Im Zentrum des rund dreijährigen Umbauprojekts «Optimierung Energiepark Bazenheid» des Zweckverbandes Abfallverwertung Bazenheid (ZAB) stehen der Ersatz der Feuerung und des Dampfkessels der Verbrennungslinie 3, der Ersatz der Entstaubungsanlagen sowie der Ersatz der nasschemischen Reinigung aller Linien mit einer Trockenreinigungsstufe. «Momentan läuft der Einbau der neuen Feuerung und des neuen Kessels, welche Ende November mit einem 1000-Tonnen-Kran eingehievt wurden», informiert der ZAB in der Mitteilung am Samstag. Die neue Feuerung mit dem neuen Kessel stellen – energetisch betrachtet – das «Herzstück des Umbaus dar».

Nachdem Ende Juni die aus dem Jahr 1984 stammende Ofenlinie 3 nach 36 Betriebsjahren ausser Betrieb genommen worden ist, wurde am Samstag mit dem Einbau der neuen Feuerung und des neuen Kessels mit dem grössten Kran der Schweiz ein wichtiger Meilenstein des Umbaus erreicht. «Damit werden am Standort Bazenheid optimale Rahmenbedingungen für eine flexible Energiebewirtschaftung, aber auch ideale Voraussetzungen für den weiteren Ausbau der externen Energienutzung geschaffen, beispielsweise die Versorgung von kommunalen und regionalen Fernwärmenetzen», heisst es weiter.

1000ster Verbrennungsofen

Sowohl die neue Feuerung wie auch der neue Dampfkessel werden durch die Firma Martin GmbH aus München geliefert und montiert, wie der ZAB mitteilt. Das weltweit tätige Familienunternehmen wurde vor genau 100 Jahren gegründet. Der neue Ofen, der in den Thermischen Anlagen Bazenheid eingebaut wird, ist zudem der 1000ste Verbrennungsofen, welcher durch die Firma Martin in ihrer 100-jährigen Geschichte gebaut wurde. Die neue Linie wird mit einem zweibahnigen Rückschub-Rost mit einer Gesamtbreite von 3,91 m ausgerüstet. Sie ist für eine Bruttowärmeleistung von rund 30 MW ausgelegt. Der erzeugte Dampf mit 400 Grad Celsius und 40 bar wird anschliessend in einer Dampfturbine verstromt, oder als Prozessdampf und/oder für Komfortwärme genutzt. «Die besondere Herausforderung ist die Installation der neuen Linie in den räumlich engen Bestand der Kehrichtverbrennungsanlage des ZAB», heisst es weiter, «Während der gesamten Bauphase darf der laufende Betrieb der bestehenden Anlage nicht unterbrochen werden, da die Betriebs- und Entsorgungssicherheit von grösster Bedeutung ist.» (pd)