Am letzten Baronenhauskonzert der Saison trat das Segantini-Trio mit einem vorwiegend spätromantischen Programm auf. Seitens der Veranstalter zeigt man sich zufrieden mit der abgelaufenen Saison.„Der alte Apfelbaum, er sträubt sich - aber er muss“. So heisst es in dem Frühlingsgedicht von Theodor Fontane, welches Roland Bosshart einer neuen Tradition folgend verlas. So zäh, wie sich der Frühlingsbeginn in diesem Gedicht anhörte, so zäh scheinen diese Tage auch den Frühling in Angriff zu nehmen. Gar nicht zäh allerdings sah man von Seiten der Baronenhauskonzert-Veranstalter den Beginn unter neuer Leitung: Andrea und Roland Bosshart hatten im vergangenen Jahr im Auftrag der Ortsgemeinde Wil die Organisation der Konzertreihe von Erwin und der verstorbenen Gretli Steiner übernommen.

Musiker aus der Region
„Es war ein erfolgreiches Jahr, wir sind zufrieden“, resümierte Roland Bosshart vor dem Konzert. Wir hatten immer rund 60 bis 80 Besucherinnen und Besucher. Je nach Anmeldezahl war für das Publikum in beiden Räumen gestuhlt. Oder das Ensemble wurde, wenn der Flügel nicht gebraucht wurde, so platziert, dass die Sicht über beide Räume hinweg optimiert war. „Unser Ziel ist es, wie immer schon Musikerinnen und Musiker aus der Region zu engagieren“, so Bosshart weiter. „Wir haben hier so gute Musiker, da brauchen wir keinen Pianisten aus Wien einzufliegen“.

Eigenkomposition
Katharina Weissenbacher, Cello, Franco Mettler, Klarinette und Jürg Hanselmann, Klavier verbindet die Liebe zu den Künsten ebenso wie zum Hochgebirge, woraus der Name des Trios resultierte. Jürg Hanselmann hatte für das Ensemble sogar ein Klarinettentrio mit dem Titel „Triptychon“ komponiert, das Bezug nimmt auf das dreiteilige Werk des Malers Giovanni Segantini.

Am Sonntag jedoch stand ein anderes Trio mit den Sätzen „Fantasia“, „Notturno“ und „Burla“ auf dem Programm. Eine Komposition, die einerseits kraftvoll und durchaus energisch daher kommt. Andererseits wies sie aber vorwiegend durch den Klavierpart eine silbrige Transparenz auf, wie man sie in Segantinis Bildern findet. Ein wenig erinnerte der Klavierpart an die scheinbar harmonische Eigenwilligkeit eines Ludovico Einaudis.

Spontanes Bravo
Am Beginn des Konzertes standen zwei Stücke aus Max Bruchs „Acht Stücke“, das „Allegro“ und die „Rumänische Melodie“. Zwei Charakterstücke, deren individuelle Note sehr fein herausgearbeitet wurde. Von Josef Gabriel Rheinberger folgte eine Sonate für Klarinette und Klavier. Franco Mettler gestaltete den Klarinettenpart sehr facettenreich und löste nach dem ersten Satz sogar ein spontanes „Bravo“ von einem Zuhörer aus.

Zuletzt musizierte das Trio zwei Stücke von Astor Piazzolla. Dieser argentinische Komponist gilt als der Begründer des Tango nuevo und hatte eine ganz eigene Tonsprache: Jazzelemente in Harmonie und Rhythmik gehen eine Symbiose mit der Sinnlichkeit des Tango ein. Das Segantini-Trio begeisterte mit seiner eleganten Interpretation.

Die Saison 2018 / 2019 beginnt am 23. September 2018 mit „le trio de salon“ mit Maria Bischof, Violine, Johannes Pfister, Viola und Hanspeter Schneider, Klavier.