Nachdem Jacques Looser vor bald drei Jahrzehnten Niederhelfenschwil als Wohnsitz wählte, sieht er nun den Zeitpunkt gekommen, seine Mietwohnung und sein Atelier aufzugeben. „Mit 88 Jahren ist es an der Zeit für einen Wechsel in ein Wohnheim. Ich habe deshalb die Wohnung und das Atelier bei Bernhard und Cornelia Scherrer gekündigt“, sagt er. Das bedinge allerdings auch die Trennung von seinen noch vorhandenen Bildern. Bernhard Scherrer schlug ihm vor, die Verkaufsaktion zugunsten der Stiftung Endamarariek zu organisieren, was den Künstler begeisterte. So stellt nun die Familie Scherrer während des ganzen Advents eine Auswahl der Bilder im Schaufenster ihrer Schreinerei aus. Er hofft, dass möglichst viele Interessenten Bilder reservieren und damit einen Beitrag an die Stiftung leisten, die in Tansania nachhaltige Entwicklungshilfe unterstützt. Es können auch noch weitere Werke im Atelier ausgesucht werden.


Weltenbummler und Künstler

Jacques Looser wurde 1930 in Rorschacherberg geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Rapperswil und Zürich. Nach Abschluss der Sekundarschule absolvierte er im Waadtland eine Lehre als Käser. Nach der Meisterprüfung machte er in Zürich eine zweite Ausbildung zum Kaufmann. Danach zog es ihn in diverse Länder. Es folgten mehrere Arbeitseinsätze als Labor- und Fabrikationsleiter in grossen Lebensmittelunternehmen. Mit seiner Frau zog er nach Südamerika, wo die ersten beiden Kinder auf die Welt kamen. Nach gut drei Jahren zogen sie für ein Jahr nach Barcelona. Um seinen Kindern den Schulbesuch und die Ausbildung in der Schweiz zu ermöglichen, kehrten sie in die Heimat zurück, wo das dritte Kind zur Welt kam.

Jacques Looser begann wieder vermehrt zu malen und zu reiten. Er belegte jahrelang Kurse für gegenständliches- und Akt-Zeichnen. Seither entstanden unzählige Bilder, die er zuerst mit Öl-, dann hauptsächlich mit Temperafarben malte. Ein Restaurator habe ihn auch noch die Ei-Tempera-Technik gelehrt, sagt er. Nach mehreren erfolgreichen Ausstellungen, so unter anderem in der Galerie zur alten Bank in Niederuzwil, ist noch ein grösserer Bestand seines Lebenswerks an Bildern vorhanden. Er wünscht sich, dass seine Bilder weiterhin Freude und Stimmung verbreiten und möchte sie deshalb an neue Besitzer abgeben.


Entwicklungshilfe in Tansania

Vor rund 30 Jahren konnte dank der Finanzierung durch ein Projekt der Pfarrei Niederhelfenschwil in Endamarariek ein Krankenhaus erbaut werden. Es entwickelte sich dank der Unterstützung aus der Ostschweiz zu einem anerkannten und erfolgreichen Gesundheitszentrum. Mit der 2017 realisierten Renovation und Erweiterung konnten eine bessere Diagnostik, die allgemeine Chirurgie, die Traumatologie und der Krebsabstrich bei Frauen eingeführt werden. Dank der Investitionen und dank der einheimischen Ärzte Dr. Bayo, Dr. Johanna und dem neuen Chirurgen Dr. Soko kann nun eine umfassende Medizin angeboten werden. Die Eigenständigkeit, Motivation und die rein einheimische Führung des Spitals wecke beim Stiftungsrat Begeisterung, sagt Stiftungsrat Sales Huber. „Die Betreibung des Gesundheitszentrums Endamarariek, die Löhne der Angestellten und der Unterhalt kosten aber auch in einem Entwicklungsland viel Geld. Ohne die tatkräftige Unterstützung aus der Schweiz, vor allem durch die Stiftung Endamarariek und die Drittweltfreunde Wittenbach, wäre der eigenständige Fortbestand gefährdet“, ist er überzeugt. Die Stiftung Endamarariek wurde 2002 gegründet.

Bilder von Jacques Looser können wie folgt reserviert werden:

Stiftung Endamarariek, Marianne Huber, Tel. 071 947 16 48 oder

info@scherrer-schreinerei.ch, Tel. 071 948 60 60