Der Spitalverbund Fürstenland Toggenburg wird das Spital Wattwil spätestens per Ende März 2022 schliessen. Die Regierung hat den Entscheid des Verwaltungsrates der Spitalverbunde des Kantons St.Gallen zur Kenntnis genommen. Das Gesundheitsdepartement bespricht bereits diese Woche mit den involvierten Institutionen, wie die Gesundheitsversorgung und insbesondere die Notfallversorgung im Toggenburg in Zukunft sichergestellt wird. Heute hat der Verwaltungsrat der Spitalverbunde des Kantons St.Gallen kommuniziert, dass der Spitalverbund Fürstenland Toggenburg das Spital Wattwil spätestens Ende März 2022 schliessen wird. Regierungsrat Bruno Damann, Vorsteher des Gesundheitsdepartementes, trifft sich deshalb am kommenden Freitag zu einer Besprechung mit Vertreterinnen und Vertretern der niedergelassenen Ärzteschaft, des Spitalverbundes, des Gemeinderates, der Berit Klinik, der Psychiatrie St.Gallen Nord, der Spitex, des Alters- und Pflegeheimes Risi und Ergo Toggenburg. Im Gespräch soll in erster Linie diskutiert werden, wie die niedergelassene Ärzteschaft in Absprache mit dem Spitalverbund Fürstenland Toggenburg oder der Berit Klinik die Notfallversorgung in Zukunft gewährleisten kann, allenfalls mit Unterstützung des Kantons.

Gleichzeitig möchte die Regierung die Abtretung der Spitalliegenschaft an die Gemeinde Wattwil klären beziehungsweise das Nachfolgeprojekt für die Nutzung des Spitals erörtern. Die Regierung ist sich bewusst, dass sie trotz des Scheiterns des Projekts GNP Wattwil die Gesundheitsversorgung im Toggenburg sicherstellen muss. Sie wird den gesetzlichen Auftrag erfüllen. Weitergehende Nutzungskonzepte werden nun durch die Gemeinde Wattwil erarbeitet. Der Kanton steht mit ihr im Austausch.

Gesundheitsversorgung im Toggenburg sicherstellen

Zwei Parteien nehmen zu dieser Pressemitteilung Stellung:

Fraktionspräsident und Kantonsrat Christian Lippuner von der FDP nimmt zum Entscheid des Verwaltungsrates der Spitalverbunde betreffend die frühere Schliessung des Spitals Wattwil wie folgt Stellung:

«Für die FDP kommt dieser Schritt nicht überraschend. Nachdem die Bevölkerung am 13.06.2021 ein klares Zeichen gesetzt hat, verpasste es die Gemeinde Wattwil, für eine gute Nachfolgelösung Hand zu bieten. Dass das Personal in der Folge das Vertrauen in eine nachhaltige Entwicklung vor Ort verlor, ist nachvollziehbar. Genau davor hat die FDP auch gewarnt. Trotz der Schliessung des stationären Angebots muss die Notfallversorgung gewährleistet bleiben. Die FDP erwartet von der Regierung rasch entsprechende Vorschläge und fordert auch den Gemeinderat von Wattwil auf, konstruktiv an einer Lösung mitzuarbeiten.»

Die SP sieht die Regierung und auch den Spitalverbund klar in der Verantwortung, ein breites ambulantes Angebot zu gewährleisten. Rückzug des öffentlichen Spitals wäre nicht akzeptabel

Es darf zu keinem kompletten Rückzug der Spitalregion Fürstenland-Toggenburg aus dem Toggenburg kommen. Aktuell bietet die Spitalregion in einem separaten Gebäude eine Alkoholkurzzeittherapie (Psychosomatische Abteilung PSA) an. Die Psychiatrieverbunde betreiben in Wattwil zudem ein ambulantes Zentrum für Menschen mit psychosozialen Problemen und akuten psychischen Krisen. In der Botschaft der Regierung war angedacht, diese Leistungen ebenfalls in die Liegenschaft im Spital Wattwil zu verlegen. Der Erhalt der bewährten PSA am Standort Wattwil sowie eine Zusammenarbeit mit den Psychiatrieverbunden muss auch nach dem Rückzug der Solviva weiterverfolgt werden.