Wer mit Regina Krohn spricht, spürt sofort ihre Begeisterung für das Samariterwesen. Es war vor gut sechs Jahren, als sie das erste Mal mit Samaritern in Kontakt trat. Sie erinnert sich noch bestens daran: «Es war am Stadtfest in Wil. Dort habe ich gesehen, dass junge Mitglieder Postendienst leisten und kam mit ihnen ins Gespräch.» Kurz darauf wurde sie von der Vereinspräsidentin zu einer Schnupperübung eingeladen. Ihr Vorurteil, dass der Samariterverein ein Club der älteren Hausfrauen ist, revidierte sie rasch: «Ich sah, dass der Verein altersdurchmischt ist und sich die verschiedenen Generationen ergänzen.»

Neues Hobby gefunden

Von Beginn weg war Regina Krohn von der Samariter-Tätigkeit angetan: «Ich habe ein Hobby gesucht, in dem ich etwas Nützliches machen und einen Beitrag an die Gesellschaft leisten kann.» Dank der Erste-Hilfe-Ausbildung und den regelmässigen Weiterbildungen an Übungen ist die heute 22-jährige auf einen allfälligen Ernstfall gewappnet: «Gerade junge Leute, die oft unterwegs sind, sollten sich in Erster-Hilfe auskennen.» Dabei gehe es nicht nur um Fachwissen, sondern auch darum, Berührungsängste und Hemmungen abzubauen.

Inzwischen leistet Regina Krohn an verschiedenen Anlässen Postendienst, unterstützt die Samariterlehrer an Vereinsübungen, amtet als Revisorin, ist im San1-Zug der Feuerwehr und hat viel Zeit in die Anschaffung des neuen Postenanhängers des Samaritervereins Wil und Umgebung und dessen Befüllung investiert. Die neue Errungenschaft steht an der Wiler Fastnacht zum ersten Mal im Einsatz und wird in den kommenden Jahren wertvolle Dienste erweisen.

Am Puls des Geschehens

Als Samariterin opfert Regina Krohn einen grossen Teil ihrer Freizeit für ihre Mitmenschen. «Mir macht es Spass, an verschiedenen Anlässen Postendienst zu leisten und kleinere und grössere Hilfeleistungen zu erbringen. So bin ich am Puls des Geschehens und kann erst noch etwas Gutes tun», sagt die Bronschhofnerin. Die kleinen Sachen seien es, die ihr Freude bereiten und aus ihrer Sicht das Samaritersein ausmachen: «Die Dankbarkeit und Wertschätzung der Bevölkerung ist meist gross. Man muss nicht immer gleich Leben retten.»

Der Funke für das Samariterwesen ist inzwischen auf ihre Schwester Philomena und ihre Mutter Ingrid gesprungen und hat auch in ihnen das Feuer entfacht. Beide sind jetzt aktive Samariterinnen. Als nächstes steht für Regina Krohn die Ausbildung zur Samariterlehrerin an. Parallel dazu möchte sie sich zur Rettungssanitäterin ausbilden lassen und so zur professionellen Notfallmedizinerin werden.

Nomination kam «völlig überraschend»

Bereits am 7. März steht ein weiterer Höhepunkt in ihrer Agenda. Dann darf Regina Krohn nebst vier weiteren Finalisten an der Wahl zur Samariterin des Jahres in Bazenheid teilnehmen. Eine Ehre, mit der sie nicht gerechnet hat: «Ich war völlig überrascht von der erfreulichen Nachricht. Für mich ist es ganz normal, dass ich mich für Mitmenschen uneigennützig einsetze.» Ihre Nomination will sie entsprechend nutzen um das Samariterwesen in den Fokus zu stellen. Und nicht ihre Person: «Es wäre schön, wenn noch mehr junge Leute in Samaritervereinen mitwirken würden. Nebst der Kameradschaft kann man bei uns viel für das Leben lernen und erhält sozusagen fortlaufend kostenlose Ausbildungen in Erster Hilfe.» (pd/red)