Die Wiler Narren haben einen klaren Dreipunkte-Plan, was bis Dienstagabend umgesetzt sein soll. Punkt 1: E-Bike-Taxis zwischen Altstadt und Stadtweier. Punkt 2: Wil soll die grösste autofreie Zone des Kantons St. Gallen werden, womit in der Äbtetadt nicht mehr Auto gefahren würde. Und Punkt drei: Public Gardening mit Küchenkräutern, Früchten und Gemüse auf allen öffentlichen Grünflächen inklusive aller Kreisel soll ermöglicht werden. Während die Fastnächtler der FGW mehr oder weniger hart an der Umsetzung arbeiten, stellt sich eine ganz andre Frage: Was mach eigentlich Stadtpräsidentin Susanne Hartmann in dieser Zeit? Sie wird doch hinter verschlossenen Türen nicht etwa klangheimlich arbeiten? Immerhin hätte sie nun Zeit, um mit Bruno Damann verstärkt Wahlkampf für die Regierungsrats-Kampagne zu machen. Doch ohaläts. «Ich bin am Arbeiten», sagt Hartmann, um dann anzufügen: «Ich kann aber die volle Verantwortung auf die Narren abschieben. So gibt es genügend Zeit, um etwas zu feiern, Berge von Schamauchen-Würsten, Schwimmbecken von Bier und lastwagenweise Fastnachts-Chüechli zu konsumieren. Huh ä Lotsch.»

Wir halten fest: In Wil klappt das höchstens halbwegs mit der Stadtübernahme. Und wie sieht es in Sirnach aus? Seit Donnerstagabend ist das Gemeindehaus in gelben und roten Stoff gehüllt. Auch Gemeindepräsident Kurt Baumann darf nicht mehr arbeiten bis am Dienstag. «Durch die Verhüllung sieht man nicht mehr hinaus auf das närrische Treiben. Der Vorteil ist, dass man auch nicht von aussen hineinsieht. So kann ich in Ruhe arbeiten.» Oha, auch Baumann bricht mit der Fasnacht-Tradition. Zapfe, Zapf, Zapf. Aber immerhin erzählt «Super Kurt», wie der Gemeindepräsident dieser Tage aufgrund das Fasnachtsmottos «Superhelden» genannt wird: «Einmal tagte der Gemeinderat an einem Fasnachtsmontag. Da kam die Muschelfee mit den Muscheldamen vorbei und hat uns eine Erfrischung gebracht. Nicht nur Wasser.»

Hoffentlich trifft man die beiden wenigsten über das Fasnachts-Wochenende nicht hinter dem Schreibtisch an.