Diesen Jahreswechsel dürfte die damals 22-jährige Schweizerin nie mehr vergessen. Die dramatischen Szenen spielten sich am Wohnort der Eltern ihres Ex-Freundes ab – und zwar im Schlafzimmer der Wohnung in Rickenbach. Das Jahr 2017 war noch keine zwei Stunden alt, als die beiden stritten. Der heute 27-jährige Mann drückte die Frau mit der Hand am Hals gegen die Wand, bis sie nicht mehr atmen konnte. Damit aber noch lange nicht genug. Im Korridor warf der Mann die Frau gegen einen Tisch mit einer Glasplatte, auf welchem ein Glasteller mit Christbaumkugeln platziert war. Er hob sie danach auf und warf sie noch einmal in den mittlerweile umgefallenen Tisch und die Glasscherben. Während die Frau am Boden lag, trat der Mann ihr gegen die Hüfte. Schliesslich hob er sie auf, trug sie ins Saunazimmer und warf sie gegen die Wand. So die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft in der Anklageschrift.

Die Frau wurde gleich mehrfach verletzt und zog sich Hämatome am Oberarm, am Oberschenkel und am rechten Kiefergelenk zu. Die Halswirbelsäule zeigte sich in sämtlichen Richtungen eingeschränkt. «Der Beschuldigte musste wissen, dass er die Frau durch Würgen am Hals in Lebensgefahr bringen und sie durch den Aufprall ihres Kopfes an Hindernissen dauernde und irreversible Schäden an Körper und Gesundheit zuziehen könnte», so der Staatsanwalt weiter.

Unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft

Für diese Taten musste sich der Hinterthurgauer unlängst vor dem Bezirksgericht Münchwilen verantworten – und wurde verurteilt. Es setzte eine Geldstrafe von 19'200 Franken ab, die bei einer Probezeit von zwei Jahren bedingt ausgesprochen wurde. Zudem wurde dem Mann eine Busse von 2000 Franken auferlegt. Somit blieb die Richterin unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die eine bedingte Geldstrafe von 36'000 Franken und eine Busse von 2500 Franken gefordert hatte. Zudem muss der Mann der Frau eine Genugtuung von 2000 Franken und eine Entschädigung von 7500 Franken entrichten.

Nicht schuldig ist die Frau. Dies ist insofern nicht selbstverständlich, als dass ihr per Strafbefehl vorgeworfen waren war, sie habe ihrem Ex-Freund an besagtem Silvesterabend eine Ohrfeige verpasst und ihm in die Hand gebissen.