Eine besonders wichtige Regel zur Schutz vor Ansteckung mit dem Corona-Virus ist die Reduktion von Direktkontakten. Eine neu entwickelte App hilft dabei den OL-Läuferinnen und –Läufern, wie Nathalie Berlinger erzählt. «Ein physischer Kontakt mit dem angelaufenen Posten ist nicht mehr erforderlich.» Ein Vibrieren auf der Spezialuhr, die alle Laufenden auf sich tragen, zeigt an, dass er erfasst wurde. Diese Neuerung wurde schweizweit eingeführt, sie wird lediglich für Trainings eingesetzt.

Hoffnung auf Meisterschaften

Die innovative Datenerfassung ist eine positive Auswirkung der Pandemie, daneben gibt es auch eine Reihe von weniger angenehmen, wie Nathalie Berlinger erzählt. Viele Trainingslager und Wettkämpfe im In-und Ausland mussten abgesagt werden; aber nun hoffen alle, dass die Jugend EM (EYOC) in Vilnius (Litauen) und die Jugend WM (JWOC) in der Türkei stattfinden kann. «Dies wirkt sich auch auf die Motivation aus und ist Ansporn, endlich wieder für Wettkämpfe trainieren zu können», sagt die für Jugendförderung Zuständige. «Sich mit andere Laufenden zu messen, ist eine besondere Herausforderung.»

Reduziertes Risiko

Ein erster Silberstreifen macht sich am Horizont bemerkbar: Seit der kürzlichen leichten Lockerungen der Schutzmassnahmen durch den Bundesrat, konnten die jugendlichen Läufer ihr Training wieder aufnehmen. Diverse regionale und nationale Wettkämpfe sind gemäss Nathalie Berlinger nun endlich für die U 20/ Elite wieder durchführbar. Dass OL eine Outdoor-Sportart ist, erweist sich beim Übertragungsrisiko als Vorteil. Im Freien ist die Ansteckungsgefahr geringer.

Wie die längerfristigen Perspektiven punkto Trainingslagern und Wettkämpfen aussehen, ist gemäss Nathalie Berlinger derzeit ungewiss.

Kopf und Beine gefordert

Die Wiler Fachlehrperson begann selber vor rund vierzig Jahren mit dem OL-Laufen. Ihr Primarlehrer weckte die entsprechende Faszination in ihr. Sie teilt sie mittlerweile mit ihren beiden Söhnen, ihrem Mann sowie ihrem Schwiegervater. «OL ist für mich eine ideale Verbindung zwischen Kopf und Beinen», sagt sie über die Motivation für ihren Sport. Jeder neue Lauf ist für sie eine neue Herausforderung, nie sei man auf der gleichen Bahn im Gelände unterwegs.

Lauf durch die Altstadt

Nathalie Berlinger gehört zu den Mitinitianten des sogenannten Fix Control OLs, eines speziellen OLs in der Wiler Altstadt. Vor rund sieben Jahren wurden an verschiedenen Bauwerken innerhalb und um die Altstadt mit dem Einverständnis der Eigentümer orange-weisse Plaketten angebracht. Dazu gehören unter anderem der Bärenbrunnen, aber auch die Schwertstiege und das Kapuzinerkloster.

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Orange-weisse  OL-Plaketten an verschiedenen Punkten in der Wiler Altstadt vermitteln Wissenswertes über das jeweilige Bauwerk. 

18 Posten sind mit einem sogenannten QR-Code hinterlegt. Wer sein Smartphone auf sie richtet, erfährt über einen eingeblendeten Kurztext mehr über das Bauwerk.

Der Altstadt-Parcours ist nicht nur für flinke Köpfe und Beine gedacht, auch bummelnde Touristen und Einheimische lernen dank digitaler Hilfe weniger bekannte Seiten der Altstadt besser kennen.

Ein weiterer ähnlicher Lauf wurde kürzlich auch im Lindenhofquartier eingerichtet.