In den letzten Jahren wurde immer wieder versucht, die schulischen Raumbedürfnisse mit den bestehenden Raumressourcen der Liegenschaften an der Kirchstrasse 16 – 22 (Primarschulareal) abzudecken. Im Thurlindenschulhaus und im Schulhaus 1911 hatte dies zur Folge, dass Gruppenräume auf die Korridore verlegt werden mussten. Aus pädagogischer Sicht ist dies nicht optimal, war aber nicht anders lösbar, heisst es im aktuellen Mitteilungsblatt.

Auf Beginn des Schuljahres 2023/24 war vorgesehen, das zweite Obergeschoss und den Estrich des Schulhauses 1911 umzubauen und so ein neues Klassenzimmer und ein bis zwei Gruppenräume sowie zwei zusätzliche Büros zu erhalten. Trotz diesem Umbau hätten die Raumbedürfnisse mittelfristig nicht abgedeckt werden können. Die Umbaukosten wären vermutlich bei 600'000 bis 800’000 Franken gelegen. Dazu wären dann noch Kosten für die Raumausstattungen gekommen.

Dringend nötig 

So kam die Anfrage der Firma Jean Kraut AG im Frühjahr 2022, ob die Schule Bedarf an Schulraum hätte, wie gerufen. Da die Räume der ehemaligen Weberei an der Mühlestrasse 12 per Ende 2022 frei werden, ergab sich die Möglichkeit, per Beginn des Schuljahres 2023/24 in dieser Liegenschaft dringend benötigten Schulraum zu mieten. Nachdem die Mitglieder der Schulbehörde die Liegenschaft besichtigt hatten, beschloss die Schulbehörde, den Architekten Carl Widmer zu beauftragen, mögliche Layout-Konzepte zu erarbeiten, damit so geklärt werden konnte, ob sich die Liegenschaft auch für ein Schulhaus eignet. Nachdem anhand der Layoutvorschläge klar war, dass sich die Liegenschaft für ein Schulhaus eignet, wurde entschieden, dass die Planung für den Umbau des Schulhauses 1911 (2. OG und Estrich) nicht in Angriff genommen wird.

Detaillierte Pläne

Nachdem entschieden war, welches Layoutkonzept als Basis für den Umbau dient, wurde die detaillierte Umbauplanung in Angriff genommen. Speziell ist, dass es für die Schülerinnen und Schüler ein neues, separates Treppenhaus im Haus 2 gibt, welches einen eigenen Brandabschnitt bildet. Die zwei Geschosse, in denen sich die Klassenzimmer und der grosse Gruppenraum befinden, werden nach den neuesten Kenntnissen für eine nachhaltige Bauweise und den heute gültigen Bauvorschriften gemäss Energiegesetz, Schallschutz und Behindertengleichstellungsgesetz umgebaut. Zudem sind alle Geschosse mit einem Lift erreichbar.

Hätte die Schule versucht, die Liegenschaft sofort zu erwerben und den Umbau in ein Schulhaus selbst zu machen, so wäre es zeitlich nicht möglich gewesen, die Räume bereits zu Beginn des Schuljahres 2023/24 zu nutzen. Bei einer Umbausumme von ca. 2,45 Mio. Franken hätten die Arbeiten öffentlich ausgeschrieben werden müssen.

Option auf Verlängerung 

Der ausgehandelte Mietvertrag sieht zu Beginn eine fixe Mietdauer von zehn Jahren vor, wobei der Mietzins erstmals nach fünf Jahren angepasst werden kann. Der jährliche Nettomietzins beträgt Fr. 220'000.00. Nach zehn Jahren besteht eine Option zur Verlängerung des Mietvertrages um zweimal fünf Jahre. Die Schule hat mit der Mietlösung die Chance, flexibel auf die künftige Schülerzahl reagieren zu können. Sinkt die Schülerzahl wieder massiv, so kann der Mietvertrag gemäss den vertraglichen Bedingungen aufgelöst werden. Stellt sich hingegen heraus, dass die Schülerzahl auf hohem Niveau bleibt, so besteht die Möglichkeit, die Liegenschaft frühestens nach fünf Jahren und spätestens nach zehn Jahren zu erwerben. Dabei wird die Hälfte des bis zum Zeitpunkt des Erwerbs der Liegenschaft bezahlten Nettomietzins an den Kaufpreis angerechnet. Der Preis der Liegenschaft wird durch zwei unabhängige Schätzer ermittelt. Das Kaufsrecht wird öffentlich beurkundet und zu Beginn der Miete im Grundbuch eingetragen.

Ein Wermutstropfen ist, dass im Jahr 2024 eine Steuerfusserhöhung zwischen 3 und 4 Prozent notwendig werden wird. Trotzdem ist die Schulbehörde der Meinung, eine sehr gute Lösung zur Schulraumerweiterung in unmittelbarer Nähe zu den bestehenden Schulanlagen gefunden zu haben.