Ab sofort hat es der EHC Uzwil in den eigenen Stöcken, sich für die Playoffs zu qualifizieren. Nachdem er in den Runden zuvor zweimal die Chance vergeben hatte, auf Platz acht vorzurücken, hat es an diesem Wochenende geklappt. Und zwar dank eines 4:2-Heimsiegs gegen Leader Wetzikon (siehe Bericht unten). Zusätzlich musste darauf gehofft werden, dass der vormalige Tabellen-Achte Prättigau-Herrschaft am Sonntag zuhause gegen Arosa verlieren würde. Und genau das trat ein. Bereits nach gut vier Minuten stand es 2:0 für die Aroser, am Ende 5:1. Somit liegt der EHC Uzwil zwei Runden vor Schluss einen Punkt vor Prättigau-Herrschaft.

Es herrscht somit Spannung total am Playoff-Strich. Aus Uzwiler Sicht steht eine Woche der Entscheidung bevor – und zwar in zwei Bewerben. Gewinnt Uzwil am kommenden Samstag zuhause gegen Frauenfeld und dann eine Woche später in Aarau gegen Argovia, steht es fix in den Playoffs. Ansonsten muss gehofft werden, dass Prättigau-Herrschaft auswärts gegen die Pikes Oberthurgau und zuhause gegen Herisau nicht allzu viele Punkte holt. Sollte Prättigau-Herrschaft am kommenden Samstag ab 17 Uhr in Romanshorn verlieren, ginge der EHC Uzwil gleichentags um 20 Uhr mit dem Wissen ins Spiel gegen Frauenfeld, mit einem Sieg gegen die Thurgauer bereits die Playoff-Qualifikation sicherstellen zu können.

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Zwei Runden vor Schluss der Qualifikation ist der Kampf um Platz acht spannender denn je.


Im Cup nahe an den Grossen dran

Zwischen den beiden letzten Spielen der Qualifikationsrunde steht noch das letzte und entscheidende Spiel der Cup-Qualifikation an. Am Dienstag, 6. Februar, gastieren die Uzwiler auswärts beim 2.-Liga-Klub Luzern. Ein Sieg wäre gleichbedeutend mit der Qualifikation für die nationale Hauptrunde der Saison 2019/2020. Ein Spiel gegen einen Vertreter der höchsten beiden Ligen wäre auf sicher – und 30'000 Franken Antrittsprämie. In Zeiten einer äusserst angespannten finanziellen Situation wäre das ein dringend benötigter Zustupf, zumal je nach Gegner bei einer vollen Uzehalle auch noch ordentlich Zusatzeinnahmen aus dem Billett-Verkauf und Catering generiert werden könnten.

Resultate, 1. Liga, Ostgruppe, 25. Runde:
Uzwil – Wetzikon 4:2
Wil – Reinach 11:0
Prättigau-Herrschaft - Arosa 1:5
Pikes Oberthurgau – Bellinzona 3:6
Frauenfeld – Argovia 5:3
Herisau – Rheintal 2:1 n.V.

Rangliste:
1. Wetzikon 25/54. 2. Wil 25/50. 3. Arosa 25/49. 4. Bellinzona 25/49. 5. Frauenfeld 25/48. 6. Herisau 25/43. 7. Pikes Oberthurgau 25/41. 8. Uzwil 25/33. 9. Prättigau-Herrschaft 25/32. 10. Argovia 25/24. 11. Rheintal 25/21. 12. Reinach 25/6.

Nächste Spiele (26. Runde):
Samstag, 2. Februar: Pikes Oberthurgau – Prättigau-Herrschaft (17.00 Uhr), Wil – Wetzikon (17.30 Uhr), Rheintal – Arosa (17.30 Uhr), Reinach – Argovia (17.30 Uhr), Uzwil – Frauenfeld (20.00 Uhr).
Sonntag, 3. Februar: Bellinzona – Herisau (16.45 Uhr).

Restprogramm am Strich:
Uzwil (8. Platz, 25 Spiele/33 Punkte)
- Frauenfeld (h)
- Argovia (a)

Prättigau-Herrschaft (9. Platz, 25 Spiele/32 Punkte)
- Pikes Oberthurgau (a)
- Herisau (h)

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Spielberichte von Samstagabend:

Wer hätte das gedacht? Am Mittwochabend wurde den Spielern des EHC Uzwil mitgeteilt, dass die finanzielle Situation des Vereins äusserst angespannt ist. Und wie reagiert die Mannschaft? Mit zwei Siegen binnen 48 Stunden. Der 6:1-Erfolg am Donnerstag bei Schlusslicht Reinach war noch zu erwarten. Nicht aber, dass gegen Leader Wetzikon die Punkte Nummer 31, 32 und 33 dieser Saison dazukommen würden.

Zu Beginn waren die Uzwiler gut im Spiel und gingen durch Sandro Russo, der für gewöhnlich in der zweiten Mannschaft spielt und erst zum zweiten Mal im Fanionteam mitwirkte, in Führung. Diese wurde im Mitteldrittel ausgebaut, obwohl Wetzikon das Szepter zwischenzeitlich übernommen hatte und auf den Ausgleich drückte. Doch Robin Reinmann, der schon in Reinach Doppeltorschütze war, machte mit seinem 14. Saisontreffer das 2:0. Jedoch musste kurz vor der zweiten Pause im Boxplay der Anschlusstreffer hingenommen werden. Der Knackpunkt in der Partie war dies nicht. Ganz im Gegenteil. Dieser trat ein, als Uzwils Lukas Klopfer rund eine Viertelstunde vor Schluss von hinter dem Tor kommend den gegnerischen Goalie anschoss und die Scheibe ins Tor fiel. Spätestens als Alain Rüfenacht gut fünf Minuten vor Schluss in Überzahl auf 4:1 stellte, war die Überraschung perfekt. Der zweite Wetziker Treffer 28 Sekunden vor Schluss war nur noch Resultatkosmetik.

Wiedersehen im Playoff?

Erstaunlich: Im vierten Vergleich dieser Saison mit Wetzikon ging Uzwil bereits zum dritten Mal als Sieger vom Feld – zum ersten Mal in der Uzehalle. «Ihre Spielweise liegt uns. Zudem hat man gegen den Leader eine Extra-Portion Motivation», sagte Uzwils Trainer Mischa Wasserfallen. Durchaus interessant ist die Aussicht, dass es genau diese Affiche im Playoff-Viertelfinal geben kann. Vorausgesetzt, Wetzikon verspielt die Leaderposition im Schlussspurt der Qualifikationsphase nicht noch und Uzwil schafft es tatsächlich unter die besten Acht. Auf diesen «letzten Playoffplatz» sind die Habichte dank dem Sieg nun vorgerückt.

Neunter Heimsieg in Folge für Wil

Erster Verfolger von Wetzikon ist weiterhin der EC Wil, der mit einem weiteren Sieg den Rückstand auf den Leader auf vier Zähler reduzierte – und diesen am nächsten Samstag in der Eishalle Bergholz zum Gegner hat. Dass die Wiler zum neunten Heimsieg hintereinander kommen würden, war gegen Reinach allerspätestens nach zweieinhalb Spielminuten klar. 148 Sekunden waren vorbei, als bereits das 3:0 für die Gastgeber fiel. Dabei halfen die Aargauer – wie schon am vergangenen Donnerstag gegen Uzwil – mit einem frühen Eigentor artig mit. Einziger Dreifach-Torschütze war Andreas Ambühl, der nun schon 28 Saisontore auf dem Konto hat. Als Doppeltorschützen trugen sich Bence Horvath und Levin Schneider ein. Die weiteren Treffer erzielten Remo Heitzmann, Andrej Maraffio, Lars Kevin-Spillmann und Matteo Schärer. Lediglich ein Treffer fiel in Überzahl, dafür auch einer in Unterzahl. Somit haben die Wiler in den beiden Spielen dieser Woche gegen die Aargauer Teams aus Reinach und Aarau das Maximum von sechs Punkten geholt – und 19 Tore erzielt. Es war bereits der neunte Wiler Heimsieg in Folge. Seit dem 10. Oktober sind sie im Bergholz ohne Niederlage.

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Mal wieder elf Tore für das Heimteam auf einer Bergholz-Anzeigetafel.