Von Max von Pettenkofer (1818-1901) erzählt man, eines Tages habe der Hygieneforscher - zum Entsetzen seiner Studenten - demonstrativ eine grössere Menge Choleraerreger geschluckt. 

Mit diesem dramatischen Experiment wollte der Professor den angehenden Ärztinnen und Ärzten vor Augen führen, dass Krankheitskeime vor allem gefährlich sind, wenn sie ein Milieu vorfinden, in dem sie sich vermehren können.

Bei einem Menschen mit geschwächten Abwehrkräften hätte dieses riskante Experiment zum Tode führen können, dem robusten Pettenkofer passierte nichts.

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Im Schlaf regeneriert sich das Immunsystem. (Foto: pixabay Claudio_Scott) 

Jeder Mensch verfügt über einen mehrstufigen Schutz gegen Infektionen. Die Qualität des eigenen Abwehrsystems wird zum einen durch Vererbung bestimmt, zum andern hängt sie aber auch stark vom Lebensstil ab. 

Im Weiteren «lernt» es fortwährend dazu, indem es mit immer neuen Varianten von Mikroben in Kontakt kommt und so entsprechende Abwehrstoffe bildet.

Beschützte Einfallstore 

An einigen Stellen muss der Köper permanent geöffnet sein, damit Flüssigkeit, Nahrung und Sauerstoff in sein Inneres gelangen können, bzw. Abbaustoffe abgegeben werden können.

Mit ihren Schleimhäuten besitzen Mund und Nase chemische Zutrittsschleusen, die das Eindringen unerwünschter Keime in den Organismus verunmöglichen sollen. Nicht immer gelingt dies.

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Eine vitalstoffreiche Ernährung stärkt die Schutzschilde. (Foto: pixabay TheOtherBen) 

Am Anus und in der Harnröhre geben spezialisierte Zellen ein Sekret ab, das Bakterien und Pilze fernhält. Einseitige Ernährung, Schlafmangel, ständiger Stress sowie übertriebene Hygiene können allerdings die Schutzwirkung beeinträchtigen. Manchen Erregern gelingt es, die ersten Hürden zu überwinden und weiter ins Körperinnere zu gelangen.

Komplexes Schutzsystem 

Dort tritt der Hauptschutzschild, das Immunsystem, in Aktion. Dieses ist nicht an einem bestimmten Ort im Körper lokalisiert, es basiert auf einem komplizierten Zusammenwirken des Darms, der Milz, des Knochenmarks, der Thymusdrüse und der Lymphknoten. Mit verschiedenen Botenstoffen und spezialisierten Zellen werden die Erreger eliminiert.

Tipps von hallowil.ch zum Stärken der Abwehrkräfte:

  • Entspannung hilft den Abwehrkräften: Das Immunsystem benötigt eine ausgeglichene Balance zwischen Spannung und Entspannung, dadurch nehmen bestimmte Abwehrstoffe im Blut, so genannte Interleukine, zu.
  • Eine optimistische Lebenseinstellung stärkt die Abwehrkräfte. Eine Untersuchung in den USA zeigte, dass sich im Blut von Pessimisten weniger Abwehrzellen nachweisen lassen. Eine gedrückte Stimmung hemmt zudem die Bildung von Immunglobulin.
  • Lachen macht den Erregern das Leben schwer: Forscherinnen und Forscher fanden im Blut von Viellachern eine erhöhte Anzahl von Antikörpern, Helferzellen und so genannten L-Lymphozythen.
  • Saunabesuche unterstützen das Immunsystem. Gelegentliche Aufenthalte im Hitzeraum machen jedoch wenig Sinn. Um Erfolg zu haben, muss man mindestens während einiger Wochen regelmässig schwitzen.
  • Ausgewogene Ernährung stärkt die Abwehr: Obst, Früchte und Gemüse über den Tag verteilt, sind für die Versorgung mit Vitaminen und Schutzstoffen optimal.
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Regelmässige Bewegung an der frischen Luft ist für die Abwehrkräfte unerlässlich. (Foto: pixabay pasja 1000) 


  • Beim Kochen grosszügig auf Kräuter setzen: Thymian, Rosmarin, Salbei, Chili, Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer enthalten keimtötende Inhaltsstoffe.
  • Lindenblütentee stärkt das Immunsystem: In einem Experiment mit an Grippe erkrankten Kindern hatte das regelmässige Trinken von Lindenblütentee eine deutlich bessere Heilwirkung, als das Schlucken von Medikamenten.
  • In der Nacht regeneriert sich das Immunsystem - allerdings nur bei ausreichendem Schlaf: Für Kleinkinder ist eine Schlafdauer von 10 -12 Stunden angemessen, Erwachsene sollten 6 - 8 Stunden ruhen.
  • Regelmässige Bewegung an der frischen Luft unterstützt die Abwehr. Ideal sind ausdauernde Betätigungen wie Walking, Langlauf, Velo fahren, Schneeschuh laufen oder Joggen; 2- 3 mal in der Woche je eine Stunde ist das Minimum.