«Nach Abschluss des Projekts wird der ZAB in der Lage sein, die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kunden an Dampf, Wärme oder Strom optimiert, saison- und nachfragegerecht abdecken zu können», schreibt der Zweckverband Abfallverwertung Bazenheid (ZAB) im aktuellen Mitteilungsblatt der Gemeinde Bütschwil. Nachdem in den Jahren 2012 bis 2014 mit dem Ersatz der Feuerung und des Kessels der Ofenlinien 1 und 2 sowie der Inbetriebnahme einer 40-bar-Turbine die thermischen Anlagen in Bazenheid teilerneuert wurden, werde mit dem laufenden Bauprojekt der Energiepark Bazenheid bis Mitte 2022 nochmals wesentlich und nachhaltig optimiert.

Im Zentrum des Umbauprojekts stehen der Ersatz der Feuerung und des Kessels der Verbrennungslinie 3, der Ersatz der Entstaubungsanlagen sowie der Ersatz der nasschemischen Reinigung aller Linien mit einer Trockenreinigungsstufe. Der ZAB befindet sich mit den Bauarbeiten rundum auf Kurs – dies während laufenden Betriebs. «Ende Juni konnte die aus dem Jahr 1984 stammende Ofenlinie 3 nach 36 Betriebsjahren ausser Betrieb genommen und im Sommer zurückgebaut werden», heisst es weiter. Im Moment laufen die Vorbereitungsarbeiten für den Einbau der neuen Feuerung und des neuen Kessels, welche Ende November mit einem 1000-Tonnenkran eingehievt werden sollen. Die neue Feuerung mit dem neuen Kessel stellen energetisch betrachtet das «Herzstück» des Umbaus dar.

Leuchtturm im Energietal

Mit dem Umbau werde die Betriebseffizienz der Anlagen verbessert. Im Vordergrund stehen die Reduktion des Eigenenergiebedarfs und die effizientere Produktion. «Mit all den geplanten Massnahmen wird es möglich sein, den Eigenenergieverbrauch um 20 bis 30 Prozent zu senken», verspricht der ZAB. Damit werden am Standort Bazenheid optimale Rahmenbedingungen für eine flexible Energiebewirtschaftung, aber auch ideale Voraussetzungen für den weiteren Ausbau der externen Energienutzung geschaffen – beispielsweise die Versorgung kommunaler bis hin zu regionaler Fernwärmenetze. Zudem kann die Flexibilität in der Energieproduktion mit einer vermehrten Ausrichtung auf Bedarf und Nachfrage gesteigert werden. Das Projekt stehe so im Licht einer nach- haltigen Klima- und Energiepolitik in der ganzen Region. 

Fernwärmenetz nimmt Formen an

Pünktlich zu Beginn der kälteren Jahreszeit konnte in diesem Herbst die vierte Etappe des Fernwärmenetzes Bazenheid abgeschlossen werden. Während im ersten vollen Betriebsjahrs 2018 das Bazenheider Fernwärmenetzes 2’540 MWh Wärme bezogen hat, verdoppelte sich die Menge bereits im Jahr 2019 auf 5’140 MWh. Die Hochrechnung für das Jahr 2020 geht von rund 8’500 MWh aus. Im kommenden Jahr solle schliesslich auch mit dem Bau des Fernwärmeasts ins Dorf Kirchberg begonnen werden. «Das Wärmenetz Bazenheid-Kirchberg dürfte im geplanten Endausbau jährlich rund 20’000 MWh ab dem Energiepark des ZAB beziehen.» Nach dem Umbau des Energieparks Bazenheid werden jährlich insgesamt 400’000 bis 450’000 MWh Wärme zur Nutzung verfügbar sein. Der ZAB sei somit mit seiner Infrastruktur künftig in der Lage, den Bedarf für verschiedene Fernwärmenetze jederzeit und nach Massgabe der saisonalen Bedürfnisse zur Verfügung zu stellen. (pd)