Am 5. Juli genehmigte der Wiler Stadtrat die in drei Teilprojekten erarbeiteten Visionen und Strategien im Rahmen des Projektes „Schule 2020“. Die von rund 20 Personen erarbeiteten Strategien basieren auf der SWOT-Analyse (Stärken, Schwächen, Chancen) wie Schulpräsidentin Jutta Röösli zusammen mit Schulrat Elmar Meile an der Medieninformation vom Dienstagvormittag ausführte. Sechs Themenbereiche prägen die breit abgestützten Strategien. Die Ausarbeitung von Massnahmen folgt als nächster Schritt. Bis im Sommer 2018 soll auch die Schulraumplanung für die nächsten Jahre stehen.Mit der Festlegung der Visionen und der daraus abgeleiteten Strategien erreicht das Projekt „Schule 2020“ einen wichtigen Meilenstein. Das nun breit abgestützte Dokument trägt nicht allein die Handschrift der rund 20 Personen aus den Teilprojektgruppen. Miteinbezogen waren verschiedenste Anspruchsgruppen wie Lehrpersonen, Schulleitungen, Schülerinnen und Schüler, Schulsozialarbeiterinnen, Elternvereinigung und weitere Begleitgruppen aus dem Gewerbe und der Politik. Mit dem vom Stadtrat abgesegneten Visionen und Strategien geht es jetzt um die Formulierung von Massnahmen.

Drei Teilprojekte zum Start
Schulpräsidentin Jutta Röösli wies eingangs der Medieninformation auf den Startpunkt im Frühling 2016 hin, wo mit drei Teilprojekten alles seinen Anfang nahm, Visionen und Strategien; Ist-Analyse Schulraum und pädagogische Konzeption und Oberstufenkultur, das allerdings noch in der Erarbeitungsphase steht. Zum Zeitpunkt der Gemeindevereinigung ist es nach Röösli um die organisatorische Zusammenführung der Schulen gegangen. Jetzt gehe es um die inhaltliche Ausgestaltung.

Je sechs Mitglieder der drei Teilprojekte starteten im April 2016 ihre Arbeit auf der Basis der SWOT-Analyse, welche sich den Themen Stärken, Schwächen und Chancen widmet. Zum besseren Verständnis der angestrebten Ziele fand im Oktober 2017 ein Inputreferat von Dieter Rüttimann statt zum Thema „Schule wohin“, pädagogische und gesellschaftliche Bereiche ansprechend. Die Arbeit der Projektgruppen erfuhr in dieser Phase den Einbezug verschiedenster Anspruchsgruppen. Nach einer breit abgestützten Vernehmlassung im Anschluss an das Ok des Lenkungsausschusses folgte am 5. Juli 2017 die Beschlussfassung durch den Stadtrat.

Aufbau der Visionen und Strategien
Die Grundlage bildet das Qualitätsmanagement-System für Schulen. Als Leitthema steht am Anfang: „Die Volksschule ist jener Ort, an welchem das Zusammenleben in einer farbigen Vielfalt erlebt und geübt werden kann“. Die Kinder sollen auf ihrem Weg zu mündigen und kompetenten Mitgliedern der Gesellschaft Begleitung und Förderung erfahren.

Sechs Themenbereiche
Beim Thema Schulführung geht es darum, den Schuleinheiten einen angemessenen Rahmen und die erforderlichen Kompetenzen für die Gestaltung eines eigenen Profils zu geben. Nicht zuletzt geht es auch um die Sorge für die Mitarbeitenden bei Konzepten der Personalentwicklung und Gesundheitsförderung.

Das Unterrichtsklima soll Prägung in positiven Erwartungen an die Schülerinnen und Schüler erfahren, das durch partizipatives Gestalten der Beziehungen erreicht werden soll. Sicherheit soll durch klare Regeln und Grenzen zum bestmöglichen Gemeinschaftsgefühl führen. Der Herausforderung der heterogenen Lerngruppen wird mit einer Kombination von selbstgesteuertem, kooperativem und angeleitetem Lernen begegnet.

Damit nicht jede Lehrkraft ihr eigenes Gärtli pflegen will, werden gemeinsame, handlungsfähige Ziele für eine schulhausbezogene Identität bei den Lehrpersonen angestrebt. Es wird vorgegebene Gefässe geben, um eine konstruktive Zusammenarbeit zu erreichen.

Die Chancengerechtigkeit für alle Schülerinnen und Schüler nimmt breiten Raum ein. Mit Offenheit und aufmerksamer Begegnung gegenüber den Kindern, soll deren Fähigkeiten erkannt und passend gefördert werden. Dies soll bei den Primarschülern mit quartiernaher Beschulung und bei der Oberstufe mit durchmischten Klassen Unterstützung erfahren.

Dazu wies die Schulpräsidentin auf den bereits getroffenen Beschluss betreffend Kleinklassen hin. In der Unterstufe gibt es keine Kleinklassen mehr. Für die Mittelstufe werden an einem noch offenen Standort zwei Klassen geführt. Für die Oberstufe wird bis zum Entscheid das kantonale Konzept abgewartet.

Qualität durch Entwicklung steht bei der Qualitätssicherung im Vordergrund. Dabei versteht sich die Schule selber als lernende Organisation, die ihre Wirkung laufend überprüft und damit die Qualität weiter entwickelt. Nach Röösli bedarf es der laufenden Reflexion und Evaluation für die Weiterentwicklung.

Elternarbeit - Das Wohl des Kindes im Zentrum: Die Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern und Erziehungsberechtigten basiert auf erarbeiteten Standards. Der Austausch soll in angemessener Form gepflegt werden.

Nächste Schritte
Nachdem die Visionen und Strategien definiert sind, geht es an die Ausarbeitung von Massnahmen, informierte die Schulpräsidentin zu den nächsten Schritten. Weiter geht es um die Ausarbeitung von Varianten der Oberstufenkultur. Bereits in den nächsten Monaten werden die Eckpunkte für die Schulraumplanung bestimmt, auch den Empfehlungen des Kantons folgend. Bis im Sommer 2018 soll die Schulraumplanung für die Zukunft stehen.

Zum Thema Einbezug des Kathi sind folgende Schritte in Planung. Noch vor der definitiven Schulraumplanung müsse der neue Vertrag mit dem Kathi stehen, weil dies eine wichtige Voraussetzung für die Verfügbarkeit des bestehenden Schulraumes ist.

Das letzte Wort zum Projekt „Schule 2020“, wo es auch um den zukünftigen Schulraumbedarf geht, hat das Parlament.