Mit dem neuen Lehrplan sind die digitalen Medien definitiv in der Schule angekommen. «An unseren Primarschulen werden die Lehrpersonen aller Stufen in ihrer Medienunterrichtsplanung und Durchführung durch ausgebildete Kollegen unterstützt», informieren die Primarschulen Jonschwil und Schwarzenbach in der aktuellen Ausgabe von «Gemeinde Aktuell». Denn eine umfassende Schulung der digitalen Kompetenzen erfordere die Integration von Tablet und Smartphone in verschiedensten Fächern und Anwendungen: Die Schüler sollen wissen wie man Texte in einem «Word»-Dokument erstellt, im Internet recherchiert, Bilder bearbeitet oder mittels Filmaufnahmen Prozesse dokumentiert. «So lernen die Schüler fächerübergreifend», schreibt Ivo Kamm, Schulleiter Primarschulen, in einem Artikel der «Gemeinde Aktuell». Hier sei eine gute Koordination unter den Lehrpersonen erforderlich, um Doubletten und Lücken zu vermeiden. 

Doch wie soll die digitale Bildung konkret aussehen? Kindergartenkinder spielen Roboter und lassen sich antippen, um Schritte vorwärts zu gehen, zu drehen oder sie programmieren anhand von Befehlskärtchen einen Weg auf einem Rasterteppich. «Die digitalen Medien werden jedoch nicht nur zum Programmieren genutzt, sondern auch für Lernprozesse von der Recherche über die Verarbeitung bis hin zu Präsentation», sind die Primarschulen Jonschwil und Schwarzenbach überzeugt. Auf einem Ausflug werden neben echten Blättern auch Bilder von Bäumen mitgenommen und zu Recherchen in Büchern kommt im 1. Zyklus – in der 1. und 2. Klasse – bereits der Umgang mit Suchmaschinen zum Tragen. Wo die Möglichkeiten des Mediums das Lernen unterstützen, werden sie eingesetzt: So trägt eine Aufnahme eines Liedes mit Tanz zum Wiederholen bei, oder das Drehen eines kurzen Filmes über den König ergänzt das Kindergartenmusical «Erdbeerifescht». Die Primarschule Schwarzenbach-Jonschwil begleitet mit einem Spezialistenteam PICTS – Christian Gubler, Franziska Kamm und Bruno Rock – den Einsatz von digitalen Medien für die Schüler direkt im Schulalltag.

Im Interview mit «Gemeinde aktuell» berichten die Lehrpersonen, Stefanie Brunschwiler, Thomas Boos und Monique Lang von ihren praktischen Erfahrungen.

Wie reagieren deine Kinder darauf, wenn sie erfahren, dass wieder einmal eine Sequenz zusammen mit dem pädagogischen ICT-Support geplant ist?

Thomas Boos: Eigentlich gab es jeweils keine besonderen Reaktionen, vielleicht, weil sie sich nicht so recht vorstellen konnten, was genau auf sie zukommen wird und weil Arbeiten an x360 oder Tablets für sie eigentlich nichts Besonderes mehr ist. Im Nachhinein kam noch hie und da die Frage auf, ob wir wieder einmal etwas mit den Ozobots machen würden.

Monique Lang: Sie freuen sich darauf und sind neugierig auf Neues.

Welche Projekte haben Sie dieses Schuljahr durchgeführt?

Thomas Boos: Zum Thema Amphibien wurde in Partnerarbeit ein maximal zweiseitiges Word-Dokument erstellt –quasi ein Plakat –, bei dem ein einheimisches Amphib vorgestellt wurde. Ziel war es, die Recherche in Büchern oder im Internet mit Kindersuchmaschinen verschiedenen Kapiteln wie Einführung, Erklärung und Festhalten von Quellen zu verfassen.

Stefanie Brunschwiler: Bei unserem ersten Projekt haben wir in Gruppen ein Musikvideo zum Lied «079» gedreht, den wir mit dem Gesang aller Fünft- und Sechstklässler unterlegt haben.

Gab es Stolpersteine, die Sie zusammen mit dem PICTS beseitigen mussten? Wenn ja, welche? 

Stefanie Brunschwiler: Gewisse Probleme mit dem Login auf Office 365 haben anfangs nicht funktioniert und wurden durch intensiveres Arbeiten und der Unterstützung des ICT-Supports verbessert.

Was sind Ihre Zukunftswünsche im Zusammenhang mit Medien und Informatik fürs nächste Schuljahr?

Monique Lang: Abstimmen der ICT-Anteile mit den sonstigen Arbeiten am PC, wie Typewriter, Profax, Antolin, Englisch und Mathelernprogrammen und den Lektionsvorgaben im Lehrplan. Sinnvoll finde ich es, an den fol- genden Themen zu arbeiten: recherchieren im Internet, Worddokumente öffnen, erstellen, abspeichern, programmieren – aber ein Programm reicht. Dieses dafür immer wieder aufgreifen.

Stefanie Brunschwiler: Gerade für Lehrpersonen, die im ICT-Bereich nicht so gewandt sind, ist der Support eine grosse Hilfe. Er bietet neue Inputs, die man selbst in der Klasse vielleicht nicht ausprobiert hätte oder Mühe gehabt hätte, diese alleine umzusetzen. Für mich ist es einfach wichtig, dass das ICT mit dem Unterrichtsstoff in anderen Fächern kombiniert werden kann.