Wer am Sonntagmorgen aus dem Haus trat, merkte schnell, dass ein Jäckli wohl angebracht wäre. Nach der grossen Hitze der letzten Woche hatte sich die Schafskälte eingeschlichen. Und so waren vor allem auch die drei Tauffamilien bestimmt froh, ihre kleinen Lieblinge in den schützenden Wänden der schönen Kirche taufen lassen zu können. Die beiden Büblein und das kleine Mädchen wurden mit segnenden und schützenden Bibelworten in die Gemeinschaft der Christen aufgenommen. Mit Wasser, diesem heilenden, reinigenden und lebenserhaltendem Element, bekam jeder Täufling eine Art „Segensstempel“ auf die Stirne. Zu einem schönen Brauch sind Segenswünsche von Götti oder Gotte geworden. So auch an dieser Tauffeier. 

Wo ist der Sonntag? 
Reformierte Buben und Mädchen der fünften Klassen zeigten in einem kleinen Theaterstück auf, wie sich der Stellenwert des Sonntags in den letzten Jahren dramatisch verändert hat. Die Kinder hatten sich überlegenswerte Gedanken darüber gemacht, was ihnen der Sonntag bedeute. Manche hatten zudem ihre Grosseltern gefragt, wie denn der Sonntag früher gefeiert worden sei. Die Antwort: Damals sass man gemeinsam am Tisch, genoss um zwölf Uhr den feinen Braten mit Kartoffelstock und einem kleinen „Seelein“ sowie Gemüse aus dem Garten, ging vielleicht vorgängig gemeinsam in die Kirche und frönte am Nachmittag einem Lieblingsspiel. Man hatte Zeit und Ruhe und tankte so neue Energie für die strenge Arbeitswoche auf. 

Erkennungsmerkmale  
Die Kinder zählten auf: Der Sonntag steht im Kalender, er wird bereits am Samstagabend mit den Kirchenglocken überall hörbar eingeläutet, es ist ein Tag mit der Familie. Ein Bub rief mit seiner Meinung zum Sonntag ein Schmunzeln hervor, gestand er doch, den Sonntag vor allem deshalb gern zu haben, weil dann keine Schule sei…

Vermisstenanzeige auf dem Fundbüro
Die Kinder eilten schliesslich ins Fundbüro und gaben eine Vermisstenanzeige auf. Doch die Polizei war nicht besonders diensteifrig und überhaupt nicht erfreut, denn der Sonntag war unter der Rubrik „verlorener Gegenstand“ in ihren Formularen nicht vorgesehen. Mit allerlei bürokratischen Einwänden machten sie den Kindern das Leben schwer, fanden, so ein Tag könne nicht gemeldet werden. Gestohlene Velos, das schon, aber doch nicht ein Sonntag… Schliesslich gab es dann doch sogar am Radio eine Durchsage: Vermisst wird seit Längerem der Sonntag… 

Was macht den Sonntag aus?
In einer Dialogpredigt gingen darauf Sozialdiakonin Brigitte Heule und Pfarrer René Schärer den wichtigen Werten des Sonntags nach. René Schärer als cooler Wanderer schreckte die Frau im Liegestuhl auf, dargestellt von Brigitte Heule. 

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Die beiden tauschen tiefsinnige Gedanken über den Wert des Sonntags für uns Menschen aus.

Während der Wanderer sein Handy hochleben liess, all dessen Funktionen aufzählte und ungeduldig weiterstürmen wollte, versuchte ihm die Frau die Vorzüge des süssen Nichtstun schmackhaft zu machen. Er aber meinte, er finde im Wald und in den Bergen Ruhe und Stille. Immerhin kam er selber auf die Idee, sein Mobiltelefon abzuschalten.

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Die beiden tauschen tiefsinnige Gedanken über den Wert des Sonntags für uns Menschen aus. 

Schon in den Zehn Geboten heisst es: „Sechs Tage sollst du arbeiten, am siebten aber sollst du ruhen.“ Der Sonntag ist ein Geschenk Gottes an die Menschen. An diesem Tag kann man Beziehungen pflegen, zu seiner Familie, zu Freunden, aber auch zu Gott. Und das braucht Raum und Abstand vom Alltagsgetümmel. Das geht heute oft vergessen, zu gross ist die Vielfalt an Ablenkungsmöglichkeiten. Im gemeinsam gesprochenen Schlusssegen kam die Sehnsucht nach Stille und deren heilsame Auswirkungen dann nochmals zur Sprache. 

http://www.heinzpangels.de/segensgebet_31.htm 

Bibelübergabe an  Fünftklässler 
Mit dem fetzigen Lied „Ich bin ein Bibelentdecker“ eröffneten die Fünftklasskinder diesen Teil der Feier. Sie sangen derart begeistert, dass es offenen Szenenapplaus gab. Begleitet wurde der Gesang von René Schärer an der Gitarre.

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"Ich bin ein Bibelentdecker" sangen die Kinder aus voller Kehle.

Seit einiger Zeit bekommen die reformierten Buben und Mädchen der fünften Klassen ihre Bibel in diesem besonderen Gottesdienst. Jedes Kind darf jeweils im Vorfeld den Einband seiner Bibel selber gestalten. Damit wird die Unverwechselbarkeit jedes Kindes sichtbar gemacht. Nun muss die Bibel nur noch von Zeit zu Zeit aufgeschlagen werden…

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Die Religionslehrerinnen übergaben die von den Buben und Mädchen sehr schön eingebundenen Bibeln jedem Kind persönlich.


Musikalisches Geschenk der Bürgermusik 
Die Bürgermusik Jonschwil begleitete alle gesungenen Lieder. Sie spielen abwechslungsweise mit der Musikgesellschaft Bichwil-Oberuzwil traditionsgemäss an diesem normalerweise im Freien stattfindenden Gottesdienst.

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Die Bürgermusik Jonschwil begleitete den Gemeindegesang und erfreute mit instrumentalen Einlagen. 


 Nach der Feier spielten sie noch vor dem Kirchgemeindehaus zu einem Ständchen auf. 

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Ständchen im Sonnenschein unter dem schönen Tulpenbaum vor dem Kirchgemeindehaus. 

Gemeinsames Mittagessen
Diesmal war im grossen Saal des Kirchgemeindehauses für die hungrigen Gottesdienstgäste gedeckt worden. Auf dem Vorplatz dufteten schon beim Ankommen feine Bratwürste. Walter Strub - während langer Jahre selber Mitglied der Kirchenvorsteherschaft und später zusammen mit Ehefrau Rösli Mesmerstellvertreter - und Roger Lindenmann - selber jahrelang als Mesmer im Kirchendienst gewesen und nun als neues Mitglied der Vorsteherschaft tätig - bewiesen, dass sie auch am Grill und beim Aushändigen der feinen Würste am richtigen Platz sind. 

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Beherrschen ihr Handwerk: Walter Strub - links - und Roger Lindenmann.

Im Saal hatten geschickte Hände die Tische festlich geschmückt. 

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Gemeinsames Essen verbindet. 

Jungschi mit „Action“
Für junge Leute ist so braves Sitzen im Kirchgemeindehaus nicht besonders lange spannend. Darum hatten die Leiter unter ihrem „obersten Boss“ Samuel Rhyner auf dem Platz vor dem Aussen-Cheminee einen Töggelikasten und einen Pingpongtisch aufgestellt. Sie waren auch für die Betreuung der kleineren Kinder zuständig. Wenn der Gemeindetag bei der Familie Weiss im Riet oder auf einem Platz auf Jonschwiler Boden stattfindet, können sie den Kindern natürlich jeweils viel mehr Auslauf bieten. 

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Fleissige Helferinnen und Helfer im Hintergrund
So ein Grossanlass braucht natürlich auch viele helfende Hände. Die Kirchenvorsteherschaft war für die Verpflegung zuständig. Das klappte mustergültig. Niemand blieb hungrig. Und wer einen Blick in die Küche warf, entdeckte dort lauter fröhliche Gesichter beim Füllen der Salatteller und nachher beim Abwasch. Sich für die Gemeinschaft einzusetzen bringt eben auch einem selber Freude und Befriedigung. 

https://www.ref-oberuzwil.ch/ 

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Ein professionelles Bild braucht gewisse Vorbereitungen.... 

Am Schluss gab es ein Gruppenbild von allen mitmachenden Kindern mit ihren Religionslehrerinnen. 

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...damit das Resultat gut herauskommt. Reformierte Buben und Mädchen aus den fünften Klassen der Gemeinde Oberuzwil zusammen mit ihren Religionslehrerinnen und Pfarrer René Schärer.