Studien liefern diverse Gründe für den derzeitigen Boom der Escape-Spiele: Man kann auch mal böse sein, verbotene Sachen machen, in eine Wohnung ein- oder aus einem Gefängnis ausbrechen, ohne Konsequenzen zu fürchten. Neben Privatpersonen haben auch Firmen mittlerweile die Vorzüge von Escape Rooms erkannt und schicken ihre Mitarbeiter zu dem Team-Event. Das Setting führt dazu, dass die Menschen wieder kleine Kinder werden. Sie verhalten sich natürlich, nicht so gekünstelt wie vielleicht im Büro. Das führt dazu, dass Distanzen untereinander abgebaut und die Kommunikation gefördert wird.

Dank der Maturandin Leandra Böbel gibt es nun auch in Eschlikon einen Escape Room. «Du bist mit deinem Team auf der Suche nach einem verschollenen Manuskript. Dafür hast du dich in die alte Bibliothek gewagt, in deren Räumen du nun aber gefangen bist. Eine Flucht ist nur möglich, wenn du die Rätsel der Bibliothek lösen kannst. Stellst du dich dieser Herausforderung?» Mit diesen Worten wirbt die Herstellerin um helle Köpfe, die mit Kombinationsgeschick und vernetzter Denkweise die verworrenen Hinweise entschlüsseln und sich aus ihrer misslichen Lage befreien können. Der Escape Room in der Bibliothek Eschlikon ist ausgelegt für Gruppen von vier bis sechs Personen ab 15 Jahren. Der Zeitaufwand beträgt rund eine Stunde und 15 Minuten, der Eintritt kostet 40 Franken.

Leandra Böbel, wie kamen Sie auf die Idee, im Rahmen ihrer Maturarbeit, einen Escape Room zu erschaffen?
Ich war mit Freunden in einem Escape Room und wir haben darüber gesprochen, dass dies eine tolle Idee für meine Maturaarbeit wäre. Die Idee hat mich gepackt und so habe ich mich dafür entschieden, wirklich einen eigenen Escape Room zu entwerfen.

Sind Sie selber begeisterte Escape Room-Spielerin?
Sehr. Obwohl ich zugegebenermassen noch nicht oft in einem Escape Room war. Trotzdem liebe ich es zu rätseln. Und die auch Atmosphäre in solchen Räumen finde ich fesselnd.

Was genau ist ein Escape Room?
Es ist ein Raum, der nach einem bestimmten Thema eingerichtet ist. Die «Rätsler» haben eine bestimme Mission und müssen unterschiedlichste Rätsel lösen, um die Mission zu erfüllen und aus dem Raum herauszukommen.

Wie lange dauerte der Entstehungsprozess von der Idee bis zur fertigen Umsetzung?
Eine ganze Weile. Mit der Ideensuche habe ich etwas vor den Frühlingsferien begonnen. Die konkrete Planung habe ich gegen Ende des Semesters abgeschlossen. In den Sommerferien ging es dann um die Umsetzung. Ich habe mir fast jeden Tag Zeit genommen den Raum einzurichten, an den Ideen zu feilen und die Rätsel vorzubereiten. Am Ende der Sommerferien gab es dann zwei Testläufe und eine Woche darauf wurde der Raum eröffnet.

Woher hatten Sie die Requisiten für die Gestaltung des Raumes?
Ich habe sie von allen möglichen Orten. Einerseits von mir Zuhause, von Freunden oder Verwandten aber auch aus Brockenstuben und Internetseiten wie Ricardo oder Tutti.

Worum genau handelt es sich beim Rätsel?
Die Mission besteht darin, ein verschollenes Manuskript zu finden und den Ausgang der Bibliothek innerhalb von 60 Minuten zu finden. Es gibt viele verschiedene Aufgaben: Von Zahlenrätseln, die ein Schloss öffnen, bis zu chiffrierten Nachrichten, die mit dem richtigen Code entschlüsselt werden können.

Werden Escape Rooms auch in Zukunft Teil Ihres Lebens sein?
Mir haben das Planen und Erstellen des Escape Rooms viel Spass gemacht. Ich denke jedoch nicht, dass ich es gross weiterverfolgen werde. Vermutlich werde ich mich in Zukunft damit zufrieden geben, andere Escape Rooms zu besuchen. Ansonsten möchte ich ein Zwischenjahr machen, in dem ich arbeiten werde. Danach will ich ein Studium beginnen.