In vielen Gemeinden und Dörfern fiel die Entscheidung nach der Medienkonferenz des Bundesrats am 27. Mai. Auch nach den damals kommunizierten Lockerungen sahen sich die Organisatoren – oftmals Vereine – durch die Anforderungen für die obligatorischen Schutzkonzepte gezwungen, die Bundesfeiern abzusagen. In Wil, Bazenheid, Flawil, Uzwil, Oberuzwil, Oberbüren, Niederbüren, Sirnach, Fischingen und Wängi findet in diesem Jahr keine Bundesfeier statt. In Wil findet auch das traditionelle Feuerwerk nicht statt. Ebenso entfällt in Wilen und Rickenbach der traditionelle Brunch am Vormittag. 

Die Organisatoren sehen sich vor allem bei schlechtem Wetter ausser Stande, in Festzelten und Scheunen die Möglichkeit zur Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln zu garantieren. Doch auch andere Gründe werden angeführt: In Uzwil ist es gemäss Gemeindepräsident Lucas Keel auch ein Problem, dass die Mehrzahl der Mitglieder des mitorganisierenden «Sängerbundes an der Thur» zur Risikogruppe gehört.

Feuerwerk in Bazenheid, Funken in Aewil

Die Dorfkorporation Bazenheid teilt mit, dass das traditionelle Feuerwerk «für die Daheimgebliebenen» trotz Absage der Bundesfeier gezündet werde. In anderen Gemeinden wird ein Alternativprogramm auf die Beine gestellt. Die Gemeinde Bütschwil-Ganterschwil verzichtet zwar ebenfalls auf eine offizielle 1. Augustfeier. Dafür werde aber die Familie Schoch vom Restaurant «Berghof» in Aewil in der Gemeinde Gantscherwil, wo eine Feier mit Brunch und Funken stattfindet, mit einem finanziellen Beitrag unterstützt.

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Solche Bilder wie hier bei der Bundesfeier in Wil im vergangenen Jahr wird es heuer in keiner Gemeinde geben. (Archivbild: Lukas Tannò)

Ein Alternativprogramm im kleinen Rahmen gibt es auch in der Gemeinde Jonschwil. Zwischen 10 und 13 Uhr werden für die Bürger Führungen auf der Baustelle des neuen Schulhauses in Schwarzenbach angeboten. Diese finden in Gruppen von maximal 15 Personen und mit Maskenpflicht statt. Dazu gebe es eine Gratiswurst mit Brot und eine Festwirtschaft für maximal 100 Leute mit genügend grossen Sitzplatz-Abständen, schreibt Gemeindepräsident Stefan Frei. Auch müssten sich alle Besucher registrieren lassen. 

In Zuzwil findet in der Pfarrkirche St. Josef um 10.30 Uhr eine ökumenische Andacht zum Nationalfeiertag statt. Auf die anschliessende Bundesfeier wird ebenfalls verzichtet. «Gemäss bischöflichen Weisungen soll auch bis mindestens 6. August kein Apéro angeboten werden», schreibt der Pfarreibeauftragte Rolf Tihanyi.

Kirchberg und Münchwilen wollen durchführen

Stattfinden sollen die Bundesfeiern hingegen in Münchwilen und Kirchberg. «Der Gemeinderat und die Sport- und Kulturkommission (SUK) haben sich grundsätzlich für eine Bundesfeier am 31. Juli entschieden», schrieb die SUK in der vergangenen Woche. In welchem Rahmen die «Bundesfeier Light» stattfindet, wird im Juli noch bekanntgegeben. Auch eine Absage halten die Veranstalter offen. In Kirchberg findet auf der Sportanlage Sonnmatt seit einigen Jahren der 1. August-Brunch der Frauenmannschaft des FC Kirchberg statt – auch in diesem Jahr, wie Trainer Yves Lusti auf Anfrage sagt.  

Auch die Gemeinde Tobel-Tägerschen will die Bundesfeier durchführen. Wie Mark Wildi, Gemeinderat und Sprecher des OK Bundesfeier, in den aktuellen Gemeindemitteilungen schreibt, ist beim Fussballplatz Breite eine «kleine Festwirtschaft» geplant. Weiter stehen auf dem Programm: eine Festrede der Thurgauer SP-Nationalrätin Edith Graf-Litscher und ein 1. August-Funken. In einem abgesperrten Bereich dürfen Kinder mit ihren Eltern Feuerwerk zünden. Die kurzfristige Absage der Feier bei allfälliger sich verschärfender COVID-19-Lage behält sich der Gemeinderat vor.

Noch unklar ist, ob in Eschlikon gefeiert wird. «Nach heutigem Stand der Erkenntnisse findet die 1. August-Feier in Eschlikon statt. Weitere Details sollten Ende nächster Woche bekannt gegeben werden», sagt Eschlikons Gemeindepräsident Hans Mäder am Mittwoch zu hallowil.ch.