In seinem lesenswerten «Vorwort» zum Schüelikatalog schreibt Ernst Dobler – ein Ur-Oberuzwiler - über seine Erinnerungen an die Anfänge dieses Fussballturniers. Er hebt darin auch dessen gesellige Seite hervor. Seit den Anfängen gilt: Je älter die Schülerinnen und Schüler, desto mehr sind Siege wichtig. Bei den Kleineren ist jedoch bei vielen einfach das Mitmachen wichtig, auch weil manche jeweils noch kaum wissen, in welches Tor jetzt der Ball reingehen soll.

Unsichere Wetterlage

Zu Beginn der Woche war für das Wochenende Dauerregen prophezeit worden. Doch dann zeigte sich der Freitagmorgen in strahlendem Sonnenschein. So heiss wie am Sommerfest der Musikgesellschaft MGBO musste es ja nicht unbedingt werden. Doch bereits zum Auftakt des regulären Spielbetriebs begannen sich Wolken aufzutürmen. Mitten im Spielbetrieb begann es zu tröpfeln es, bis sich die Himmelschleusen derart öffneten, dass die meisten unter ein schützendes Dach flüchteten. Der beliebte «Lehrermatch», um 18:30 an gesetzt, ging deshalb buchstäblich baden. Doch flexible Organisatoren finden immer eine Lösung. Am Samstag – der den ganzen Tag einfach nur sonnig war – gab es nach den regulären Spielen noch ein Zeitfenster dafür. Allerdings fehlten die skurrilen Kostüme bei der Lehrerschaft, wie man sie in früheren Zeiten oft zu sehen bekam. Vielleicht deshalb gewannen sie gegen die Schülerauslese, mussten allerdings auch ein Tor hinnehmen.

«Schüeli-Tanz»

Für viele ist das der Höhepunkt der ganzen Veranstaltung: Der «Schüeli-Tanz» der Kleinsten. Schon der farbenfrohe Einzug ist jeweils ein Spektakel. Diesmal strömten aus acht Kindergärten gut 150 teilweise fürchterlich aufgeregte Kinder in dennoch völlig geordneten Kolonnen auf die grosse Wiese hinter dem Oberstufenschulhaus Schützengarten. Und wie immer schauten sich die kleinen Buben und Mädchen nach ihren Liebsten um, winkten da und dort und vergassen manchmal fast, wo sie waren. Doch die Kindergärtnerinnen zeigten immer vor, was jetzt zu tun sei, sodass ein prächtig bewegtes Bild zu geniessen war. Wer gut zuhörte, bekam mit dem deutschen Lied «Alle Kinder haben Träume» auch eine wichtige Lektion mit auf den Weg. Ob man gut ist oder schlecht in irgendetwas, spielt für den Wert des Menschen keine Rolle.

Kindergartenprogramm

Für die «Grossen» ist an diesen beiden Tagen das runde Leder das Wichtigste, wenigstens für die meisten. Man darf nicht vergessen, dass es auch Buben und Mädchen gibt, die mit Fussball nichts am Hut haben. Für die Kinder im Kindergartenalter wird seit einigen Jahren immer ein spezielles Kinderprogramm angeboten. Diesmal trat Marius Tschirky auf, bekannt von «Marius und die Jagdkapelle». Den Mann muss man kaum mehr vorstellen. An vielen Festen unterhält er Gross und Klein mit seinen fantasievollen Auftritten.

Schon vor dem Erscheinen auf der Bühne hörte man ihn mit jemandem reden. Als er hervorkam, stellte er eine rätselhafte Kiste vor sich hin. Geheimnisvoll flüsterte er mit «denen da innen», ohne die zappligen Kinder genauer aufzuklären. Endlich liess er die Katze dann doch aus dem Sack. Er hatte einen Flohzirkus mitgebracht. Die Kinder wurden nun dazu angehalten, mit den Fingern wie ein Floh zu tanzen. Diese waren ganz dabei, schrien und kreischten und machten mit. Eine Stunde lang unterhielt und bändigte Marius die Kinderschar, holte sie bei ihrer Bewegungs- und Schreifreudigkeit ab und vergass nicht, auch einen kleinen Ausflug in etwas weniger anständige Gefilde zu machen.

Sein Sackmesser habe 37 Klingen, bluffte er. Nun erfand er für jede einzelne eine eigene Liedstrophe, dazu den passenden Refrain und vor allem das passende Geräusch. Die Kinder durften eifrig Vorschläge machen. Das forderte das Gehirn ganz schön. Dabei kamen auch Geräusche zur Anwendung, die Eltern oft auf die Palme bringen. Auch ein «Muskelkater» schlich durch den Singsaal der Oberstufe. Die Kinder machten mit grossem Eifer mit, liessen sich auf alle Mätzchen ein – die Hitze stieg im Singsaal. Später trat Tschirky nochmals auf, diesmal auf der «grossen» Bühne. Auch die grösseren Kinder sowie die vielen Erwachsenen genossen seine Darbietung.

Kreative Namensgebung

Beim Lesen der Teams stellte sich die Frage: Welche Namen haben sich die Teams denn diesmal ausgedacht? Ob «Fruitgirls» tatsächlich imstande sind, Goals zu schiessen? Auch allerlei Gemüse war auszumachen. Teams namens «Petersilie», «Maiskolben» oder auch «Schnittlauchs» rannten dem Ball nach. Manche wollten aber auch dem Gegnerteam mit ihrem Namen Angst einflössen, so etwa die «Schüelimonster» oder die «Schibeigingger». Dass letztere dann grad in ihrer Kategorie 6 – Oberstufe - gewannen, schien da nur logisch, wenn auch nicht unbedingt fair... Auch bei der Gestaltung der Leibchen hatten sich die Teams wieder grosse Mühe gegeben. Die Fantasie kennt glücklicherweise keine Grenzen.

Auftritte von einheimischen Schülerbands

Auch dieses Jahr trat die musikalische Jugend von Oberuzwil an der Schüeli auf, so der Jugendchor «Chupa Chups» mit seiner Leiterin Enid Münger, die es versteht, Teenager bei Laune zu halten, indem sie ihnen Lieder vorschlägt, die diese begeistern. Auch die «Founders» waren zu hören, eine Rock und Pop-Band mit Jugendlichen aus der Region. Die Formation hatte bereits eine Woche vorher am grossen Sommerfest der Musikgesellschaft Bichwil-Oberuzwil – MGBO – einen Auftritt gehabt, damals allerdings bei ganz anderen Temperaturen. Am Samstag spielte nach dem Schüelitanz die Jugendband. Mit solchen Auftritten wird Jugendlichen eine Plattform geboten, sich öffentlich zu zeigen. Da lohnt sich dann auch ein etwas vertieftes Üben.

Siegerehrung

Die Siegerehrung war für Speakerin Christine Lieberherr ein Kraftakt, war doch der Lärm der gespannt wartenden Schülerinnen und Schüler teilweise ohrenbetäubend. Und wie immer bei solchen Wettbewerben wurden die Sieger lautstark geehrt. Sympathisch war, dass auch viele hintere Ränge Preise bekamen. Siegen ist schön, aber Verlieren muss man auch können. Gerade an der Schüeli kann man dies lernen.

Unfallfreies Fest für alle

Laut Schüeli-Chef Pascal Germann gab es ausser ein paar Kratzern, welche vom Samariterposten nahe der Fussballwiese mit Pflästerli gemildert werden konnten, keine gröberen Verletzungen. Der Festbetrieb lief am Samstag auf Hochtouren. Vor den Essständen bildeten sich fast wie an der Expo 02 riesige Schlangen. Auch für Kaffee und Kuchen war gesorgt. Wie immer hatten fleissige Bäckerinnen oder Bäcker allerlei Gebäck vorbeigebracht. Und sollte es Kindern langweilig werden, gab es sowohl im Singsaal wie auch auf der roten Bahn neben dem Samariterposten unzählige Spiele, angeboten von der Ludothek. Erfreulich war auch, dass auf dem ganzen Festplatz kaum Littering zu sehen war. Das Abfallkonzept mit den stabilen Trinkbechern – mit einem Depot von Fr. 2.00 versehen – und vielen Abfallkübeln scheint angekommen zu sein. Die «Fetzlerklassen» hatten jedenfalls viel weniger zu tun als in früheren Jahren, als noch überall Becher und sonstige Abfälle herumlagen.

Im Hintergrund

Ein Grossanlass wie die Schüeli braucht viel Vorbereitung, minutiöse Planung und ein gut eingespieltes Mitarbeiterteam. Alle irgendwie im Schulbetrieb tätigen Personen – Lehrpersonen, Elternratsmitglieder, Hauswarte, Schulbehörden, Samariterverein, dazu einige Jugendliche – sind jeweils eingebunden. Sie schenken mit grossen ihrem Einsatz vielen Kindern und auch der Bevölkerung einen unvergesslichen Tag. Dies ist ein wertvoller Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Schüeli ist in Oberuzwil auch der einzige Grossanlass, an welchem ausländische und einheimische Familien gemeinsam feiern. Die Schüeli ist damit zu einem einzigartigen, unverzichtbaren Integrationsprojekt geworden.