Die Kulturschaffenden trifft die Situation rund um das Coronavirus mit voller Wucht. Grossveranstaltungen wie die Openair Rock am Weier oder die Wiler Weinstrasse sind bereits abgesagt. Nach dem Bundesrats-Entscheid von Donnerstag wurde nun auch das Köhler-Fest auf der Hochwacht bei Sirnach von Juni verschoben – um ein Jahr. Dies teilt der Veranstalter auf der eigenen Homepage mit. Im Rahmen eines über zweiwöchigen Festes soll das uralte Köhlerhandwerk wieder in Erinnerung gerufen werden. Neu soll es zwischen dem 11. und dem 27. Juni 2021 stattfinden.

Je länger je mehr wird klar, dass es wohl diesen Sommer kaum Grossanläse geben wird, an der sich die Gesellschaft trifft. Dies zeichnet sich ab, obwohl der Bundesrat am Donnertag noch kein explizites Verbot für Grossveranstaltungen erlassen hat. Genau so betroffen ist die Kleinkunst, da derzeit alle Veranstaltungen abgesagt werden müssen. Das dürfte ich so schnell nicht ändern.

Unterstützung auch bei Absage

Die regionale Kultur-Dachorganisation «Thurkultur» hat nun einen solidarischen Entscheid gefällt. Die bereits zugesicherten Beiträge für das Jahr 2020 sollen unbürokratisch ausbezahlt werden, auch wenn die Veranstaltung abgesagt oder verschoben werden muss. Dies teilt Thurkultur auf der eigenen Homepage mit. Damit soll das kulturelle Leben in der Region unterstützt werden. Veranstalter haben eine Zusammenstellung der bereits angefallenen Kosten an Thurkultur zu übermitteln, um das Geld zu bekommen.

Zudem können beim Kulturamt Thurgau oder beim Amt für Kultur des Kantons St. Gallen Gesuche für Ausfallentschädigungen sowie für Soforthilfe eingegeben werden.

Wuppenau als 22. Mitglied

Thurkultur ist von den Auswirkungen des Coronavirus auch selbst betroffen. Die auf den 6. Mai angesetzte Hauptversammlung musste abgesagt werden. Nun können sich die Mitglieder in schriftlicher Form zu den Ereignissen des Jahres 2019 äussern. Blickt Thurkultur-Präsident David Zimmermann auf das vergangene Jahr zurück, so ist er «erfreut» und «überrascht» zugleich. Erfreut, weil zu Jahresbeginn 2019 mi der Gemeinde Wuppenau ein 22. Mitglied aufgenommen werden konnte. Überrascht ist Zimmermann, dass die Anzahl Gesuche um finanzielle Unterstützung im Jahr 2019 zurückgegangen ist – von 131 auf noch 124. «Es wird aber ersichtlich, dass die 124 Gesuche mit höheren Beiträgen ausgestattet werden konnten. Die Gesuche sind gehaltvoller geworden. Ein Rückgang der Gesuchszahl bedeutet daher nicht zwangsläufig, dass die regionale Kultur weniger aktiv ist. Es bedeutet viel mehr, dass die Gesuche an Gehalt zugenommen haben», sagt Zimmermann.

Zu vermelden ist noch ein Wechsel im Vorstand von Thurkultur. Dora Hadorn, die seit der Thurkultur-Gründung zu Jahresbeginn 2012 dabei ist, tritt per 6. Mai zurück und wird durch Renate Graf ersetzt. Eine Uzwiler Gemeinderätin wird somit eine Uzwiler Gemeinderätin ersetzen.