Eine Energiestadt ist Wil schon seit geraumer Zeit. Als nächstes soll sie zusätzlich eine Smart City werden. Dies geht auf ein Postulat zurück, welches nach der Einreichung durch Stadtparlamentarier Urs Etter (FDP) für erheblich erklärt worden ist. Knapp vier Jahre später liegt zwar erst die Vision vor, was hinter dieser Worthülse steckt. Daraus lässt sich aber schon einiges herauslesen. Wil soll eine smarte Stadt im Grünen werden – und auch als solche wahrgenommen werden.

Da es in dieser Thematik kein Label zu erlangen gilt, sucht sich jede Stadt ihren eigenen Weg. Jener Wils sieht vor, dass der Fokus auf die Jugend und die Senioren gelegt wird. «Wir wollen die Bevölkerung von Anfang an miteinbeziehen», sagt Stadtrat Daniel Stutz. Rund 300 Personen sind zu den Themenfeldern Umwelt, Wirtschaft, Gesellschaft, Mobilität, Bevölkerung und Verwaltung befragt worden. Es sind jene sechs Dimensionen, welche sich in der internationalen Diskussion um Smart Cities herauskristallisiert haben. Ergänzt wurden die Daten mit den Erkenntnissen aus Gesprächen mit den Mitgliedern des Stadtrats und den Departements-Leitenden.

Digitale Technologien für ältere Menschen

Dabei wurden nach Priorität geordnet verschiedene Handlungsfelder definiert. So werden der Ressourcenschonung und erneuerbaren Energien der grösste Wert beigemessen. Es folgen die Handlungsfelder «Smarte und nachhaltige Gebäude» und «Nachhaltige Stadtplanung und Entwicklung». Aus den Handlungsfeldern wurden alsdann erste Massnahmen abgeleitet. So sollen unter anderem smarte Areale und smarte Quartiere mit hohem Wohnkomfort und Energieeffizienz entstehen. Zudem soll es «Active and Assisted Living (AAL)» geben. Dies ermöglicht älteren Menschen, durch den Einsatz digitaler Technologien länger ein selbständiges Leben in den eigenen vier Wänden zu führen.

Stadt will Anschub leisten

Am Ende des Tages soll eine Fülle an Massnamen umgesetzt werden. Einige kleinerer Natur sind konkret. Zum Beispiel sollen «smarte Bänkli», bei welchen man das Mobiltelefon laden kann, errichtet werden. Geplant ist auch die Vernetzung untereinander. Schon weit gediehen ist das Vorhaben in einem Wiler Quartier – der Name wird von der Stadt noch nicht genannt – Solar-Anlagen zusammenzuschliessen. «Die Bildung von Communities soll von uns unterstützt werden. Es braucht eine Anschubhilfe», sagt Stadtrat Daniel Meili. So sei zum Beispiel auch vorstellbar, dass ein und derselbe Rasenmäher von Bewohnern mehrerer Liegenschaften gebraucht werden kann. Stadtpräsidentin Susanne Hartmann beschreibt die Vision der Smart City so: «Sie ermöglicht allen Einwohnern von Wil, in einer attraktiven und zukunftsorientierten Stadt bei hoher Lebensqualität und geringen Ressourcenverbrauch zu leben, zu arbeiten und die Freizeit zu verbringen.»

Nun ist wieder das Stadtparlament dran

Als nächstes ist das Wiler Stadtparlament am Zug. Es wird die Ideen des Stadtrats beraten. Gibt es grünes Licht, wird im Budget für das Jahr 2021 eine 50-Prozent-Stelle für einen Projektleiter Smart City beantragt. Wie viel die gesamte Umsetzung von Smart City kosten wird, steht noch nicht fest.