Die Wilerin Martina Gebert ist seit vier Jahren als junge Trainerin und Organisatorin eine der tragenden Stützen in der Leichtathletik des KTV Wil. Dabei wird sie im OK für das Meeting und auch im Trainerstab unterstützt von Philipp Engeler. Das Meeting am 4. Mai ist für den Nachwuchs U10 bis U16 aber auch für die Masterkategorien, ausgeschrieben. So quasi Oldies treffen die Youngsters. Oder wenn der Opa mit der Enkelin am selben Meeting startet.

Zurück zu den Wurzeln

Martina Gebert und Philipp Engeler treten mit der neuen Aufgabe in die Fussstapfen von Hans Baumann, der sich freut, nach Jahrzehnten ehrenamtlicher Arbeit in der Leichtathletik einige seiner Aufgaben in jüngere Hände zu übergeben. «Es ist erfreulich, dass mit Martina und Philippe junge Kräfte beweisen, dass die Jungen auch heute noch gewillt sind, ehrenamtliche Aufgaben zu übernehmen und in Vereinen mit anzupacken», sagt Baumann.

Wir sprachen mit Martina Gebert, im Ski Alpin Goldmedaillengewinnerin an der Schweizer Juniorenmeisterschaft 2009 in der Super-Kombi und in der Abfahrt. Sie musste sich bereits 2005 (mit 15) entscheiden, ob sie als talentierte Leichtathletin oder Skirennfahrerin den Weg an die Spitze machen will. Inzwischen ist sie nach grossen verletzungsbedingten Rückschlägen als Skirennfahrerin zurück in der Leichtathletik und gibt ihre Erfahrungen aus der Spitzensportwelt an den Nachwuchs weiter. Als Primarlehrerin in der Region hat sie auch im Berufsleben mit dem Nachwuchs zu tun.


hallowil.ch: Frau Gebert, was ist Ihr Ansporn, sich ehrenamtlich einzusetzen?
Wir hatten gerade im KTV Wil als junge Leichtathleten eine gute Zeit mit Erfolgen erlebt und wurden fachlich wie menschlich unterstützt. Es ist für uns auch eine Wertschätzung an den Verein, wenn wir nun etwas zurückgeben können. Zudem macht es Spass mit jungen und motivierten Talenten zu trainieren.

hallowil.ch: Gibt es in unsere Region genügend Potenzial, Sportler in der Leichtathletik- Spitze zu führen?
Ja, das gibt es. Es ist das Ziel, mit einem guten Trainingsangebot und aufgestellten Trainern die Jungs und Girls zu motivieren bei uns mitzumachen. Die Talente sind recht schnell einschätzbar. Talente können wir so gezielt fördern. Reicht es nicht ganz an die Spitze, gibt es viele Möglichkeiten, weiter Spass in der Leichtathletik zu haben. Aus den 120 lizenzierten Nachwuchsathleten hofft der KTV Wil, einige Talente an die Spitze zu begleiten.

hallowil.ch: Gibt es genügend junge Trainer?
Eher nicht. Leider spüren auch wir den Zeitgeist, dass sich immer weniger Kräfte ehrenamtlich in Vereinen und dann noch in die Verantwortung einbinden lassen. Wir hoffen und kämpfen und möchten zeigen, dass es Spass macht und man dabei viel fürs Leben profitieren und mitnehmen kann.

hallowil.ch: Was gab den Ausschlag, Oldies und die Youngsters am 4. Mai am selben Anlass starten zu lassen?
Das ist eher ein Zufall. Unser Ziel ist es, in Wil mittelfristig für den Nachwuchs wieder ein bekanntes Meeting zu etablieren und so auch in der Region für unsere Talente Startmöglichkeiten zu bieten. Da auch die noch aktiven älteren Semester Startmöglichkeiten suchen, kam Albert Luder, ein einstiger Trainer beim KTV und heute noch in den Wurfdisziplinen ein Spitzenathlet bei den Senioren, auf uns zu. Daraus ergab sich nun diese Symbiose. Opa, Omi und ihre Enkel auf demselben Wettkampfplatz. Bei den Senioren werden zudem Schweizermeistertitel vergeben.

hallowil.ch: Leichtathletik-Meetings gibt es wie Sand am Meer. Kann sich Wil künftig wieder einen guten Platz im Kalender erkämpfen?
Es gibt tatsächlich viele Angebote. Deshalb ist von uns Geduld gefordert, um mit kontinuierlich gut organsierten Meetings wieder einen anerkannten Platz zu erkämpfen und so in den Startagenden der Vereine bevorzugt werden. Das geschieht nicht von heute auf morgen.

hallowil.ch: Ist die Leichtathletik-Anlage Lindenhof noch im Schuss? Oder gibt es Überholungsbedarf, um als Organisator konkurrenzfähig zu bleiben?
Es ist so, dass die Laufbahn dauernd viel Unterhalt nötig hat, um den Anforderungen von Spitzenathleten gerecht zu werden. Nötig wären neue Markierungen, welche den neuen Reglementen in den Laufdisziplinen entsprechen. Ansonsten möchten wir aber der Stadt Wil ein Kränzchen winden. Denn die Zusammenarbeit ist ausgezeichnet und wir werden tatkräftig unterstützt. Daumen hoch für die Sportstadt Wil.

hallowil.ch: Was erwarten Sie persönlich vom Meeting am 4. Mai?
Dass sich vor allem viele Startende aus der Region anmelden. Auch hier ist Geduld gefordert. Wir dürfen nicht erwarten, dass wir beim zweiten Meeting dieser Art von Startenden überrannt werden. Wir freuen uns vor allem auf die einmalige Mischung der Zukunftshoffnungen mit den erfahrenen Athleten.

hallowil.ch? Welche wichtigste Erfahrung aus der Zeit als Spitzensportlerin im Skizirkus haben Sie für die Zukunft mitgenommen?
Nie aufgeben und durchbeissen und aus Rückschlägen lernen. Vielfach fehlt manchmal der Wille durchzubeissen und daran zu glauben, dass man es schafft. Der Erfolg kommt nicht von heute auf morgen, er muss erkämpft, erduldet und manchmal gar erlitten werden. Natürlich ist das Talent die Grundlage und auf der gleichen Stufe muss auch die Gesundheit mitspielen.

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Zum Meeting am 4. Mai

Der Start des Meetings erfolgt um 10 Uhr mit den Senioren in den verschiedenen Altersklassen. Um 10.45 Uhr steigt dann auch der Nachwuchs in den Wettkampf ein. Bei den Masterathleten (ab 30) ist KTV Wil-Athlet Albert Luder Favorit für den Meistertitel mit dem Diskus und der Kugel in der Kategorie M65 und dann auch Medaillenanwärter an der EM 2019 in Italien. Dabei kommt zum hochkarätigen Schweizer-Meisterschafts-Duell zwischen „Altmeister“ Stäheli (Jahrgang 1950, Rekordhalter Kugel und Diskus) und „Newcomer“ Luder (Jahrgang 54) um die Vorherrschaft in der Kategorie M65. Gemeldet ist mit Hans Blöchlinger (Jahrgang 35!) auch eine Leichtathletik-Ikone, hält er doch über 100 Metter und 200Meter alle Schweizerrekorde der Kategorien M65 bis M80. Mit dabei ist auch die Vorarlbergerin Marianne Meier, (W75), ihres Zeichens Weltmeisterin über 100 Meter, mit der Kugel und im Weitsprung. Masters-Meistertitel werden über 100 Meter, 200 Meter, 800 Meter, mit Kugel und Diskus und im Weitsprung vergeben.

Beim Nachwuchs sind es die Jungs und Girls der Kategorien U10 bis U16, welche in den Sprints, Wurfdisziplinen, Weisprung und über 600m am Start sind. Über die 1000 Meter messen sich zusätzlich die U18- und U20-Frauen und -Herren. Man darf gespannt sein auf das Abschneiden der KTV Wil mit U16-Athletin Lia Thalmann. Ist sie doch im Sprint über 80 Meter in ihrer Altersklasse schweizweit an der Spitze.