Eigentlich wären alle Sirnacherinnen und Sirnacher zu diesem Informationsabend eingeladen gewesen – der Zulauf blieb jedoch äusserst überschaubar. Nichtsdestotrotz entwickelte sich eine angeregte Diskussion mit zahlreichen Inputs, Wünschen und Fragen seitens der Teilnehmer. Denn die liessen sich zwar von Gemeindepräsident Kurt Baumann und Gemeindeschreiberin Manuela Fritschi zur Teilrevision der Gemeindeordnung informieren, nahmen indes immer wieder auch Stellung zu behandelten Themen.

Die Gemeindeordnung vom 1. Januar 2015 habe sich sehr gut bewährt, erklärt Kurt Baumann. Eine Totalrevision dränge sich daher nicht auf, «jedoch ist aufgrund des Gesetzes über die Gemeinden ein kleiner Anpassungsbedarf vorhanden. Der Gemeinderat beabsichtigt, die teilrevidierte Gemeindeordnung auf Beginn der neuen Legislatur 2023 bis 2027 in Kraft zu setzen», sagt das Gemeindeoberhaupt und verweist dahingehend, dass die Gemeindeordnung als oberste Gesetzgebung einer Gemeinde gilt.

Auf Erfolgskurs seit 2012

Die Gemeinde Sirnach hat im Jahr 2012 seine Gemeindeverwaltung mittels Geschäftsleitungsmodell organisiert; und das sei gut so. «Die Geschäftsleitung führt die Gemeindeverwaltung operativ, während sich der Gemeinderat um das Strategische kümmert. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass dies damals ein gewinnbringender Schritt gewesen ist. Ich habe dadurch enorme Entlastungen gespürt, so muss ich zum Beispiel die Bewerbungsgespräche – auch solche mit angehenden Lehrlingen – nicht mehr führen. Seit solche Aufgaben wegfallen, kann ich mich meinen Aufgaben besser annehmen und mich gegen aussen stärker positionieren», sagt Baumann. Der Gemeinderat vertritt nun die Ansicht, dass sich das Modell mit einer strategischen und operativen Leitung der Gemeinde sehr gut bewährt, somit wird dieses Modell auch eine Aufnahme in der revidierten Gemeindeordnung finden. Bislang war dies lediglich in der Verordnung über die Geschäftsordnung sowie in der Verordnung über die Geschäftsleitung der Gemeindeverwaltung festgehalten.

Allerlei kurz zusammengefasst

Obschon lediglich von einer Teilrevision die Rede ist, sind es doch zahlreiche Artikel, welche in der Gemeindeordnung revidiert werden. Nicht wenige redaktionelle Anpassungen werden vorgenommen. Dazu kommen etwa Verfeinerungen in der Art der Zustellung der Botschaften zu den Gemeindeversammlungen – hier wird offensichtlich, dass die Digitalisierung auch vor einem Gemeindewesen nicht Halt macht. Über Schweigepflichten, Abstimmungen und Wahlen, Anträgen zu nicht traktandierten Geschäften, Geschäftsleitung, oder Ausstandspflichten und Erteilung von Gemeindebürgerrecht, wird an diesem Abend im Mehrzwecksaal Kett informiert und sinniert. Die Vernehmlassung dazu dauert bis Ende März. An einer Urnenabstimmung am 25. September soll dann diese besagte Teilrevision vom Sirnacher Souverän genehmigt werden. Und wenn dann auch noch der Thurgauer Regierungsrat sein okay gibt, soll die «neue» Gemeindeordnung am 1. Januar 2023 in Kraft treten.