«Wo wart ihr in den Ferien?» Diese Frage gehört zur ersten Schulwoche eines jeden neuen Schuljahrs. Doch in diesem Jahr geht es um mehr als um schöne Erlebnisse an schönen Orten. 53 Länder stehen aktuell auf der Liste des Bundesamts für Gesundheit (BAG) für Länder mit erhöhtem Infektionsrisiko für das Coronavirus. Wer aus einem dieser Länder zurückkehrt, muss für zehn Tage in Quarantäne. Massgeblich dafür ist die am Einreisetag in die Schweiz gültige Liste. 

Die Quarantänepflicht gilt auch rückwirkend, sprich, wenn das bereiste Land während der Ferien auf die Liste kommt. Wer sich zu einem beliebigen Zeitpunkt innerhalb der vergangenen 14 Tage vor der Einreise in einem der gelisteten Staaten oder Gebiete aufgehalten hat, muss in Quarantäne. Eltern von schulpflichtigen Kindern waren dazu angehalten, bei Ferien im Ausland einen Quarantäne-Puffer einzuplanen, bevor die Schule wieder losgeht.

Um zehn Schüler in der Region betroffen

Wie der Kanton St. Gallen diese Woche mitgeteilt hat, befanden sich beim Schulstart der Volksschulen gemäss Daten von 46'508 Schülern nur 70 in Quarantäne. Dazu kamen zwei Lehrpersonen. Eine Recherche von hallowil.ch zeigt, dass auch in den Schulen der Region Wil nur wenige Schüler beim Schulstart in Quarantäne waren. 

In den Wiler Schulen etwa musste nur ein Kind den Montag des Schulstarts in Quarantäne verbringen. In Flawil waren es gemäss Schulratspräsident Christoph Ackermann vier Kinder. Bei ihnen endete die Quarantänepflicht mit dem zweiten Schultag. Auch an den Schulen in Jonschwil und Schwarzenbach fehlten am Montag und Dienstag zwei Schüler.

In Eschlikon wird gemäss Schulpräsident Linus Köppel noch eine Familie zurückerwartet, die sich in ihrem Ferienland wegen eines Covid-19-Falls in der Familie in Quarantäne begeben musste. Nach ihrer Rückkehr in die Schweiz wird für die Familie nochmals eine 10-tägige Quarantäne fällig.

In Uzwil, Oberuzwil, Oberbüren, Zuzwil, Bütschwil-Ganterschwil, Kirchberg, Lütisburg, Zuzwil, Wilen und Sirnach waren in den Schulhäusern weder Schüler noch Lehrerinnen betroffen. Dies gilt auch für die Oberstufen Ägelsee (Rickenbach-Wilen) und Thurzelg (Oberbüren, Niederwil, Niederbüren).

Auf Bussen wird verzichtet

Eltern, die mit ihren Kindern zu spät aus den Ferien in einem Risikoland zurückkommen, so dass diese in der Schule fehlen, verletzen grundsätzlich die Schulpflicht und können im Kanton St. Gallen gebüsst werden. Der Kanton rät den Schulgemeinden aber, auf Bussen zu verzichten. Dieser Empfehlung folgen die Schulgemeinden Wil, Jonschwil-Schwarzenbach und Flawil, deren Schulratspräsident Christoph Ackermann auch Präsident des Verbands St. Galler Schulträger ist und die genannte Empfehlung mitverfasst hat. Um keine Anreize zur Verheimlichung von Aufenthalten in Risikoländern zu schaffen, wird in den meisten Kantonen generell auf Bussen verzichtet. 

Aus Datenschutzgründen keine Angaben zu ferienbedingter Quarantäne macht die Schulleitung der Primarschule Rickenbach. Auch aus Münchwilen gibt es deshalb keine konkreten Zahlen.  Schulpräsident Lukas Weinhappl schreibt: «Wir haben wie vor den Sommerferien auf Seiten der Schüler Konstellationen, bei welchen diese vorübergehend zu Hause bleiben.» Diese tendierten aber in allen drei Schulzentren  «gegen null».