Aufgrund der aktuellen Corona-Situation entschieden sich der Verwaltungsrat und die Bankleitung der Raiffeisenbank am Bichelsee, die geplante Generalversammlung und die Raiffeisenfeste abzusagen und eine schriftliche Abstimmung gemäss der Covid-19-Verordnung des Bundesrates durchzuführen. Sämtliche Mitglieder der Raiffeisenbank am Bichelsee waren eingeladen, ihre Stimmen zu den einzelnen Geschäften bis zum 27. Mai 2020 schriftlich abzugeben.

1479 Genossenschafter nutzten die Möglichkeit, an der Abstimmung teilzunehmen. Die Stimmbeteiligung war somit höher als an einer Generalversammlung. Allen Anträgen des Verwaltungsrates wurde mit grosser Mehrheit stattgegeben. Die Bilanz- und Erfolgsrechnung sowie die Verzinsung der Anteilscheine zu sechs Prozent wurden gutgeheissen und die Organe wurden entlastet. Auch die Ersatzwahl in den Verwaltungsrat fiel eindeutig aus. Anastasios Antonopoulos wurde für die verbleibende Amtsdauer bis 2021 für den ausscheidenden Beat Imhof ins Gremium gewählt.

Ebenso wurde die beantragte Statutenänderung mit fast 87 Prozent der Stimmen angenommen. Das qualifizierte Mehr von zwei Drittel der abgegebenen Stimmen wurde deutlich übertroffen. Die Änderungen beinhalten sowohl die Aufnahme einer Präambel in die Statuten, als auch Bestimmungen zur Wahl des Vertreters der Raiffeisenbank bei der Generalversammlung von Raiffeisen Schweiz, die Verankerung des Antrags- und Traktandierungsrechts sowie die Möglichkeit von Blankoausleihungen. (pd/red)

_______________________________________________________________________________

So ist das Geschäftsjahr 2019 verlaufen (5.2.20)

Die Raiffeisenbank am Bichelsee ist bekanntlich die Urbank der Schweizer Raiffeisengruppe. Die Kasse wurde kurz vor Weihnachten 1899 durch eine engagierte Gruppe von Personen unter der Leitung von Pfarrer Johann Evangelist Traber gegründet. Pfarrer Traber war Präsident und Aktuar des Vorstandes, der Lehrer Knecht war Präsident des Aufsichtsrates und der Sticker Köchli war Kassier: Ein Pfarrer, ein Lehrer und ein Sticker haben die erste Raiffeisenkasse der Schweiz ins Leben gerufen. Die Bank hiess Spar- und Darlehenskassenverein Bichelsee und basierte auf dem genossenschaftlichen Raiffeisensystem, das von Friedrich Wilhelm Raiffeisen im Jahr 1849 im Westerwald, Deutschland entworfen wurde.

Die erste orientierende Versammlung fand am 3. Dezember 1899 statt, am 17. Dezember folgte die zweite Beratung. Das offizielle Gründungsprotokoll trägt das Datum vom 21. Dezember 1899. Die Gründung fand im Schulhaus Balterswil statt, die erste Kasse war im Loh (oberhalb Bichelsee-Balterswil) angesiedelt. Die treibende Kraft, Johann Traber, war Pfarrer in Bichelsee. Er wohnte im Pfarrhaus Bichelsee, das heute noch besteht. Auch Raiffeisen Schweiz, das Dienstleistungs- und Koordinationszentrum der Raiffeisenorganisation wurde durch Pfarrer Traber und seine Mitstreiter gegründet. Das 125-Jahr Jubiläum der Urbank der Schweizer Raiffeisengruppe soll im Jahr 2024 gebührend gefeiert werden.

«Gute Wachstumsraten»

«Im Jubiläumsjahr 2019 wurde die Bilanzsumme von 894 Millionen Franken erreicht. Die Kundengelder sind auf 677 Millionen Franken angewachsen – dies entspricht einem Wachstum von 3,67 Prozent. Auch die Kreditvergabe hat sich erfreulich entwickelt, die Ausleihungen sind um 3,7 Prozent auf 773 Millionen Franken angestiegen», erklärt der Bankleiter der Raiffeisenbank am Bichelsee, Ruedi Bleichenbacher. Der Hauptanteil der Kredite wurde in Form von Hypotheken an Private gesprochen. Das Firmenkundengeschäft hatte auch im 2019 einen bedeutenden Anteil am Wachstum der Bank. Die Bank ist seit Jahren ein verlässlicher Partner der Firmen in der Region.

«Sehr gute Ertragslage»

In einer Medienmitteilung nennt die Raiffeisenbank am Bichelsee auch ihren Bruttoertrag, der im Jahr 2019 auf 11.8 Millionen Franken erreicht. Er habe gegenüber dem Vorjahr um 4,23 Prozent zugenommen. Sorgen bereite nach wie vor das Tiefzinsumfeld mit den Negativzinsen. «Der Bruttoertrag aus dem Zinsengeschäft ging trotz gutem Wachstum leicht zurück, die Zinsmarge ist seit Jahren unter Druck», heisst es in der Mitteilung weiter. Seit Einführung der Negativzinsen haben die Schweizer Banken laut einer aktuellen Studie bereits acht Milliarden Franken an die Nationalbank abgeliefert. Auch Raiffeisen hat Negativzinsen in grösserem Umfang an die Nationalbank bezahlt und tut dies immer noch. Im vergangenen Jahr sei die Börsenindizes ohne grössere Korrektur markant angestiegen. Dank den guten Rahmenbedingungen habe sich das Anlagegeschäft der Raiffeisenbank am Bichelsee sehr gut entwickelt. Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft sei um 7,9 Prozent gestiegen.

Neue Beratungsbank gut etabliert

«Die neue Beratungsbank in Eschlikon konnte sich gut etablieren: Die Kunden haben das neue Konzept positiv aufgenommen», teilt die Raiffeisenbank mit. Das italienische Restaurant «Il tiglio» als wichtiger Teil des Neubaus und neuen Konzeptes komme bei der Bevölkerung sehr gut an. Die Erträge aus der Vermietung der neuen Wohnungen hätten sich positiv in der Erfolgsrechnung ausgewirkt. Daniel Fischer, Leiter Beratung und Vertrieb, freut sich über diese Entwicklung: «Der Neubau in Eschlikon mit der Beratungsbank hat unsere Erwartungen übertroffen.»

Kostenkontrolle im Retailbanking wichtig

Der Geschäftsaufwand 2019 betrug 6,27 Millionen Franken (Vorjahr 6,45 Millionen Franken). Dies entspricht einem Rückgang des Aufwandes von 2,7 Prozent. Die Bankverantwortlichen sind mit dem Cost/Income Ratio von 53,2 Prozent zufrieden. Es mussten keine Rückstellungen und Verluste auf Kredite gebildet werden. Die Qualität des Kreditportfolios sei sehr gut, das Risikomanagement funktioniert. Nach Verbuchungen von hohen Abschreibungen für den Neubau konnte die Bank einen Geschäftserfolg von 4,32 Millionen Franken verbuchen. «Ein Grossteil des Gewinnes wurde für die Erhöhung der stillen Reserven verwendet: Es wurden vom freien Gewinn (Geschäftserfolg abzüglich Steuern und Verzinsung der Genossenschaftsanteile) 2,77 Millionen Franken in die Reserven gebucht. Dies stärkt die Eigenmittel der Bank und erhöht so zusätzlich die Sicherheit für Mitglieder und Kunden», heisst es in der Mitteilung weiter. Der verbleibende Jahresgewinn betrage 1,15 Millionen Franken (Vorjahr 1,2 Millionen Franken).

Generalversammlung und Raiffeisenfeste

Die Generalversammlung wird am Mittwoch, 25. März, in Bichelsee-Balterswil durchgeführt. Die zwei Raiffeisenfeste finden am Freitag, 27. März, gleichzeitig in Turbenthal und in Eschlikon statt. Geselligkeit, feines Essen und Trinken stehen bei den Festen im Vordergrund. Für Unterhaltung werden dieses Jahr der beliebte Radiomann und Stand-up-Comedian «de Chäller» sowie der Gewinner des 16. Swiss Comedy Awards Florian Rexer sorgen. (pd)