Diese Woche hat das Bundesamt für Statistik die Übernachtungs-Statistik 2019 präsentiert. Wiederum befindet sich niemand der Region Wil unter den Top-100-Gemeinden mit der höchsten Anzahl Logiernächte des Landes. Für viele überraschend dürfte die Meldung kommen, dass am meisten dieser Übernachtungen der Region Wil in der Gemeinde Fischingen gezählt wurden. Auch wenn das die Statistik nicht hergibt, so dürfte der Bärenanteil auf das Seminarhotel des Klosters Fischingen und den Kurbetrieb der Rehaklinik Dussnang zurückfallen.

Darum ist die Verweildauer der Gäste in Fischingen mit fast sieben Tagen pro Person überdurchschnittlich lang und es checken fast nur Schweizer Gäste ein. Von den 49'480 Logiernächten entfielen vergangenes Jahr gemäss Statistik nur gerade 647 auf Ausländer. Fischingen liegt in der Schweizer Logiernächte Rangliste des vergangenen Jahres auf Platz 130.

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Vergangenes Jahr eingeweiht: Lukas Höhn, Leiter Seminarhotel Fischingen (links), und Klosterdirektor Werner Ibig im Restaurant. (Archivbild: Bettina Brauchli)


Fast doppelt so viele Gäste in Uzwil als in Wil

Auf Rang 142 folgt Uzwil. Würde man aber die Anzahl Personen werten, die in ein Hotel eingecheckt haben, hätte die Uze-Gemeinde die Nase vorne. Über 5500 Personen mehr waren in einem Uzwiler Hotel als in Fischingen. Das wiederum bedeutet, dass die Verweildauer in Uzwil deutlich tiefer ist, nämlich ziemlich genau halb so lang wie in Fischingen. 43'844 Logiernächte wurden 2019 in den acht Uzwiler Betrieben gezählt – rund 2500 weniger als im Vorjahr. Uzwil verdankt diesen immer noch hohen Wert seinen Industriebetrieben, allen voran Bühler. So erstaunt es denn auch nicht, dass deutlich mehr als die Hälfte der Logiernächte von ausländischen Gästen gebucht wurde.

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Auch 2019 checkten viele Gäste im Hotel Uzwil ein.

Erst deutlich weiter hinten in dieser Rangliste folgt die Stadt Wil auf Platz 268. Im vergangenen Jahr waren es noch 6654 Gäste – nur gut halb so viele wie in Uzwil. Die Anzahl Logiernächte ist in Wil innerhalb eines Jahrzehnts von rund 22'500 im Jahr 2009 auf 13'659 im Jahr 2019 zurückgegangen. Dies entspricht einem Minus von fast 40 Prozent. Gut, dass im September dieses Jahres mal wieder ein grosses, viertägiges Studentenfest in Wil stattfindet.

Anstieg im Kanton St. Gallen

Die rückläufigen Übernachtungszahlen dieser drei Gemeinden sind ein Abbild der kantonsweiten Zahlen. Während die Anzahl Logiernächte im Thurgau im vergangenen Jahr um rund 23'000 auf rund 403'000 zurückgegangen sind, gingen sie im Kanton St. Gallen um rund 5000 Übernachtungen auf circa 979'000 zurück.

Schweizweit gab es 2019 in der Stadt Zürich mit Abstand am meisten Logiernächte (gut 3,6 Millionen), gefolgt von Genf (2,18 Millionen). Auf Platz drei folgt mit Zermatt (1,51 Millionen) die erste Tourismus-Destination. Die Gesamtanzahl konnte in der Schweiz vergangenes Jahr um rund 750'000 Nächte auf rund 39,56 Millionen gesteigert werden.