So richtig grün ist es eigentlich nur am Hang gegenüber der Skipiste. Denn, so erklärt Skilift-Genossenschaftspräsident Hari Wagner, hält sich der Kunstschnee jeweils noch lange, auch wenn die Temperaturen schon einige Tage lang weit über dem Gefrierpunkt sind. «Das Problem liegt darin, dass wir nicht mehr beschneien können und so mussten wir leider den Betrieb vergangene Woche wieder einstellen.» Hari Wagner blickt – Stand jetzt – auf acht Betriebstage zurück. «Insbesondere am ersten Wochenende war uns ein grosser Erfolg beschieden. Rund 600 Schneesportler war zugegen und lösten ein Billett. Auch zahlreiche Schlittler und Winterwanderer waren unterwegs.» Wagner hat Freude, wenn er immer wieder auch Heimweh-Oberwangener begrüssen kann. «Was gibt es Schöneres, als auf unserer heimischen Piste dem Schneesport zu frönen. Für Viele ist es immer wieder wie ein «Heimkommen», wenn sie uns besuchen. Darunter sind Gäste aus der ganzen Region, weit über unsere Gemeinde- und gar Kantonsgrenzen hinaus, oder auch aus dem nahen Ausland, reisen sie daher.»

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Sobald die Temperaturen wieder sinken, wird der Hang wieder beschneit. Hari Wagner verspricht, dass sobald es wieder Schnee gibt und es die Verhältnisse zulassen, der Skilift wieder in Betrieb genommen wird. Dass der Skiliftbetrieb überhaupt über all die Jahre ermöglicht wird, sei den Sponsoren und Helfern zu verdanken. «Aktuell können wir auf rund 50 helfende Freiwillige zählen. An einem Betriebstag stehen nämlich sieben bis acht Personen im Einsatz, sei das am Lift, beim Ponylift, im Arosastübli, oder im Pistendienst», sagt der Präsident. Wenn die Schneekanonen zum Einsatz gelangen, sind es noch einmal einige junge Helfer, die die Kanonen nächtelang bedienen. So bleibt die Hoffnung, dass es noch einmal Winter wird, damit die «Beschneier» wieder Arbeit haben. Um den Skilift Oberwangen sei mittlerweile eine riesige Fangemeinde entstanden, erklärt Wagner. «Auch die Genossenschaft wächst ungebremst. Aktuell zählt diese rund 1100 Genossenschafter», sagt Wagner, der das Präsidium 2009 übernommen hat.» Eine lange Zeit für einen Präsidenten. Auf die Frage, woher er seine Motivation dazu nimmt, sagt er ohne zu zögern, dass die vielen glücklichen und zufriedenen Gäste zu spüren, Grund genug seien, um weiter zu machen.

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Für den Betrieb am Skilift in Oberwangen kann auf rund 50 Helferinnen und Helfer zurückgegriffen werden. Im Bild von links: Genossenschaftspräsident Harald Wagner, Helfer Peter Kammermann und die neue Arosastübli-Wirtin Heidi Straub.


Gemütlichkeit im Arosastübli

Jeden Freitagnachmittag öffnet das Arosastübli, ganz egal, ob Ski gefahren wird oder nicht. Denn, und das bestätigt die neue Wirtin Heidi Straub, habe sich das Stübli seit dem unlängst stattgefundenen «Appenzellerabend» als kleiner Hotspot der guten Laune entwickelt. «Da hatten wir volles Haus und eine ungemein gute Stimmung. In solchen Momenten bin ich natürlich froh, kann ich auf ein erfahrenes Team im Vor- und Hintergrund zurückgreifen.» Fondue, Grilladen, eine köstlich-warme Suppe, Punsch, Kaffee oder Glühmost, seien sehr beliebt, bei den Wintersportlern im Hinterthurgau. «Die Schwierigkeit liegt indes in der Vorbereitung. Man weiss nie, wie viele Gäste kommen und wie viel Hunger und Durst sie mitbringen werden, denn bei uns ist immer alles frisch», sagt Straub lachend.

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Im Arosastübli lässt es sich gut auf den Schnee warten. Von links: Wirtin Heidi Straub, Genossenschaftspräsident Hari Wagner und die beiden Helfer Peter Kammermann und Carlo Dal Zotto.


Faktoren für eine gute Piste

Während 20 Jahren und bis im Jahr 2019 war Paul Koller für die Pisten zuständig. Jahr um Jahr sorgte er für die Skifahrer und Snowboarder für hervorragende Bedingungen. Abgelöst wurde er von Beat Sprunger. Er trat sofort in die grossen Fussstapfen, die sein Vorgänger hinterlassen hat und weiss, was es braucht, um perfekte Bedingungen zu schaffen. «Viele Faktoren spielen hierfür mit. Unabdingbar sind dabei natürlich kalte Temperaturen.» Bis zu 40 Zentimeter Schneedicke, schafften es Sprunger und sein Team für die bisherigen Betriebstage. «Es macht Spass, auch, weil mein Pistenteam äusserst motiviert ist und keine Nachteinsätze scheut», sagt Sprunger augenzwinkernd.