«Damals hatte noch längst nicht jeder Internet und das E-Mail nutzte man hauptsächlich auf Geschäftsbasis. Die Leute haben auf den Stockzähnen gelacht, als ich ihnen sagte, dass ich die Online-Zeitung www.infowilplus.ch gründe.» Das sagt Niklaus Jung, wenn er auf den Jahrtausend-Wechsel zurückblickt. Der in Zuzwil wohnhafte Journalist, welcher in den 1990er-Jahren beim heute nicht mehr existierenden «Neuen Wiler Tagblatt» gearbeitet hat, nahm das Millennium zum Anlass, um etwas zu machen, das es damals noch nicht gab. Als Gründer der ersten Wiler Online-Zeitung leistete er Pionierarbeit. «Ich bin genau im richtigen Moment eingestiegen», sagt er rückblickend.

Er baute ein Korrespondenten-Team auf, musste aber trotzdem viel selber machen. Er betrieb die Online-Zeitung mit Herzblut und ohne grossen Verdienst. Er schrieb Artikel, koordinierte die Einsätze der Korrespondenten, redigierte Texte, suchte Werber, layoutete Inserate. «Meine damalige Frau hat immer gesagt, ich müsse aufpassen, dass ich nicht finanziell drauflegen muss. Mir war von Bedeutung, dass ich jeweils eine gute Ausrüstung und Infrastruktur hatte», sagt Jung, der hauptberuflich weiterhin EWs kontrollierte. Apropos Frau: Seine Familie unterstützte ihn bei infowilplus.ch tatkräftig.

Im Video: Darum braucht Wil eine starke Online-Zeitung

 
Infowilplus.ch-Gründer Niklaus Jung sagt, wie sich hallowil.ch gegen grosse Verlage behaupten kann.

«Erwartungen übertroffen»

Der Erfolg konnte sich sehen lassen. Das Portal erlangte eine hohe Bekanntheit in der Region zwischen Sirnach und Flawil. Da Jungs Pensionierung näher rückte, machte er sich im Verlauf des zu Ende gehenden Jahrzehnts auf die Suche nach einem Nachfolger – und wurde bei der Wiler kanawai medien ag fündig. Per Jahresbeginn 2018 fand die Übergabe statt – verbunden mit dem Namenswechsel hin zu hallowil.ch per 1. Juni 2018. «Ich freue mich, dass weiterhin ein regionale Online-Zeitung gemacht wird. Meine Erwartungen wurden weit übertroffen», sagt Niklaus Jung, der trotz Erreichen des Pensionsalters weiterhin als Korrespondent für hallowil.ch im Einsatz steht. Warum die Region Wil eine starke Online-Zeitung braucht, begründet er im obenstehenden Video-Interview. Der Auftritt wurde nach dem Namenswechsel weiter professionalisiert und schon rund 85'000 Leser pro Monat surfen heute – rund eineinhalb Jahre nach der Neu-Lancierung – auf hallowil.ch.

Nun steht der nächste Schritt an. Am 3. Januar 2020 wird ein neues Online-Produkt lanciert, welches in Wil beheimatet ist. Es handelt sich um das Online-Magazin www.hallochamps.ch, welches ebenfalls von der kanawai medien ag betrieben wird. Es ist ein Portal, welches sich ausschliesslich um den Ostschweizer Nachwuchs-Spitzenfussball kümmert. Die 800 besten Talente der Region zwischen dem Bodensee-Rücken und dem Puschlav werden im Förderprojekt Future Champs Ostschweiz (FCO) gefördert und ausgebildet. Dies mit dem Ziel, dereinst Profifussballer zu werden und in der Nationalmannschaft aufzulaufen. Nicht nur die fussballerische Ausbildung steht im Zentrum, sondern auch jene neben dem Feld. Treibende Kräfte sind der FC St. Gallen und der FC Wil.

Emotionen auf und neben dem Rasen

Bei hallochamps.ch werden exklusive Ein- und Ausblicke aus dem gesamten Einzugsgebiet des FCO gewährt. Es gibt News von allen Stützpunkten, Hintergründe, Spielerportraits sowie Interviews und Bewegtbilder. Hier soll der Fussball leben. Als Chefredaktor konnte Boris Hasler, einst als Spieler Teil des FCO, gewonnen werden. Er sagt: «Spieler, Trainer, Staff-Mitglieder und Funktionäre stecken viel Herzblut in die Arbeit mit dem runden Leder. Spannende und bewegende Geschichten entstehen auf, aber auch neben dem Rasen. Sie haben es verdient, der Öffentlichkeit präsentiert zu werden.» Dies geschieht ab dem 3. Januar 2020 auf hallochamps.ch.