen Sieg geholt. Auswärts stand zuletzt fünfmal die Null – und zwar auf dem Punktekonto. Es wäre also Zeit für einen Befreiungsschlag, zumal die Gegner danach Lausanne-Sport, Aarau, Winterthur, Grasshoppers und Kriens heissen. In Chiasso dürfte zentral sein, die nötige Geduld an den Tag zu legen und auch nicht zu verzweifeln, wenn es lange Unentschieden stehen sollte. Nur in Ausnahmefällen ergibt sich an der südlichen Landesgrenze ein attraktives Spiel, was zuweilen auch an einem meist destruktiv auftretenden Gegner liegt.

Markant ist, dass in den vergangenen Monaten gleich drei Spieler zum FC Wil gewechselt haben, die vor noch nicht allzu langer Zeit für den FC Chiasso im Einsatz standen: Goalie Anthony Mossi sowie die Mittelfeldspieler Andrea Padula und Eris Abedini.

Die Chiassesi:

Zum Glück kommt der FC Wil, werden sie sich im Tessin sagen. Den mit den Äbtestädtern verbindet der FC Chiasso manch gute Erinnerung. Neben dem bis dato letzten eingefahrenen Sieg in der Meisterschaft – eben jenes 4:1 in der IGP-Arena im November des Vorjahrs – haben die Tessiner in Wil im vergangenen Mai in extremis den Ligaerhalt geschafft. Dies dank einer Wende der Partie in der Schlussphase und Schützenhilfe des FC Aarau. Dieses Jahr würden aber selbst zwei Siege gegen Wil nicht zum Ligaerhalt reichen. Schon zehn Punkte beträgt die Differenz zum Vorletzten FC Schaffhausen. Ein Sieg gegen Wil ist also aus Tessiner Sicht Pflicht.