Montagmorgen, 9 Uhr – für die meisten Feriengeniesser noch Schlafenszeit. Nicht aber für die Pfadi Wil. Die Pfaderinnen und Pfader waren schon früh auf den Beinen, um in ihre Lager loszuziehen. 16 Wölfli, also Kinder zwischen sechs und zehn Jahren, verbringen für rund eine Woche ihre Zeit im Pfadiheim in Erlinsbach SO. Aber Achtung: Die Wölfli sind gar keine Wölfli, sondern eine Mäusegruppe; das Pfadiheim kein Pfadiheim sondern ein Hotel. In Erlinsbach findet nämlich ein Seminar statt. Kurz nach der Ankunft dann der Schreck: das Hotel ist nicht wie gedacht eine Fünf-Sterne Bude und der Service lässt schwer zu wünschen übrig. Den versprochenen Wellnessbereich kann man ebenfalls lange und erfolglos suchen. 
In der kommenden Woche wird die Mäusegruppe versuchen, dem Hotelpersonal aufzuzeigen, wie man ein Hotel richtig führt. Ob dies gelingt, der Aufenthalt noch angenehm und das Mäuse-Seminar doch noch ein Erfolg wird, hängt vom Einsatz der Wiler Wölfli ab.


Lüscherz, Gefängnis und die schöne Heidi

Für die ältesten Teilnehmenden, die Pios (14-16 Jahre), begann das Lager schon ein wenig früher. Sie reisten bereists am Samstag nach Lüscherz am Bielersee. Dort begannen sie gemeinsam mit dem Leitungsteam den Lagerplatz einzurichten sowie den Sarasani und die Zelte aufzustellen. Die jüngeren Pfaderinnen und Pfader (10-14 Jahre) wurden am Bahnhof in Wil von Polizisten und Anwältinnen in Empfang genommen. Sie sind Hauptverdächtige bei einem Raubüberfall in Zürich, bei welchem in der Central Bank of Switzerland etwa 15 Millionen Franken gestohlen wurden. Nun werden sie im Gefängnis in Lüscherz mit dem «Häftlingsalltag» konfrontiert. Ob der geplante Gefängnisausbruch gelingt und was Heidi Klum mit dem Ganzen zu tun hat, wird sich für die rund 30 Pfader und Pios noch zeigen.


Nach den ersten beiden regnerischen Tagen hofft die Pfadi Wil auf Wetterglück für ihre beiden Lager – ansonsten wäre dann die Sonnencreme für nichts miteingepackt worden. Aber immerhin gäbe es dann keine Sonnenbrände.

Kaya Nas