Tatsache ist, dass aktuell fünf Kündigungen ausgesprochen worden sind. Lucas Keel ist als Uzwiler Gemeindepräsident auch Präsident der Trägerschaft des Seniorenzentrums. Er beschönigt nicht: «Entlassungen werden nicht leichtfertig ausgesprochen. Wir sind uns bewusst, dass mit jeder Kündigung ein persönliches Schicksal verbunden ist. In Anbetracht der grossen gegenwärtigen Unterbelegung hätten wir aber aus betrieblichen und wirtschaftlichen Erwägungen noch viel drastischere Massnahmen ergreifen müssen. Die Kündigungen sind auf das absolute Minimum beschränkt worden. Seit Januar versuchen wir mit Kurzarbeit unser Personal weiter zu beschäftigen. Aber aufgrund der Pandemie sind gewisse Einschränkungen unumgänglich geworden.»

Grundlegende Verhaltensänderung

Entlassungen auf der einen Seite – auf der anderen ein 40-Millionen-Neubau, welcher der Vollendung entgegen geht. Sind Dutzende von neuen Pflegeplätzen überflüssig? Wenn bei der Eröffnung schon das letzte Bett besetzt wäre, müsste von einer Fehlplanung gesprochen werden. Lucas Keel betont, dass die demografische Entwicklung der drei Gemeinden Uzwil, Oberuzwil und Oberbüren Grundlage für die räumliche Ausgestaltung des Neubaus gewesen sei. Er ist überzeugt, dass die vorgesehene Belegung bis 2030 erreicht sei. Die gegenwärtige Unterbelegung habe man nicht vorhersehen können. Sie sei einerseits eine direkte Folge der Corona-Todesfälle, andrerseits aber auch eine indirekte davon. In Pandemiezeiten erfolgten nicht bloss Spitaleintritte, sondern auch Heimeintritte erst aus letzter absoluter Notwendigkeit. Das werde sich wieder ändern, wenn sich die Lage entschärfe, ist Keel überzeugt.


Bauabschluss verzögert sich

Einen Eintritt ins Seniorenzentrum wird nach Ansicht des Gemeindepräsidenten auch der Neubau mit attraktiv ausgestatteten Pflegezimmern erleichtern. Diesbezüglich sei aber etwas Geduld nötig. Der vorgesehene Eröffnungstermin Mitte August könne nicht eingehalten werden. Der Grund liege in verzögerten Materiallieferungen. Der neue Eröffnungstermin steht noch nicht fest. Neue Eintritte dürften sich demzufolge etwas hinauszögern.

Austausch als Überbrückung?

Zu der erwähnten «ersten Kündigungswelle im Herbst» schränkt Lucas Keel ein: «Damals handelte es sich nicht um Kündigungen, sondern darum, dass gewisse befristete Anstellungen nicht verlängert wurden und dass Lehrverhältnisse nicht automatisch in ein ordentliches Anstellungsverhältnis übergeführt worden sind. In den sozialen Medien ist auch kritisiert worden, dass Pflegepersonal entlassen werde, statt als Überbrückung in einem verwandten Bereich – Spital, Heim, Spitex – beschäftigt zu werden. Dazu erklärt Keel: «Zum einen ist die Fachausrichtung nicht in allen Bereichen vergleichbar. Zum andern ist unsere entsprechende Nachfrage beim Personal auf ein sehr geringes Echo gestossen.»