Die drei Spitex-Vereine Uzwil, Wil-Land und Oberuzwil-Jonschwil-Lütisburg prüfen eine Fusion. Auslöser sind die demografische Entwicklung, der sukzessive Ausbau des Angebots und die damit verbundene zunehmende Angebots-Spezialisierung. In den nächsten 30 Jahren nimmt die Zahl der 65-79-jährigen Einwohner um 40 Prozent zu. Die Zahl der über 80-jährigen Personen wird sich verdoppeln. Realität. Die Spitex-Vereine verzeichnen ein kontinuierliches Wachstum der geleisteten Einsatzstunden. Für die nächsten Jahre sind grosse Herausforderungen zu bewältigen.

Die Betreuung von Dementen, von Psychisch-Kranken oder Palliativ-Situationen erfordern angepasste Ressourcen und eine Spezialisierung beim Personal. Dazu kommt die Digitalisierung bei der Abwicklung der Einsätze bis hin zu den Abrechnungen. Eine der Knacknüsse wird die Aus- und Weiterbildung von genügend Pflegepersonal sein.

Zustimmung
Die Vorstände der drei Spitex-Vereine haben die acht Gemeinden im Einzugsgebiet angefragt, die Prüfung einer Fusion in die Wege zu leiten. Die Gemeinden sind die Auftraggeber der Spitex-Vereine und tragen die nicht gedeckten Kosten. Alle acht Gemeinden haben einer Fusions-Prüfung zugestimmt.

Nun wird eine Arbeitsgruppe mit externer Unterstützung die Details zur Organisation, zu den Dienstleistungen, für das Personal, zu den Finanzen und Statuten entwerfen. Anschliessend liegt es an den Gemeinden und Vereinen, über eine mögliche Fusion zu entscheiden. Dieser Prozess wird ein bis zwei Jahre in Anspruch nehmen. Eine fusionierte Organisation hätte rund 70 Mitarbeitende und würde ein Einzugsgebiet mit 38'000 Einwohnerinnen und Einwohner abdecken.

WEITERE THEMEN
Entwicklungen im Wohnungsbau

Die Uze AG hat der künftigen Nachbarschaft ihr Projekt «Wieseon» vorgestellt. In Niederuzwil sollen in Etappen 300 Wohnungen entstehen.

Eine grosse Wiese in Niederuzwil – rund 36‘000 Quadratmeter, umschlossen von der Siedlung, zentrumsnah. Die grösste zusammenhängende Baulandreserve in der Gemeinde. Seit Jahrzehnten ist das Areal eingezont, könnte längst überbaut sein. Die Uze AG möchte dort ein attraktives Wohnquartier bauen. Sie will dabei den ländlichen Charakter erhalten, gleichzeitig die raumplanerischen Forderungen nach haushälterischer Bodennutzung umsetzen. Sie stellte das Projekt der künftigen Nachbarschaft vor. Und schilderte dort: Ziel ist, ein attraktives Quartier entstehen zu lassen. Die Wohneinheiten gruppieren sich um eine Parkanlage. Gleichzeitig stellen sie mit ihrer Struktur und den Plätzen eine gute Beziehung zur Nachbarschaft her. Weil der Verkehr bereits ab der Gupfenstrasse in eine Tiefgarage führt, ist die Siedlung verkehrsfrei. Die unvermeidbare Belastung für die Nachbarschaft ist so auf ein Minimum reduziert.

Vorgesehen sind Mietwohnungen in unterschiedlicher Grösse. Das ist wichtig für eine gute soziale Durchmischung des entstehenden Quartiers. Die ganze Überbauung darf nicht in einem Zug realisiert werden. Das würde die öffentliche Infrastruktur überfordern, besonders die Schule. Es wäre wohl auch nicht marktverträglich. Nächste Etappe ist der Gestaltungsplan. Er legt die Eckpunkte der Überbauung detailliert fest. Gemeindepräsident Lucas Keel: «Vom ersten Moment der Arealentwicklung an sind Grundeigentümerin und Gemeinde im offenen Dialog. Dieser wurde mit der Informationsveranstaltung auch mit den Anwohnern fortgesetzt – die Bauherrschaft zeigte mehr, als in einem solchen Prozess üblich ist. Das gibt zwar Diskussionen, ist letztlich aber vertrauensstiftend und somit positiv.» Die Energieversorgung soll ökologisch gelöst werden, über einen Wärmeverbund mit dem Seniorenzentrum Sonnmatt.

Im Detail
Auch bei grossen Vorhaben steckt der Teufel oft im Detail. So wurde an der Info-Veranstaltung die Zahl der Besucherparkplätze diskutiert und ob die Parkflächen öffentlich zugänglich sind. Auch die Standorte der Spielplätze und die Frage, ob die Waldburgstrasse durchgängig wird, wurde aufgeworfen. Sodann wurde auch gefragt, ob man einzelne Baukörper verschieben könnte, der eigenen Aussicht und Besonnung wegen. Dass bauliche Entwicklungen in dieser Grössenordnung solche Fragen aufwerfen, liegt auf der Hand. Die Interessenabwägung ist nicht einfach und es gibt auch einen rechtlichen Rahmen. Insgesamt ist das Bauvorhaben aus Sicht der Gemeinde sorgfältig vorbereitet und gut durchdacht. Der Gemeinderat hat den Gestaltungsplan deshalb zur Vorprüfung dem Baudepartement eingereicht. Der Vorbescheid von dort ist positiv.

Bewegung
Jahrelang gabs in Uzwil kaum grössere Wohnbauvorhaben. Die Entwicklungen fanden andernorts statt. Das hing auch damit zusammen, dass in Uzwil keine Flächen verfügbar waren. Die Gemeinde setzte auf die Innenentwicklung. Setzte darauf, Baulandreserven, die teilweise seit Jahrzehnten eingezont sind, realisiert werden. In dieser Phase verlor Uzwil Einwohner und Steuerkraft an die Region. Nun scheint sich Uzwils Weg mit dem Fokus auf die Innenentwicklung auszuzahlen. Längst eingezonte Areale werden genutzt, Umbrüche in Quartieren finden statt. Verschiedenste Wohnbau-Vorhaben in der Gemeinde sind in Vorbereitung, im Bau oder stehen vor ihrem Abschluss.

Klare Vorgaben
Geht die Entwicklung zu rasant? Entstehen zu viele Wohnungen? Nein. Zum einen weist Uzwil kaum einen Lehrwohnungsbestand auf. Der Bedarf an hochwertigem Wohnraum ist vorhanden. Und: Raumplanung basiert auf langfristigen Annahmen. Die Uzwiler Raumplanung ist auf ein durchschnittliches Bevölkerungswachstum von 0,5 bis 0,6 Prozenten ausgerichtet. Diese Überbauung ist hier eingerechnet. Die Infrastruktur der Gemeinde sollte sie aufnehmen können.

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Nicht vergessen: Solarkino
Termin reserviert? Am 4. und 5. August gibts das Freiluft-Solarkino auf dem Begegnungsplatz in Niederuzwil wieder. Es zeigt die Filme «Keinohrhase» und «Zweiohrküken» – und, was mit Solarenergie möglich ist. Bei schlechtem Wetter zügelt der Anlass in die Bibliothek.

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Lehrerteams auf Schulstart ergänzt
Am Montag, 14. August, starten 160 Kindergärtler in den Schulalltag. Nicht nur für sie ist alles neu. Auch 15 neue Lehrpersonen stehen dann das erste Mal in einem Uzwiler Schulzimmer.

Teams komplett und ergänzt
Zur Ergänzung der Teams konnten ganz verschiedene neue Lehrpersonen angestellt werden. Einige bringen langjährige Erfahrung mit, andere die neusten Erkenntnisse direkt von der Pädagogischen Hochschule. «Toll, dass wir in diesem Jahr auch wieder drei Männer neu in Uzwil begrüssen können! Sind sie doch in den Teams in der Minderzahl», freut sich Schulratspräsident Daniel Wyder. Anders sieht es bei den neuen Schülern aus: 58% der neuen Kindergärtler sind dieses Jahr Knaben.

Pensionierungen
«Auch dieses Jahr verlassen uns einzelne sehr langjährige Mitarbeitende durch Pensionierungen», berichtet Daniel Wyder: «Nun folgt für sie ein neuer Lebensabschnitt, auf dem wir ihnen alles Gute, viel Gesundheit und Glück wünschen.»

Am 14. August gehts los
Nun bleibt für die neuen Lehrpersonen noch die unterrichtsfreie Zeit der Sommerferien, um sich auf die neue Stelle vorzubereiten und Kräfte zu sammeln. Und dann werden ihnen nach dem ersten Klingeln der Schulhausglocken neugierige Kinder im Klassenzimmer gegenübersitzen und gespannt die erste Schulstunde erwarten.

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Skulpturenweg der Galerie zur alten Bank:
Ralf Fitze präsentiert «Seed» beim Bahnhof

Dort, wo am Bahnhof früher die Velos abgestellt wurden, steht heute ein überdimensionales Samenkorn aus Stahl mit einem inneren Kern aus Altaluminium. Es steht ganz bewusst in einer blühenden Blumenwiese, einem Flecken Erde, welcher der Natur zurückgegeben wurde. Ralf Fitze aus Flawil will mit seinem Werk an den verantwortungsbewussten Umgang mit der Natur erinnern. Nur durch unkontrolliertes Wachstum ist der Erhalt der Artenvielfalt möglich, der genetischen Vielfalt, wie sie im Samenkorn steckt. Ralf Fitze plädiert: «Seien wir die Veränderung, die wir uns wünschen. Jeder Einzelne zählt.» | Melanie Müller