Seit dem Frühjahr hat Sirnach mit der Spange Hofen eine Art Umfahrungsstrasse. Erst vor Kurzem wurden die Bauarbeiten bei der Einmündung der Winterthurerstrasse abgeschlossen. Und schon soll eine nächste Spange errichtet werden. Auch diese beginnt beim Kreisel Q20 unweit der Autobahnzufahrt, geht aber genau in die andere Richtung wie die Spange Hofen – und zwar bis hin zur Frauenfelderstrasse. «Die Spange Grünau Nord soll zwei Funktionen haben. Einerseits soll sie dem öffentlichen Verkehr für die Verbindung vom neuen Fachmarkt zum Bahnhof dienen. Andererseits soll es eine direktere Verbindung für die Quartiere Sonnenberg und Untermatt Richtung Autobahn sein», sagt Sirnachs Gemeindepräsident Kurt Baumann. Die Funktion einer Umfahrung des Dorfes Sirnach zwischen Wil und Eschlikon wird diese Spange aber nicht haben. Sie wird ab der Frauenfelderstrasse nicht bis zur Wilerstrasse verlängert.

Mit der Planung dieser nächsten Spange nimmt sich der Gemeinderat einem Auftrag an, den er schon mehr als ein Jahrzehnt hat. Denn im Jahr 2009 haben die Stimmbürger an der Gemeindeversammlung die Behörde beauftragt, nach der Fertigstellung der Spange Hofen die Planung der Spange Grünau Nord in Angriff zu nehmen. Als erstes soll nun das benötigte Land für die Strasse erworben werden. Der entsprechende Streifen nördlich der Schulanlage Grünau ist rund zehn Meter breit und aktuell im Besitz des Kantons Thurgau. Dieser bietet an, das benötigte Land für total rund 26'000 Franken zu verkaufen. Das entspricht einen Quadratmeterpreis von 7 Franken.

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Die Spange Grünau Nord soll vom Kreisel Q20 am unteren Bildrand geradeaus am Fussballplatz und der Schule Grünau vorbei bis «hinauf» zur Frauenfelderstrasse verlaufen.


Sanierung Winterthurerstrasse: Einsprachen

Wann die Spange Grünau Nord gebaut wird, steht noch nicht fest. Eine vertiefte Planung ist genauso ausstehend wie eine Terminplanung für die Realisierung. «Die Verbindung soll im 4. Aggloprogramm der Regio Wil aufgenommen werden», sagt Kurt Baumann. Wenn der Sirnacher Souverän kommendes Jahr dem Kredit für die Dreifach-Turnhalle Birkenweg zustimmt, so wird ein Teil der Spange Grünau Nord bereits gebaut – als Zufahrt für die neue Halle ab Kreisel Q20. Darum wird an der nächsten Gemeindeversammlung am 10. Dezember dem Stimmbürger ein so genannter Eventualkredit vorgelegt.

Während die Planungen für die Spange Grünau Nord langsam ins Rollen kommen, sind jene für die Umgestaltung der Winterthurerstrasse quer durchs Dorf abgeschlossen. Die Strasse ist seit der Eröffnung der Spange Hofen weniger dicht befahren und soll umgestaltet werden. Doch während der Planauflage sind Einsprachen eingegangen. Das kantonale Tiefbauamt muss sich nun mit diesem befassen. «Geplant sind die Arbeiten für das kommende Jahr. Ich gehe davon aus, dass der Terminplan immer noch realistisch ist», sagt Baumann.