Der Startschuss für die Planungen auf dem Areal Rosengarten erfolgte 2018. Damals gelangten die Egli Maschinen AG und die Thurvita mit der Bitte an den Wiler Stadtrat, dass die Stadt ihnen das Areal im Baurecht zur Verfügung stellen solle. Während für «Egli» aufgrund des starken Wachstums der Firma die Erweiterung des Betriebs im Vordergrund stand, wollte die Thurvita im und um das bestehende Altersheim Rosengarten einen Wohnort für Demente schaffen. Der Stadtrat Wil beantwortete das Anliegen positiv, forderte aber einen Wettbewerb. Dies, um «Synergien zu nutzen und einen Mehrwert zu schaffen», wie Stadtrat Daniel Stutz nun am Dienstag bei einem Infoabend  in den Räumen der Gebrüder Egli Maschinen AG vor rund 50 Personen erklärte.

Mal fehlt der Platz, mal die Architektur

Urs Egli erklärte, warum seine Firma bauen wolle: «Wir haben in den letzten Jahren um 35 Mitarbeiter zugelegt und damit unseren einstigen Bestand von 31 Mitarbeitern mehr als verdoppelt. Langsam, aber sicher geht uns der Platz aus». Der CEO der Thurvita, Alard du Bois-Reymond, legte seinerseits dar, warum die Erweiterung des «Rosengarten» am bestehenden Standort nicht nur für das Heim, sondern für die Stadt Wil wichtig wäre: «Wir haben bei der Thurvita viele Mitarbeitende, die sich hervorragend für das Wohl älterer Menschen einsetzen.» Was noch fehle, sei die dazu passende Architektur. Zudem sei es so, dass das klassische Altersheim in Zukunft immer weniger und Nischenangebote immer mehr gefragt sein werden. Das habe damit zu tun, dass die Menschen so lange wie möglich in einer vertrauten Umgebung bleiben wollen.

«Das ermöglichen wir nun bald im Rosengarten, wo im bisherigen Heim die Angehörigen der Dementen wohnen und somit ihren Liebsten nahe sein können, die im Neubau untergebracht sein werden», so Bois-Reymond. Bis zu 80 Demente sollen zukünftig auf dem Areal Rosengarten in  geschützten Wohngruppen leben. Von diesen aus sollen sie Zugang zu einer Gartenlandschaft haben, die als «Oase der Ruhe» angefacht sei. Sie soll so konzipiert werden, dass die Dementen die Natur zwar unkompliziert geniessen, das Gelände aber nicht eigenständig verlassen können.


Platzsparende Erschliessung geplant

Im Verlauf des Abends legten Architekten, Planer und Landschaftsgestalter ihre Pläne und Konzepte für das Areal vor. Zur Konstanzerstrasse soll der «Raumverschleiss» durch die Erschliessung mittels «kombinierter» Lösung deutlich reduziert werden. Und so ist es gedacht: Die Zufahrten in die Konstanzerstrasse erfolgen an zwei Stellen und die Bushaltestelle wird im Zuge des Betriebs- und Gestaltungskonzeptes Konstanzerstrasse verschoben. Dies soll auch zur Verkehrssicherheit beitragen. Die Thurvita rechnet mit dem Baubeginn im Jahr 2022 und dem Bezug im Jahr 2024. Die Egli Maschinen AG plant ihren Baubeginn zwar auch fürs Jahr 2022, sieht danach aber eine Etappierung, abhängig vom eigenen wirtschaftlichen Wachstum, vor. Die Halle, welche im Winter 2011/12 bezogen wurde, soll durch ein neues Gebäude mit Ausrichtung nach Wil, ergänzt werden. Je nach Geschäftsverlauf kann in einem zweiten Schritt gegen Südoste, eine zusätzliche Werkhalle als Erweiterung erstellt werden. Die Parkierung würde dann unterirdisch unter der zweiten Halle angeordnet.

Wie geht’s nun terminlich weiter?

Wer möchte, kann bis zum 15. September 2020 beim städtischen Departement Bau, Umwelt und Verkehr Einsicht ins Projekt erhalten und schriftlich Stellung zum Sondernutzungsplan Rosengarten nehmen. Diese Vorschläge werden dann auf ihre Relevanz hin überprüft und, zusammen mit den Resultaten der Überprüfung durch das kantonale Amt für Raumplanung und Geoinformation (AREG), in die bisherige Planung eingearbeitet, vom Wiler Stadtrat verabschiedet und liegen danach 30 Tage öffentlich zur Einsprache auf, bevor das AREG voraussichtlich im Frühjahr oder Sommer 2021 die Baubewilligung erteilen wird.