«Die Leidenschaft entdeckte ich mit 15 Jahren, während ich mein erstes Töffli reparierte», sagt Silvan Derungs während er seiner Garage an einem seinem aktuellen Projekt herumschraubt. Kein Töffli – diese Zeiten sind vorbei – sondern eine Harley Davidson. «Eigentlich sagte mir diese Marke zu Beginn nicht besonders zu», erklärt er, «aber dann fiel mir auf, wie viel man mit einem Umbau optisch bewirken kann.»

Deshalb hat sich Derungs mittlerweile auf diese Marke spezialisiert. Pro Motorrad schraubt er rund ein halbes Jahr und verleiht dem Gefährt ein neues «Kleid». Etwas länger ging es bei seinem Liebling, der «Black Pearl». In diesem Werk, einer Harley mit schwarzem Tank und schwarzer Seitentasche, die optisch an Korallen erinnern, stecken rund zweieinhalb Jahre Arbeit.

Nach Schulabschluss hat Silvan Derungs die vierjährige Lehre zum Metallbauschlosser absolviert. Weitere vier Jahre später hat sich der heute 35-Jährige an der höheren Fachschule berufsbegleitend über vier Jahre zum Techniker HF Innenarchitekten weitergebildet.

Seit Mitte 2017 führt er sein eigenes Innenarchitekturbüro «85d innenarchitektur», mit dem er unter anderem ganze Innenausbauprozesse mitbegleitet. Dort ist für Derungs die Devise: Ein gutes Konzept hat Hand und Fuss und geht vom Kopf ins Herz. Das hat er sich auch bei den Harley-Umbauten verinnerlicht.

Dabei verfolgt er – wie auch bei der Arbeit – den Grundsatz «Gleich ist gut, anders kann jedoch besser sein». Zutage kommt diese Einstellung insbesondere, wenn Derungs ein neues Konzept für ein Motorrad hat. Dann begibt er sich zuerst auf Recherche im Internet.

«Wenn es bereits etwas Vergleichbares gibt, lasse ich die Finger davon und mache etwas anderes.» So hat er schon ein Dutzend Motorräder und halb so viele Autos umgebaut. «Von den Autos lasse ich aber mittlerweile die Finger, denn dort findet man oft weitere Baustellen, die einen Umbau enorm zeitraubend machen können und einem die Motivation absaugen.


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