Im Auftrag des Forums BGM Ostschweiz hat das IOL Institut für Organisation und Leadership der OST – Ostschweizer Fachhochschule im Zeitraum von April bis Juni 2022 insgesamt 813 Betriebe und Organisationen aus den Ostschweizer Kantonen sowie dem Fürstentum Liechtenstein zur Gesundheitsförderung im Betrieb befragt. 43 Prozent und damit fast die Hälfte der Befragten möchte die psychische Gesundheit ihrer Mitarbeitenden vermehrt fördern. Psychische Gesundheit ist die Voraussetzung dafür, dass Menschen sich entfalten, mit normalen Spannungen des Lebens umgehen, einer Arbeit nachgehen und einen Beitrag zum Gemeinschaftsleben leisten können. «Betriebe und Organisationen können durch die Gestaltung von gesunden Verhältnissen und Arbeitsbedingungen sowie durch die Förderung der Gesundheitskompetenzen ihrer Mitarbeitenden einen wichtigen Beitrag dazu leisten», heisst es dazu im eben veröffentlichten Bericht.

Potenzial bei der Entwicklung von Gesamtkonzepten

Aus der Studie geht hervor, dass 20 Prozent der Umfrageteilnehmenden bereits ein Gesamtkonzept zur Gesundheitsförderung umgesetzt haben. Bei 15 Prozent befindet sich ein Gesamtkonzept im Aufbau. Über die Hälfte aller Befragten verfügt damit noch über kein systematisches Vorgehen zur Förderung der Gesundheit ihrer Mitarbeitenden. Dieses Ergebnis zeigt auf, wie unterschiedlich stark sich die Betriebe und Organisationen mit dem Thema auseinandersetzen.

Im Rahmen der Erhebung gaben 22 Prozent derjenigen Befragten an, welche ein Gesamtkonzept planen oder aufbauen, dass sie sich externe Unterstützung wünschen. Am häufigsten genannt wurden als Unterstützungspartner die Suva, das Forum BGM Ostschweiz sowie der Branchen- bzw. Berufsverband.

Vorgesetzte reagieren bei Überlastung

Führungskräfte beeinflussen mit ihrem Verhalten die psychische Gesundheit der Mitarbeitenden. Zu einem gesundheitsförderlichen Führungsverhalten gehören zum Beispiel Mitbestimmungsmöglichkeiten, Anerkennung und Wertschätzung, Unterstützung durch die Führungspersonen oder die Qualität der Kommunikation. 84 Prozent der Befragten geben an, dass ihre Vorgesetzten den Erhalt und die Förderung der Gesundheit ihrer Mitarbeitenden als Führungsaufgabe verstehen. Erfreulich ist, dass auch 87 Prozent angaben, dass ihre Vorgesetzten bei Überlastungen von Mitarbeitenden reagieren. Dennoch möchten 42 Prozent der Befragten das gesundheitsförderliche Führungsverhalten noch stärker fördern.

Massnahmen zur Förderung der Konflikt- und Teamfähigkeit

41 Prozent der Befragten gaben an, weiterführende Massnahmen zur Förderung der Konflikt- und Teamfähigkeit zu planen. Bis anhin setzen 66 Prozent Massnahmen zur Förderung der Konfliktfähigkeit der Mitarbeitenden um, was im Verhältnis zu den übrigen Massnahmen, welche Umsetzungswerte von bis zu über 90 Prozent erzielen, noch Entwicklungspotenzial aufzeigt.

Obwohl die Erfüllungsgrade im Bereich der bestehenden Massnahmen bereits sehr hoch sind, sieht mit 34 Prozent gut ein Drittel der Befragten weiteren Handlungsbedarf im Hinblick auf die Verbesserung der Arbeitsabläufe und der Klärung von Zuständigkeiten.