Inspiration stand im Vordergrund der musikalischen Aufführung vom Sonntagabend auf dem Dachboden des Hof zu Wil. Ein frei zusammengewürfeltes Ensemble von Musikern nahm sich über die ganze Aufführung die Freiheit, Geräusch- und Tonsequenzen vorzustellen, gesteuert mit gegenseitigen Anweisungen über Tabletts. Die Idee des St. Galler Musikers Marc Jenny dazu: „Die Musiker müssen sich nur hören, eine Bühnensituation gebe es nicht“. Die angekündigte musikalische Aufführung auf dem Dachboden des Hof zu Wil versprach durchaus eine eigenwillig wirkende Situation. Der für eine öffentliche Nutzung bisher als ungeeigneter Raum betrachtet, eher als Lagerort für Gegenstände aus dem Hof gedacht, sollte im Rahmen der Zwischennutzung der noch nicht erneuerten Stockwerke für eine musikalische Aufführung herhalten. Der schöne Sommerabend lockte allerdings nur spärlich Publikum in das Innere des Hof zu Wil auf den Dachboden, wo sich zudem die sommerlichen Temperaturen auch in den Abendstunden über das Dach noch bemerkbar machten.

Freie Improvisationen
Marc Jenny, der Leiter des Ensemble, begrüsste das Publikum mit der Einladung, dass eine positive Haltung die beste Voraussetzung sei für Begegnungen in und mit der frei improvisierten Musik. Als Publikum soll man sich so fühlen, wie wenn man sich auf einen völlig unvorhersehbaren Trip eingelassen habe.

„Das Ziel ist eine musikalisch vielseitige und überraschende Performance“, so Jenny weiter, „die Spass macht – sowohl als Zuhörer auch als Musiker“. Fünf Musiker waren mit fünf unterschiedlichen Instrumenten dabei, eine Feedback Gitarre, Saxofon, Keyboards, Schlagzeug und Kontrabass.

Imposanter Ort für Improvisationen
Nach Marc Jenny gehört der imposante Dachstock vom Hof zu Wil zu den momentan attraktivsten Orte für kulturell nutzbare Zwischenräume in der Ostschweiz. Für sein Musikkonzept mit dem klingenden Namen „Yes, don't panic“ sei der Ort ideal geeignet. Die Aufführung basierte auf frei improvisierter Musik, wo sich die Musiker via Tabletts gegenseitig Spielanweisungen gaben.

Das Konzept von Marc Jenny gibt der Musik mit losen Spielanweisungen immer eine Richtung vor, hält sie dynamisch und facettenreich. Es war auch an der Aufführung im Hof zu Wil so, dass sich Musiker zusammenfanden, die sich kaum kannten. Nach Jenny sind jedoch vielseitige Musiker mit viel Erfahrungen in unterschiedlichen musikalischen Kontexten zusammen gekommen.

Weitere Aufführungen unter neuer Zusammensetzung
Marc Jenny geht mit seinem „conducting concept für Improvisationsensembles“ wie er es nennt, auf eine Tour. Kommenden Donnerstag und Freitag tritt er in neuer Zusammensetzung bei den Musikern in der Halle Lattich in St.Gallen auf. Am Samstag 24. Juni ist das Ensemble im „Weekly Jazz zu Gast, Tablà Gartmann Susch.