«Ich bin bisher dreimal zur halbstündigen Bienenluft-Therapie gekommen und spüre bereits einen Unterschied. Der Druck auf den Brustkorb hat abgenommen und ich habe mehr Energie als zuvor.» Das sagt Annemarie Khalil, die vor wenigen Tagen eine Bienenluft-Therapie bei Cécile Brunner in Weieren begonnen hat. Hinter der Apitherapie steht die Idee, dass ein Bienenstock reich ist an gesundheitsfördernden Substanzen wie Bienenwachs, Honig oder dem Kitharz Propolis. Diese Luft soll helfen, Krankheiten wie Bronchitis, Kopfschmerzen, Heuschnupfen, Nebenhöhlenentzündungen oder gar Lungenerkrankungen oder Schlafstörungen und Depressionen zu lindern.

Und so funktioniert es: Die Bienenstock-Luft wird angesaugt und mit einem Schlauch zur Inhalationsmaske gleitet. Es gibt keinen direkten Kontakt zu den Bienen. Während einer halbstündigen Therapie wird an zwei Bienenstöcken während je einer Viertelstunde geatmet. Mindestens zehn solcher Therapie-Halbstunden braucht es laut Cécile Brunner, die diese Therapieform als einzige in der Schweiz anbietet. «Der Körper bekommt lange Inputs und benötigt Zeit, um diese aufnehmen zu können», sagt Brunner. Mehr als 20 Lektionen für einen einzelnen Kunden habe es bisher aber noch nie gegeben.

Erst Erfahrungsberichte, noch keine Studien

Bei Annemarie Khalil scheint es zu helfen. Sie hat sich bei einer schweren Erkältung eine Allergie geholt und muss mit einer konstant geschlossenen Nase leben. Bronchial-Asthma war die Folge. «Das Asthma ist ein Symptom. Die Gründe liegen aber woanders. Wenn ich den Grund auslöschen kann, dann ist das Asthma weg», sagt sie.

Doch was sagt die Wissenschaft zur Bienenluft-Therapie? Noch nicht allzu viel. Bisher gibt es lediglich Erfahrungsberichte und keine klinischen oder wissenschaftlichen Studien. In Deutschland ist die Bienenluft-Therapie allerdings nur als Wellnessprodukt möglich und nicht als Heilmethode anerkannt. Cécile Brunner hat die Therapie nicht angemeldet und bekommt dementsprechend auch keine Unterstützungsgelder. «Bis anhin unterdrücken die grossen Konzerne diese Therapie-Form. Ich könnte sie anmelden, und sie würde anerkannt werden. Wenn man es aber voll selbst bezahlen muss, dann macht man es intensiver», ist Brunner überzeugt.

Auch eine Art Psychologin

Für die gelernte Krankenschwester, die Weiterbildungen in Naturheilkunde gemacht hat, kommt ein weiterer Aspekt dazu: «Während der Therapie entstehend oftmals gute Gespräche. Es ist auch ein wichtiger Aspekt, dass ich Zeit habe für sie. Manchmal bin ich auch ein Stück weit Psychologin», sagt Cécile Brunner. Sie ergänzt: «Ich biete viel lieber die Bienenstock-Therapie an, statt Medikamente zu verschreiben.»

Um den passenden Rahmen zu bieten, wurde vor zwei Jahren das mit bis zu 18 Völkern besiedelte Bienenhaus im Garten so umgebaut, dass nun bis zu drei Personen gleichzeitig Bienenluft einatmen können. Und wie sieht es im umgebauten Bienenhaus aus? hallowil.ch war bei einer Therapie-Stunde dabei:

 
Cécile Brunner vor den Bienenstöcken, welche Menschen zu einer gesünderen Zukunft verhelfen sollen.