Rund zwei Stunden vor Spielbeginn fällte Schiedsrichter Alain Bieri den Entscheid: Es geht nicht. Zu viel Schnee auf der Pontaise. Das auf Freitagabend angesetzte Auswärtsspiel des FC Wil gegen Stade Lausanne-Ouchy musste kurzfristig verschoben werden. Die Wiler Mannschaft war zu jenem Zeitpunkt bereits in Lausanne und musste unverrichteter Dinge wieder auf die Heimreise, nachdem der Car-Chauffeur seine Pflicht-Pause gemacht hatte.

Detail am Rande: Würde Stade Lausanne-Ouchy seine Heimspiele im eigentlichen Heimstadion in Lausanne-Vidy direkt am Genfersee austragen, hätte gespielt werden können. Während am Freitagabend in Lausanne unten am See in Ouchy Schneeregen fiel und nicht ansetzte, war es oben auf dem Hügel bei der Pontaise weiss. Stade Lausanne-Ouchy spielt nicht im eigenen "Stadiönli", weil dieses den Anforderungen des Profifussballs nicht genügt.

Das Spiel soll nun am Dienstag, 22. Dezember stattfinden und um 18.15 Uhr angepfiffen werden - auf der Pontaise.

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Zwischenstopp der Wiler Delegation in Lausanne, Stade Olympique. Es waren die Winterspiele. 

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Die Vorschau:

Nachdem der FC Wil vergangene Woche dem Liga-Krösus GC zwei Punkte abgenommen hat, wartet nun der Vergleich mit der bisher positiven Überraschung dieser Saison. Das ist der FC Stade Lausanne-Ouchy, der in der zweiten Spielzeit nach dem Aufstieg nichts wissen will von einer «schwierigen Saison der Bestätigung». Die Waadtländer sind nichts anderes als der erste Verfolger von Leader GC. Dass die Lausanner so weit oben stehen, kommt überraschend. Dass sie aber eine gute Saison spielen, ist die logische Konsequenz einer Weiterentwicklung der Mannschaft.

SLO, wie der Klub abgekürzt genannt wird, ist robust und trotzdem auch spielstark. Mit zwölf Gegentoren in elf Spielen stellt das Team von Trainer Meho Kodro die beste Abwehr der Liga. Zudem ist die Mannschaft mit einigen Routiniers ausgestattet. Goalie João Barroca, die Verteidiger Christopher Routis und Unai Albizua, die Mittelfeldspieler Andy Laugeois und Andrea Mutombo sowie Stürmer Michael Perrier sind alle schon 30 oder älter. Zum Vergleich: Bei den Wilern hat einzig Captain Philipp Muntwiler hat die 30er-Grenze schon überschritten.

Der FC Wil und die ungeliebte Pontaise

Und auch die Formkurve von SLO stimmt. Zuletzt wurden Kriens und Absteiger Xamax auswärts besiegt, ohne einen Gegentreffer zu kassieren. Das führte dazu, dass die Waadtländer momentan Leader in der Auswärtstabelle sind. In der Fremde wurden schon drei Punkte mehr geholt als im heimischen Stadion. Apropos heimisches Stadion: Gespielt wird im Gegensatz zur vergangenen Saison nicht mehr im Exil von Nyon, sondern in Lausanne – und trotzdem nicht im Heimstadion in Vidy. Dieses genügt den Anforderungen des Profifussballs nicht. Die Lausanner haben sich in der Pontaise eingemietet – und sind dort seit kurzem allein, da Stadtrivale Lausanne-Sport am vergangenen Sonntag im neuen Stade de la Tuilière unweit der Pontaise eingezogen ist.

So müssen die Wiler also ein weiteres Mal in die ungeliebte Pontaise. Noch gar nie haben sie es geschafft, dort ein Auswärtsspiel gegen Lausanne-Sport zu gewinnen. In der ganzen Vereinsgeschichte nicht. Was nicht heisst, dass die Wiler noch nie gewonnen hätten in der Pontaise. Ein einziger Vollerfolg steht zu buche. Es war im April 2010 ein 1:0-Auswärtssieg gegen de FC Le Mont Lausanne, der damals in der Challenge League spielte und ebenfalls Gastrecht auf der Pontaise genoss.

Alex Frei erhält oberstes Trainer-Diplom

Da aber in der Challenge League jeder jeden besiegen kann, reisen die Wiler keineswegs chancenlos an den Genfersee. Dass SLO durchaus in Reichweite liegt, hat das «Hinspiel» gezeigt. Hätte Maren Haile-Selassie in der Schlussminute den Ball ins statt ans Tor gesetzt, wäre der Heimsieg Tatsache gewesen und man müsste nun nicht von acht sieglosen Spielen in Folge berichten. Die Wiler werden auch den Rahmen annehmen müssen. Bei regnerischem Wetter, kalten Temperaturen und keinen Zuschauern im grossen, weiten Leichtathletik-Stadion wird es gegen einen unangenehmen Gegner einiges brauchen, um hinterher nicht sagen zu müssen, man sei nun schon ein ganzes Meisterschafts-Viertel ohne Sieg.

Gute Kunde kam unter der Woche von Trainer Alex Frei. Er hat das UEFA-Pro-Diplom in Empfang nehmen dürfen. Es handelt sich um die oberste Stufe in der Trainerausbildung des Schweizerischen Fussballverbandes.

hallowil.ch berichtet heute Freitag ab 19 Uhr an dieser Stelle mit einem Liveticker aus der Lausanner Pontaise vom Spiel FC Stade Lausanne-Ouchy gegen den FC Wil.