Die Natur-, Landwirtschafts- und Vernetzungskommission NLV der Gemeinde Niederhelfenschwil machte sich Gedanken über die Zukunft des Vernetzungsprojektes mit dem Fazit: «Wir müssen die jungen Menschen betreffend Nachhaltigkeit und Biodiversität ins Boot nehmen, sie für dieses Anliegen sensibilisieren. Ihnen gehört die Zukunft, sie müssen den Weg weitergehen». Die Kommissions-Präsidentin und Fachlehrerin Patricia Juen trug dieses Anliegen ins Vorbereitungsteam für die Sonderwoche an der Sproochbrugg, wo es positiv aufgenommen wurde. So erhielten die Schülerinnen und Schüler der ersten Sekundarklasse Gelegenheit, sich in verschiedenen Sparten mit körperlicher Arbeit einzusetzen – im Zusammenhang mit der späteren Berufswahl sehr wertvoll. An dieser Stelle möchten die Verantwortlichen allen Fachleuten aus den Gemeinden Niederhelfenschwil und Zuzwil, die sich zur Freude der NLV spontan zum Mitmachen bereit erklärt haben, für den hervorragenden Einsatz ganz herzlich DANKE sagen.

Eidechsenburg beim Weiher
Mit einer Eidechsenburg werden viele unterschiedliche Tierarten gefördert. Sie bieten sich als Versteck und Sonnenplätze für Reptilien an und sind auch für Igel und Hermeline gerne besuchte Unterschlüpfe. Schmetterlinge nutzen sie als Wärmequellen, Paarungsplätze, Winter- und Nachtquartiere. Der Platz neben dem Weiher auf dem Areal der Schule bot sich an, und man ging ans Werk. Ruth Niedermann vom Naturschutzverein Niederhelfenschwil-Zuckenriet und die Fachlehrerin Barbara Scherrer haben die Kinds angeleitet und selbst intensiv Hand angelegt. Zunächst hiess es, Erde abtragen und ein tiefes Loch graben, das bis an die Frostgrenze reichen muss. Dort kamen grobes Kies und Sand hinein, bevor man mit dem Aufbau beginnen konnte. Verschieden grosse Steine wurden im Stil eines Labyriths gestapelt, sodass Ritzen und Gänge als Fluchtwege offen bleiben. Auf die Burg kamen noch Äste und Wurzeln – und jetzt gilt es zu warten, wer sich da alles ansiedelt und wohl fühlt. Bei diesem Projekt mussten die Jugendlichen recht schwere körperliche Arbeit leisten, die meisten sind das nicht mehr gewöhnt – aber sie haben sich tapfer geschlagen. Die Kosten wurden von der Vernetzungskommission der Gemeinde und dem Naturschutzverein Niederhelfenschwil-Zuzwil übernommen.

Bienen – die fleissigen Wunderwesen
In zwei informativen Stunden durften die Mädels und Jungs bei August Brunner in Zuzwil sehr viel Spannendes und Erstaunliches erfahren über die kleinen, fleissigen Honigerzeuger. Der Fachmann arbeitet seit über 40 Jahren als Imker und betreut etwa 40 Bienenvölker. Er vermittelte viel Wissen über das Leben und Wirken der Insekten und deren Betreuung. Zudem erfuhren die Mädels und Boys wo überall Bienenprodukte eingesetzt werden und wieviel sie zur Gesundheit der Menschen beitragen können. August Brunner erklärte, wie Königinnen gezüchtet werden, was es mit dem «Schwärmen» auf sich hat oder wie lange eine Biene lebt. Zudem betonte er, dass Bienen immer bei der gleichen Blütenart, zum Beispiel am Kirschbaum, bleiben, weil sie beim Sammelflug zugleich die Blüten bestäuben. Mit ihren interessanten Fragen zeigten die Jugendlichen ihr Mitdenken. Sie werden wohl in Zukunft die kleine Honigbiene mit andern Augen ansehen.

Superfood vor der Haustür
Zehn Schülerinnen und Schüler hatten sich für Kochen und Backen angemeldet. Die Fachlehrerin Patricia Juen zeigte ihnen, wie viele vor der Haustüre wachsenden Pflazen verwendet werden können. In zwei Stunden machten die Jugendlichen einen Flammkuchen mit Löwenzahn und Brunella. Nicht mehr ganz knackigen Äpfeln und diverse Kräuter , z.B. Brennnesseln ergaben herrliche Smothies. Der Salat bestand aus Chinakohl, Franziskaner (kleinblütiges Knopfkraut) Tomaten, Eiern und Blütenblätter der Ringelblumen. Als Dessert gabs einen Apfelkuchen mit Gierschblüten. Nicht alle waren begeistert dabei, geschmeckt aber hat es den jungen Menschen sichtlich. Der Lehrplan 21 sieht ein Drittel weniger praxisbezogenes Kochen vor. Die OS Sproochbrugg bietet aber interessierten Schülerinnen und Schülern einen Trimesterkurs in Kochen und Backen an.