Rückblende: Die Bürgerversammlung vom November 2018 bewilligte einen hohen Kredit, um den eingedolten Hueberbach umzulegen. Sein alter Kanal zwischen Buecherwäldli und der Wiesentalstrasse ist am Ende der Lebensdauer. Der Bach sollte – so das damalige Projekt – auch weiterhin unterirdisch geführt werden, weil die Offenlegung nicht realistisch schien. «Der Bach kann und muss nicht offengelegt werden», hiess es damals in der Abstimmungsvorlage.

Und es geht doch…

Mehr als drei Jahre später – und nach verschiedensten Weiterbearbeitungen, Detailstudien, nach intensivem Hirnen, nach Hin und Her und nach Dialogrunden mit den Investoren, welche dort realisieren wollen, hat sich das Blatt gewendet. Was üblicherweise schier unmöglich ist, sollte hier funktionieren: Einen eingedolten Bach mitten im Siedlungsgebiet wieder ans Tageslicht zu holen, ihm seine ökologische Funktion zurückzugeben. Und damit auch einen hohen Mehrwert für die Siedlung zu schaffen. Und so ist die Bachoffenlegung und damit verbunden die Ökologisierung des Areals ein wichtiger Bestandteil des Entwicklungsvorhabens nahe am Uzwiler Zentrum. Die Bachoffenlegung geht dabei weit über das Areal hinaus, welches neu bebaut werden soll. Auch im Bereich des Buecherwäldlis soll der Hueberbach offengelegt werden. Und auch das längere Stück zwischen der Wiesentalstrasse und der Uze, welches heute ebenfalls im Kanal verläuft, soll künftig ein offener, munterer Bach werden. Dadurch können die Grün- und Gewässerräume beim Buecherwäldli und der Uze durch den Siedlungsraum miteinander vernetzt werden. Insgesamt ein ökologisches Vorzeigeprojekt mitten im Siedlungsgebiet. Quasi als Nebenwirkung – aber nicht minder wichtig: Die Bachoffenlegung führt zu einer deutlichen Entschärfung der Hochwassergefahr entlang des Baches.

Morbider Charme

Wer nach dem Restaurant Linde Richtung Buecherwäldli geht, wird auf der rechten Seite von einer morbiden, etwas verwahrlosten Situation begleitet. Überwucherte Vorgärten, Gebäude, an denen der Zahn der Zeit mehr als deutlich genagt hat, abgestellte Autos, wohl meist nicht mehr so ganz fahrtüchtig. Kurz: Eine Hinterhofatmosphäre, begleitet von übermächtigen, ausgewachsenen Rottannen, welche eigentlich in den Wald und sicher nicht ins Wohnquartier gehören. Ein Ort, der bei düsterem Wetter auch bedrückend wirken kann.

Attraktiver Wohnort

Die Planung, welche nun der öffentlichen Mitwirkung untersteht, zeichnet ein so ganz anderes Bild des Ortes. Entlang der Fichtenstrasse entstehen zwischen der Wiesentalstrasse und dem Kindergarten Fichte drei sorgfältig gestaltete Mehrfamilienhäuser. Der neu offen gelegte Bach führt attraktiv um sie herum. Ein Mehrfamilienhaus auf der gegenüberliegenden Bachseite ergänzt das Areal, es ist über die Tiefgarage mit den anderen Häusern verbunden. Auch ein öffentlicher Fussweg folgt dem offengelegten Bach. Im Areal sind lediglich einheimische Pflanzen vorgesehen, die Gebäude selber orientieren sich an einem hohen Standard, welcher über einen Sondernutzungsplan fixiert werden soll. Die Gebäude sollen im Minergie-Eco Standard gebaut werden. Das gewählte Volumen der Gebäude ergibt für die insgesamt 25 Wohnungen attraktive Wohnungsgrundrisse. Im Erdgeschoss des Gebäudes am Lindenkreisel ist ein Restaurant vorgesehen.

Auswirkungen aufs Strassennetz

Ursprünglich war geplant, die Gartenstrasse nicht mehr in die Fichtenstrasse zu führen. Sie sollte entweder abgehängt oder direkt in die Wiesentalstrasse geführt werden. Die Projektentwicklung hat hier zu einer besseren Lösung geführt, insbesondere für den Langsamverkehr im Quartier. Die Gartenstrasse führt auch künftig bis in die Fichtenstrasse, das letzte Teilstück wird aber verschmälert und als Einbahn ausgestaltet. Die Fahrt von der Gartenstrasse in die Fichtenstrasse bleibt möglich, der umgekehrte Weg nur für den Langsamverkehr. Und die Gartenstrasse wird in diesem Teilstück auch baulich zurückgenommen, sie tritt mehr als integrierte Umgebung der Häuser in Erscheinung.

Mitwirkung

Alle Interessen in einem solchen Entwicklungsprojekt unter einen Hut zu bringen, ist anspruchsvoll. Mit der vorliegenden Planung scheint das geglückt. Nächste Etappe auf dem Weg des attraktiven Entwicklungsvorhabens ist das Mitwirkungsverfahren. Vom 17. Juni bis 16. Juli ist die Bevölkerung eingeladen, zur Offenlegung des Hueberbaches, zu den Veränderungen an der Gartenstrasse und zum eigentlichen Arealentwicklungsvorhaben Fichtenstrasse, welches einen Sondernutzungs- sowie einen Teilzonenplan erfordert, sich vernehmen zu lassen. Am 22. Juni von 17 bis 19 Uhr findet im Gemeindehaus eine Informationsveranstaltung statt.

Die Planunterlagen sind unter http://www.uzwil.ch/mitwirkung abrufbar oder können im Gemeindehaus, Stickereiplatz 1, 9240 Uzwil, eingesehen werden. Ihre Hinweise zu den Elementen des Entwicklungsvorhabens richten Sie bitte vom 17. Juni bis zum 16. Juli:

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