Er sprüht von Ideen, der überdurchschnittlich kreative Künstler Roman Rutishauser aus St. Gallen. Seinem Auftrag, den Bauverlauf mit den rund 500 Oberuzwiler Kindergarten- und Primarschülern zu begleiten, kommt er in einer Weise nach, welche den Schülern Freude bereitet und die die Erwachsene verblüfft.

Klavier als «roter Faden»
Roman Rutishauser ist ein fröhlicher Mensch. Er singt gerne und textet und komponiert auch Lieder. Bereits hat er mit den Schülern einige eingeübt, und er begleitet sie jeweils auf einem alten Klavier, welches sozusagen zu einem Bestandteil auf der Baustelle geworden ist.

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Der Anbau ans Haus 4 ist die Etappe 2a der Bauvorhaben an der Schulanlage Breite.

Geigenspiel vom Dachgerüst
Als sich die Schülerinnen und Schüler auf den Plätzen vor dem mit einem Aufrichtebäumchen geschmückten Erweiterungstrakt eingefunden hatten, ertönten sphärische Klänge. Schüler und Besucher blickten nach oben und sahen auf der obersten Gerüstplattform eine weisse Frauengestalt mit einer Geige. Die Violonistin Clarigna Küng zog mit anschwellendem Spiel in ihren Bann.

«Feuervögel» mit Symbolkraft
Anschliessend sangen die Schüler zuerst das Lied «Mach d Schublade uf». Der Text bezieht sich auf den Erweiterungsbau, der sich sozusagen wie mit Schubladen an den bestehenden Bau mit seiner Backsteinfront anschliesst. Im Lied «Füürvögel» bringt Roman Rutishauser zum Ausdruck, dass jede Gemeinschaft, auch die schulische, aus ganz verschiedenen Typen besteht. Unterschiedliche Diamanten, wie er es ausdrückt, die aber zusammen stark seien.

Musik aus luftiger Höhe
Auch bei der Aufrichtefeier durfte das Klavier nicht fehlen. Plötzlich erschien es über dem Erweiterungsbau. Es wurde durch den Kran an Gurten hochgezogen und schliesslich auf der obersten Plattform des Gerüsts abgesetzt. So, dass der musikalische Schlusspunkt durch das Duett Clarigna Kuhn (Violine) und Roman Rutishauer (Klavier) auf dem Niveau des mit Photovoltaikpanels ausgerüsteten Daches gesetzt werden konnte.

Magisch-mystische Feier
Als Präsident der Baukommission richtete Gemeindepräsident Cornel Egger Grussworte an alle Feiernden und Dankesworte an alle am Bau beteiligten Fachleute und Handwerker. Die Feier umschrieb er mit den Begriffen magisch und mystisch und zeigte sich beeindruckt von den farbenfrohen Feuervögeln, welche die Kinder gebastelt hatten. Im Anschluss an das Lied warfen sie die Stoffvögel gegen den Neubau. Dort werden sie eine Zeitlang das Gerüst zieren.

Planung auf Kurs
Zu Beginn des nächsten Schuljahres werden zusätzliche Räume zur Verfügung stehen. Lernorte, an denen sich die Schüler wohlfühlen können, ist Cornel Egger überzeugt. Dank dem anhaltend schönen Sommerwetter sei man bezüglich der Zeitplanung ein bisschen im Vorsprung. Die mit 4,15 Millionen Franken veranschlagten Kosten habe man im Griff.

Gallus Rieger, Leiter der Volksschule, resümierte, wie die Schüler die Bauphase erlebt und begleitet haben, und Architekt Benjamin Saner forderte, bisherigen und neuen Bauten mit Respekt zu begegnen.