«Es gäbe eigentlich eine ganz gute und geeignete Lösung dieses Problems, nämlich die Öffnung der Gartenstrasse. Dann, vielleicht als Einbahn und natürlich mit einer 30er Zone, so würde der Durchgangsverkehr nicht ganz so drastisch einbrechen», sagt Urs Wegmann. Zusammen mit Manuela Ehrensperger hat er im September 2019 das damalige Restaurant Linde übernommen, hat investiert, gekämpft und sich nie vor Gesprächen mit Anwohnern oder Behörden gescheut. Doch werden ihnen immer wieder Steine in den Weg gelegt. Wie drastisch die Situation der Gewerbetreibenden ist, zeigen folgende Zahlen. «Am Morgen und am Mittag haben wir fortan geschlossen. Es lohnt sich nicht, die Küche und das Restaurant zu betreiben wegen einem einzigen Mittagessen. Am Abend haben wir, wenn es hochkommt, noch höchstens 30 Prozent Umsatz, im Vergleich zu den Monaten vorher», sagen Wegmann und Ehrensperger. Dass sich die beiden eigentlich auf einer Erfolgsspur befanden, zeigt ein Blick in ihren Businessplan, welchen sie vor knapp drei Jahren erstellt haben. «Monat für Monat schloss unsere Kasse mit einem dankbaren Gewinn, doch jetzt sieht es ganz schwarz aus. Wir sind beide auf der Suche nach einem Nebenjob, dies nur darum, das Lime nicht aufgeben zu müssen, aber es ist hart; ungemein hart.»

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Sie stehen, mit ihrem Restaurant Lime, vor einer ungewissen Zukunft. Manuela Ehrensperger und Urs Wegmann. Den Betreibern des Lime, fehlen über 70 Prozent Einnahmen, dies infolge des gesperrten Bahnüberganges von der Eschlikonerstrasse her.


Ohne Laufkundschaft – kein Lime

Je länger die Vollsperrung beim Bahnübergang andauert, desto schwieriger wird es für das Lime Team zu überleben. «Unsere Sitzgelegenheiten waren oft von Personen besetzt, die sich auf der Durchfahrt befanden und von Diesen fehlen nun die Meisten», sagt Manuela Ehrensperger. Schon mehrmals haben sie Kontakt aufgenommen, haben ihr Anliegen auf der Münchwiler Gemeindebehörde deponiert, sind in Frauenfeld bei den Zuständigen des Kantons vorstellig geworden, «aber da wird der Ball nur hin und her geschoben. Von einer Lösung sind wir ganz weit weg», bemängeln die Wirtsleute. Immer wieder erwähnen sie, dass die grössten Probleme mit der Öffnung der Gartenstrasse behoben werden könnte. Urs Wegmann erklärt, dass er jetzt für seinen «offiziell beschilderten Nachhauseweg (ca. 800 Meter ennet des Bahnübergangs) über 15 Kilometer fährt. «Ein Grossteil des Verkehrs fährt heute via St. Margarethen, über den Chräbsbach, nach Münchwilen. Dass es dort anhand der engen Strassenverhältnisse zu brenzligen Situationen kommen kann, ist jedem ortskundigen bewusst». Noch ein nicht unwichtiges Indiz dafür, dass die Gartenstrasse benutzt werden sollte.

Rege Bautätigkeiten im Hinterthurgau

In Sirnach, Tägerschen, Münchwilen, Aadorf, überall werden in diesen Wochen Strassen aufgerissen, Ampeln regeln den Verkehr und Umfahrungen sind signalisiert. Die Verkehrsteilnehmer brauchen viel Geduld, so sind diese Zustände in der ganzen Region das Thema schlechthin. Auch Marcel Banz, Betreiber des Münchwiler Sommerzaubers (TZ vom 11. Juli), auf dem Areal der Zukunftsfabrik, weiss, dass die aktuelle Lage nicht gewinnbringend ist. «Ganz im Gegenteil. Auch wir merken natürlich, dass die Verkehrssituation in und um Münchwilen äusserst kritisch beäugt wird und sich so manch potentielle Besucher scheuen, in unserer Gemeinde die Restaurants, Einkaufsläden, das Gewerbe und andere Angebote zu nutzen.»