Von wegen «kaum Niederschlag»: In Rickenbach regnet es seit Tagen – und zwar Steine. Tonnenweise. Denn die Hinterthurgauer Gemeinde verliert bis zum Jahresende ihr Wahrzeichen – um es bis spätestens Sommer 2021 in gleicher Höhe neu erbaut zurückzuhaben. Die Mühle Rickenbach, in welcher seit 2003 nicht mehr produziert wird, weicht für ein Gesamt-Investitionsvolumen von 25 Millionen Franken einem Wohnhaus mit 44 Mietwohnungen zu 2 ½, 3 ½ und 4 ½ Zimmern sowie acht Ateliers. Die Planungen laufen bereits seit 16 Jahren.

Zuerst müssen aber der 55 Meter hohe Siloturm und das Maschinenhaus abgebrochen werden. Die Arbeiten ziehen täglich Schaulustige in ihren Bann. Sie sehen, wie ein riesiger Spezialbagger der Firma Aregger AG das leergeräumte Gebäude zermalmt. Die Masse des Baggers sind beeindruckend: 200 Tonnen ist er schwer, hat einen Ausleger von rund 60 Metern, verfügt über rund 680 PS und verbraucht unter Volllast rund 100 Liter Diesel pro Stunde. Je nach Fortschrittstempo wird bis Ende Jahr gar ein noch grösserer Bagger in Rickenbach anpacken – nämlich der grösste Europas.

Von der Silostube ist schon nichts mehr da. Das wird sich aber wieder ändern. Projektleiter Thomas Engel hat vor dem Baustart versprochen, dass es auch im neuen Gebäude eine Silostube geben wird.

Im Video: Hier wird die Mühle abgebrochen: