Die Solargenossenschaft Jonschwil-Schwarzenbach ist 2014 gegründet worden. Sie bezweckt in gemeinsamer Selbsthilfe den Bau, Betrieb und die Investitionen in erneuerbare Energien. Hauptziel ist das Erstellen von Photovoltaikanlagen. Dies ermöglicht den Genossenschaftern ihren Strombedarf oder einen Teil davon aus erneuerbaren Quellen zu produzieren. Treibende Kraft ist Gemeindepräsident Stefan Frei. Er wurde an der Versammlung ebenso für zwei weitere Jahre wiedergewählt wie die weiteren ehrenamtlich tätigen Vorstandsmitglieder Stefan Haag, Peter Lenz, Jürg Scherrer, Paul Germann, Stefan Wild und Thomas Gämperli.

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Für dieses Modell, einen Renault Zoe von der Garage Daniel Grob in Schwarzenbach, hat sich die Gemeinde Jonschwil entschieden.


Stromproduktion markant gesteigert

Die Solargenossenschaft betreibt zwei Solaranlagen - eine auf dem Schulhaus Sonnenrain und seit dem vergangenem Jahr eine zweite auf dem Oberstufenschulhaus Degenau. Damit habe die Stromproduktion und -nutzung markant gesteigert werden können, führte Frei aus. Das habe sich auch auf den Ertrag ausgewirkt. Die Jahresrechnung hat mit einem kleinen Gewinn von 462 Franken abgeschlossen. Frei konnte den Eingang der Bundessubvention von 55'000 Franken für die Anlage Sonnenrain und von 39'000 Franken für die Anlage Degenau bekanntgeben. Das Genossenschaftskapital beträgt 370'000 Franken. Im laufenden Jahr wird mit einem Ergebnis von 20'000 Franken aus dem Stromverkauf an die Gemeinde und an die Schulen gerechnet, ebenso mit einem Gewinn von 3'600 Franken.

Während die Solargenossenschaft im laufenden Jahr keine besonderen Aktivitäten plant, sucht sie mittelfristig ein Gebäude, in dem sich Stromabnehmer mit einem grossen Bedarf befinden.


«Es ist Zeit für einen Wechsel»

In der Überleitung zum Vortrag von Christoph Strassmann, Leiter Markt und Kunden bei den Technischen Betrieben Wil, zitierte Frei Feststellungen aus einem Buch des ETH-Professors Anton Gunzinger. Die Energiekosten für Elektro- und Hybridahrzeuge, so der Professor, seien heute bereits deutlich tiefer als für herkömmliche Autos. Der CO2-Ausstoss und die Lärmentwicklung seien geringer. Das Fahrverhalten sei besser und der Unterhalt kostengünstiger. Sein Fazit: «Es ist Zeit für einen Wechsel.» Es sei möglich, unseren ökologischen Fussabdruck so zu reduzieren, dass wir mit einer Erde, statt wie beim heutigen Verhalten mit drei bis vier, auskämen. Mit einer besonnenen Energiestrategie könnten wir Jahr für Jahr rund 22 Milliarden Franken sparen und zudem zukunftsfähige Arbeitsplätze schaffen. So würden im Jahr 2035 nur noch ein Sechstel der heutigen Erdölmenge und 40 Prozent der heutigen Energie benötigt.


E-Autos: Strom von Solaranlagen beziehen

Christoph Strassmann von den Technischen Betrieben Wil gab als Ziel seiner Ausführungen an, die Zuhörer für die neue Technik zu sensibilisieren. Dazu stellte er zuerst die Technischen Betriebe Wil mit ihren zukunftsorientierten Sparten vor. 70 Mitarbeiter stünden im Einsatz für 60'000 Kunden und generierten einen Umsatz von 70 Millionen Franken. Für den Bereich E-Mobiltät gab er Tipps bezüglich der Ladestationen. Mittelfristig seien sie nicht in so grosser Anzahl wie die Benzintankstellen nötig. Der benötigte Strom solle möglichst mittels Solaranlagen produziert werden und die Batterien in Ladestationen in den Ein- und Mehrfamilienhäusern nachgeladen werden. Dazu brauche es aber leistungsfähige Anschlüsse.

Strassmann erwähnte, dass die Batterien laufend verbessert würden. Er zeigte auch weitere Möglichkeiten auf: Fahrzeuge betrieben mit Gas, Flüssiggas, Biogas oder Wasserstoff. In der übernächsten Generation erwartet er selbstfahrende Autos, welche in der Regel nicht mehr einem Besitzer gehörten, sondern bei Bedarf mehreren Nutzern zur Verfügung stünden.