Nachdem Gemeinderat Patrick Schätti die rund 50 Führungspersönlichkeiten begrüsst hatte, stieg Mathias Hüppi mit einem Symbolbild in seine Ausführungen ein. Er verglich den FC St. Gallen mit einem Leuchtturm und zeigte das Bild eines Leuchtturmes an der Atlantikküste. Ein Monument in den Farben grün-weiss mit einigen Rostspuren. Gezeichnet von Wetter und Stürmen, wie der FC St. Gallen, der älteste Fussballclub auf dem europäischen Festland. «Mit leidenschaftlicher Arbeit versuchen wir, Schrammen der Vergangenheit zu beseitigen. Und wir wollen mit dem FC St. Gallen in allen Stürmen auf Kurs bleiben. Das grün-weisse Herz aller am Club Beteiligten muss nach aussen spürbar sein.»

Vorbild sein

In der Folge machte Hüppi klar, was es braucht, damit man dieses grün-weisse Herz auch spürt. Dazu müssen Führungsgrundsätze beachtet werden, wie sie auch jedem Unternehmen der Wirtschaft zum Erfolg verhelfen. Begriffe wie Autorität, Respekt, Empathie und Glaubwürdigkeit spielen eine zentrale Rolle. Sie gelten für alle Führungskräfte. Hüppi zeigte auf, wie wichtig sie beispielsweise für die Arbeit des Trainers sind. Er muss jüngeren und älteren Spielern gerecht werden. Fingerspitzengefühl braucht er, um Spielern klar zu machen, dass sie nicht zum Einsatz kommen. Entscheide müssen unparteiisch, Argumente glaubwürdig sein. Glaubwürdigkeit, so Hüppi, könne man nicht lernen, man müsse sie leben. Ganz vieles lässt sich in der Forderung zusammenfassen: Vorbild sein.


Druck wegnehmen

Ein wesentlicher Unterschied zu Unternehmen in der Privatwirtschaft und zu Entscheiden von deren Führungskräften ist, dass im Fussball alles vor den Augen der Öffentlichkeit geschieht. Permanent genau beobachtet zu werden, dürfe aber die innere Stabilität nicht gefährden. Hysterie gehöre schon in guten Zeiten zum Fussball. Wenn es schlecht laufe, manifestiere sie sich noch stärker. Spieler würden rasch zu Stars, und ebenso rasch zu Losern. Das erzeuge automatisch Druck. Aufgabe der Führung sei es, diesen Druck von der Mannschaft wegzunehmen. In der gegenwärtigen Situation, wo der FC St. Gallen nach sieben Spielen ohne Niederlage mit 23 Punkten auf dem dritten Tabellenplatz stehe, sei dies leichter als bei Misserfolgen.

Ungeachtet dessen ist Mathias Hüppi überzeugt, dass jedes Team ein Spiegelbild der Führung ist. Selbstverständlich müsse die Mannschaft den Erfolg im Fokus haben, aber nicht den Erfolg um jeden Preis. Ziele müssten sich an der Realität orientieren, Einzelinteressen dem Ganzen untergeordnet werden. Die Spieler müssten sich im Team gut aufgehoben fühlen. Erfolg im Fussball lasse sich weder planen noch erzwingen. Misserfolg stelle sich aber mit Sicherheit ein, wenn man es allen recht machen wolle.

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Vor dem Anlass: Johannes Gunzenreiner, Gemeindepräsident Cornel Egger und Patrick Schätti.


Aufmunterung zum Mut

Auch Standhaftigkeit und Klarheit tragen nach Hüppi zu einer guten Atmosphäre im Team bei. Mitarbeiter müssten von Betroffenen zu Beteiligten gemacht werden. Hie und da sei es nötig, gegen den Strom zu schwimmen. Dazu brauche es Mut. St. Gallen besitze eine mutige Mannschaft, und Trainer Peter Zeidler sei noch mutiger.

Dieser Mut, das zeigte auch das Gespräch zwischen dem Sportreporter Johannes Gunzenreiner und Mathias Hüppi, drückt sich nicht in der Bekanntgabe grosser Ziele aus. Diesbezüglich bleibe man auf dem Boden. Trotzdem gehe die Mannschaft in jedes Spiel mit dem Ziel zu gewinnen. 

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Dank und je ein Betti-Kistli als Präsent für Mathias Hüppi und Johannes Gunzenreiner, überreicht durch Patrick Schätti.


Täglich im Kontakt mit der Mannschaft

Wenn einer im FC St. Gallen ein durch und durch grün-weisses Herz hat, dann ist es Präsident Mathias Hüppi. Diesen Eindruck gewann man vollends aus dem abschliessenden Dialog. Er habe seinen Wechsel vom Schweizer Fernsehen zum FC St. Gallen keine Sekunde bereut, beteuerte er. Die Verbundenheit mit der Mannschaft sei ihm sehr wichtig. Nach Möglichkeit stehe er täglich mit ihr im Kontakt und besuche oft das Training. Auch Fahrten zu den Spielen im Mannschaftsbus seien keine Seltenheit.

Mathias Hüppi verschwieg aber auch nicht, dass seine Aufgabe auch eine happige, sehr fordernde Seite habe: «Der Laden war definitiv auf dem falschen Gleis. Was nach und nach an Altlasten zum Vorschein kam, war kein Pappenstiel. Das betriebswirtschaftliche Budget haben wir eingehalten. Aber fünf Millionen an ausserordentlichen Abschreibungen machen uns natürlich zu schaffen. Wir bemühen uns um absolute Transparenz.»

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Ein Leuchtturm als Symbolbild: Der FC St. Gallen will in allen Stürmen auf Kurs bleiben.